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Robots

★★★☆☆·20.3.2005·Kommentare:  0

Drei Jahre nach seinem Debüt mit Ice Age bringt Regisseur Chris Wedge sein neuestes Animationsabenteuer in die Kinos. An die Qualität seiner Eiszeit-Komödie kann er allerdings nur teilweise anknüpfen. So mangelt es nicht nur an interessanten Charakteren, sondern auch an einer innovativen Geschichte. Gerade letztere hat Computeranimierte Filme bisher immer ausgezeichnet (siehe Toy Story, Die Monster AG, …). Sicher, Robots mag in einer rein von Robotern bevölkerten Welt spielen, aber die Handlung an sich (idealisitischer Jüngling kämpft mit Proletariat gegen bösen Konzernchef) kommt doch eher ausgelutscht daher. Witzige Details finden sich zwar auch ab und an, aber weder in ausreichender Quantität noch Qualität um Pixar-Produktionen das Wasser reichen zu können.

Im Großen und Ganzen könnte Robots noch immer ein sehenswerter Film sein, wenn die Synchronisation nicht über alle Maßen enttäuschen würde. Abgesehen davon, dass sämtliche Dialogzeilen wie in letzter Minute durchs Mikrofon gequetscht wirken, steht z.B. die Stimme des aufdringlichen Fender (im Original gesprochen von Robin Williams) unter jeder Kritik. Welchem geldgeilen Möchtegern-Marketing-Strategen Verantwortlichen auch immer die Idee gekommen ist, für den österreichischen Markt Dodo Roscic zu verpflichten um ein paar Euro mehr zu verdienen, sollte mal im Lexikon unter »Fremdkörper« nachschlagen. Die Stimme des ehemaligen Ö3-Wecker-Sancho-Panzas passt nämlich so gar nicht in die Reihe der professionellen deutschen Synchronsprecher. Richtig unheimlich wird es im Kinosaal während der letzten Minute des Abspanns. Weil in der deutschen Version die Namen der Sprecher vor der eigentlichen Filmcrew eingefügt wurden, läuft diese in vollkommener Stille ab. Nicht, dass es so schwierig gewesen wäre Sarah Connors Von-der-Stange-Song From Zero to Hero noch ein wenig zu »loopen« …

Zehn Jahre nach dem ersten komplett am Computer entstandenen Film Toy Story wird nun klar, dass auch solche Filme schlecht sein können. Das mag selbstverständlich klingen, aber sehr lange schien das Genre Filmschaffenden vorbehalten zu sein, die wissen, was einen guten Film ausmacht und wie man einen solchen produziert. Robots mag zwar noch nicht in die Kategorie »schlechter Film« fallen, aber bei der für heuer angekündigten Anzahl an Produktionen könnte sich 2005 als das Umschwung-Jahr herausstellen.

zumindest die Kleinen im Kino haben sich prächtig amüsiert 3 von 5 Sternen



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