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The War on Drugs

★★★★☆·19.10.2007·Kommentare:  0

»The War on Drugs« ist, wie der Name schon sagt, eine kritische Dokumentation über den Krieg gegen Drogen. Im Vergleich zu »Sicko« kommt dieser Film fast schon bieder daher. Sprecher gibt es keinen, eben so wenig einen Reporter, der durch den Film führt. Die meiste Zeit ist man damit beschäftigt Untertitel zu lesen. Bei Fremdsprachen wie Spanisch ist das auch bitter nötig, denn nur etwa die Hälfte der Interviewten spricht Englisch. Durch die Textwüsten gewinnt man zunächst den Eindruck, dass diese Doku im Fernsehen besser aufgehoben wäre. Dieser Verdacht zerstreut sich allerdings schnell, die präsentierten Information sind trotz der nüchternen Machart um nichts weniger packend als z.B. in »Sicko«.

Dass es keinen Moderator gibt bedeutet natürlich nicht, dass er Film objektiv ist. Positives kann er dem »Krieg gegen Drogen« nämlich nichts abgewinnen. Die suggerierte Lösung, nämlich die Legalisierung aller Drogen, mag gewisse Problem lösen. Dass sie der Weisheit letzter Schluss ist wage ich aber zu bezweifeln.

Interessant ist dafür die Vielseitigkeit des Films. So erfährt man nicht nur etwas über die Ursprünge des Drogenschmuggels von Kolumbien in die USA, sondern auch über die Zerschlagung großer Kartelle, deren Auswirkungen, wirkungslose aber dennoch verheerende Maßnahmen der USA und zu guter Letzt auch etwas über die absurde US-Gesetzgebung bezüglich Drogen. All das wird geschildert aus der Sicht von Betroffenen und nach dem Abspann ist man ebenso schockiert wie bei Filmen Moore’scher Machart. Fazit: Der Krieg gegen Drogen ist wie der Krieg gegen Terror reine Symptombekämpfung und daher aussichtslos.

Zum Schluss bleibt die Frage, warum sich die österrechischen Macher hinter Synonymen und Initalen verstecken. Unabhängig davon ist der Film jedenfalls empfehlenswert.

Einfach aber interessant & packend 4.5 von 5 Sternen

Den Film kann übrigens unter doc-air.com für 2,50 Euro runterladen.


Mein erster Besuch im Top Kino, ein kleines alternatives Lichtspielhaus Nähe Mariahilfer Straße. Vor so kleinen Kinos hab ich immer ein wenig Angst bezüglich Komfort. Die Sessel waren tatsächlich unbequem, die Kinotechnik konnte dafür begeistern. Der Film wurde nämlich digital gezeigt, die Bildqualität war sehr gut (und das obwohl der Beamer nichtmal Full-HD-fähig ist). Die Leinwandgröße ist für ein Kino dieser Art okay. Ebenfalls interessant ist der Ansatz, das Kino mit einer Bar zu koppeln. So kann man nach dem Kinobesuch noch über den Film plaudern.


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