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Bargeldlos

20.5.2003·Kommentare:  1

Jeder der mich kennt weiss, dass ich kein grosser Fan von Bargeld bin und jeder der mich nicht kennt, wundert sich über den mehr als desolaten Zustand meines Studentenausweises. Beides hängt mit meiner sehr kompakten Geldbörse zusammen in die weder Ausweise noch Kleingeld passen. Letzteres wandert aufgrund der durch den Euro gestiegenen Menge in meine Schublade um meine Hosentaschen und Gürtel zu schonen. Die Ausweise fristen hingegen als »Börsen-Einlage« ein gefährliches Dasein, dessen Dauer sich mit jedem Einschub in den Hosensack stark verkürzt.

Perfekter Raum wird allerdings sämtlichen Plastikkarten geboten, allen voran meiner Bankomatkarte, die das Mitführen von Bargeld eigentlich überflüssig machen sollte. Wie gesagt: sollte. Denn in einigen Geschäften, an deren Türen das adelig-bläuliche »B« prankt, ist sich das Personal über den Sinn und Zweck einer solchen Funktion entweder nicht einig oder nicht im Klaren.

Bei meinem derzeitigen Lieblingsfrisör wurde ich vor einigen Wochen schief angeschaut, als ich die gebotene Leistung im Wert von ca. € € 25,– mit meinem treuen Plastikbegleiter zahlen wollte: »Do tät jo sonst jeder mit Bankomat zahlen!« Richtig, das wäre ja wirklich schlimm. Vor allem in einer Lokalität, die eine Bankomatkassa ihr Eigen nennt. Als etwas seltsam empfand ich dann die Reaktion beim nächsten Besuch, die auf meine frisch vom Bankomat abgehobenen € 30,– »Kleiner hast du es nicht?« lautete. Also was jetzt?!

Auch manche Computergeschäfte sehen das Zücken des kleinen Plastikstücks bei gewissen Beträgen gar nicht gern: »I bitt Sie! 10 Euro mit Bankomat?« Aber der Kunde ist dann halt doch König: »Sonst muss ich es halt woanders kaufen.«

Manche Händler vermeiden solche Situationen, indem sie erst gar keine Bankomatzahlung anbieten. Bei Produkten wie Notebooks, deren Wert so um die € 2000,– liegt, gar nicht unlogisch, würden doch bei solchen Beträgen die meisten Karten ihren Dienst verweigern. Nur wenn ich dann auch nicht per Erlagschein bezahlen kann, fürchte ich mich nach Murphys Gesetz sehr vor einem geschickten Taschendieb, der mich zwei Sekunden nach Verlassen der Bank als Opfer auswählt. Solche Zahlungsmethoden eigenen sich sicher perfekt zur Geldwäsche im großen Stil, denn eigentlich müsste in diesem Geschäft ja mehr Bargeld als in der Nationalbank lagern.

Bei soviel Intoleranz freut sich meine Bankomatkarte jedes mal, wenn sie mir bei Starbucks einen Cappuccino zahlen darf. 🙂

Der dickste Bargeld-Safe Wiens:
ditech.at
Die unverständlichste Zahlungspolitik:
youngstyle.at
Die erste Bankomatkassa mit Mindestbetrag:
dschungel.at
Die langsamste Bankomatkassa der Welt (aber das ist eine andere Geschichte):
billa.at


Ein Kommentar

#1 von TM am 20.5.2003, 18:58 Uhr

🙂


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