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Starbucks und Bechergrößen

31.7.2007·Kommentare:  5

Starbucks: Man liebt oder hasst ihn. Oder, wie in meinem Fall, beides. Was die Abnudelung der Einrichtung betrifft, geben sich die Filialen ja wirklich Mühe zu dem Sperrmüll, auf dem man in Alt-Wiener Kaffees teilweise Platz nehmen darf, aufzuholen. Und wer zu Stoßzeiten z.B. die Filiale in der Kärnterstraße besucht, sollte Desinfektionsmittel mitbringen – ist mal mehr los, geht bei Starbucks schnell die Sauberkeit flöten. Aber: Der Geschmack des Kaffees sucht seinesgleichen. Die beste Methode ist also, den Kaffee mitzunehmen, pardon, sich ihn für »to go« zu bestellen.

Das habe ich nicht bestellt

Kürzlich bekam ich dank der wenig benutzerfreundlichen Superlative bei den Mengenangaben zum ersten Mal eine falsche Größe: »Einen großen Cappuccino mit Mandelgeschmack« habe ich bestellt. Dass das Mandelsirup aus war, lassen wir mal beiseite. Aber warum habe ich, nachdem ich einen großen Cappuccino bestellt habe, nur einen mittleren bekommen? Das Problem lag an dem Marketing-BS, den Starbucks bei den Größenangaben betreibt. Im Grunde gibt es im Starbucks-Sprech nämlich folgende drei Größen:

Für Normaldenkende ohne BWL-Studium übersetzt:

Groß = Grande = Mittel?

Der »Barista« (die zeitgenössische Bezeichnung für einen in der Gastronomie tätigen Sklaven) hat also »Groß« als »Grande« interpretiert. Im Starbucks-Universum die Bezeichnung für die »mittlere« Größe.

Nun könnte man meinen, dass ein mittlerer Cappuccino bei Starbucks tatsächlich etwas größer als anderswo ist und deswegen als »Grande« bezeichnet wird. Dem steht allerdings gegenüber, dass Angaben wie »Groß« immer relativ sind. Sprich, im Starbucks setze ich diese Bezeichnung nicht in Relation zu einem Kaffee im Cafe Hawelka, sondern zu den anderen Größen im Starbucks-Sortiment. »Groß« ist demnach die größte Größe – und nicht die mittlere.

Außerdem weigere ich mich, mir die speziellen Größenangaben jeder Ami-Kette zu merken (McDonald’s, Burger King, …). Und wem diese Argumentation nicht logisch erscheint: Wenn »Groß« erst »Mittel« ist, wie bezeichnet man dann, wenn man seine Bestellung auf Deutsch tätigt, die größte Größe?


  1. Jepp, Starbucks hat sich tatsächlich das italienische Wort für 20 als Warenzeichen eintragen lassen.

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5 Kommentare

#1 von Michaela am 1.8.2007, 20:47 Uhr

also was mich mehr aufregt, ist dass bei uns ein tall das ist was in den usa ein short wäre!
wenn ich einen großen bestelle bekomme ich immer einen venti! - wenn man einen grande will sagt man mittel! auf einer ‘starbucks’sprache seite (http://www.quicksilverweb.net/sbucks/sbcharts.htm) steht übrigens auch, dass grande = medium size ist! es war wahrscheinlcih der erste tag vom barista!
venti heißt es übrigens, weil da (in den usa zusimdest) 20 oz. drinnen sind!!!

#2 von Benedikt am 1.8.2007, 23:41 Uhr

Danke für den Link – ich hab nach den offziellen Größenangaben im Web gesucht, aber nix derartiges gefunden. Das mit den 20 Unzen ist aufschlussreich – schön langsam entknoten wir die kranken Gehirnwindungen der Marketing-Spezialisten. 😉

#3 von Michaela am 2.8.2007, 8:00 Uhr

ja, also das mit dem italienischen venti haben sie eh nur gemacht, damit sie neben caffe latte und cappuccino halt noch ein anderes italienisches wort haben 🙂 und ‘sedici’ (16), ‘dodici’ (12) kann niemand aussprechen! und ‘otto’ (8) würd vielleicht zu sehr an ottoman (so ein komischer fußablege-sessel) erinnern… aber wer weiß, was in den marketing-spezialisten-gehirnwindungen wirklich vorgeht!

#4 von Michaela am 2.8.2007, 8:08 Uhr

uh - noch was. das burger king, mcdonald’s größen-problem ist nur ein europäisches - ich wär ja stark dafür, dass man bei uns auch einfach nur einen leeren becher bekommt und sich das getränk selber einfüllen kann und sich dann auch noch gratis-refills holen kann!
das mit den refills sollten sie bei starbucks auch einführen (ich mein, für DAS geld….)
glaub, es heißt ‘coffee TO go’ nicht ‘on the go’

#5 von Benedikt am 2.8.2007, 11:18 Uhr

Es gibt ein Refill-Pilotprojekt im McDonald’s am Meislmarkt.

Ja, es heißt »to go«. Ich bestell ja immer »zum Mitnehmen«, war bei dem Begriff also nicht so sattelfest. 😉


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