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Der goldene Kompass

★★☆☆☆·11.12.2007·Kommentare:  0

In den Köpfen mancher Hollywood-Produzenten hat sich irgendwann die Idee festgesetzt, jedes Jahr zu Weihnachten eine Hit-Trilogie aus dem Boden zu stampfen. Wo letztes Jahr Eragon mit Pauken und Trompeten unterging, schickt sich nun »Der goldene Kompass« an – und macht seine Sache nur geringfügig besser.

Storytechnisch herrscht bei der Kinoadaption von Philip Pullmans gleichnamigen Roman Chaos. »Der goldene Kompass« serviert uns beinahe episodenartig die Geschichte vom irgendwie auserwählten Mädchen Lyra (Dakota Blue Richards), das mit einem Wahrsager-Kompass seine gekidnappten Freunde befreien will. Dabei bleiben allzu oft Fragen offen, manche Aktionen der Protagonisten machen gleich gar keinen Sinn. Das Schlimmste dabei ist aber die Langeweile, sich nach etlichen substanzlosen Elementen wie hölzerner Dialoge, hastig eingeführter Rassen oder teils lächerlicher Nebenhandlungen einstellt.

Am Interessantesten ist da noch die barocke Alternativwelt, in der sich die Geschichte abspielt. Überhaupt gewinnt man während des Films den Eindruck, die 2nd Unit hätte viel bessere Arbeit als die Hauptcrew geleistet. Bei jeder Totalen, die mit einem abgefahrenen, gen Horizont manövrierenden Gefährt den nächsten Handlungsabschnitt einläutet, hofft man vergeblich darauf, dass es nun endlich losgeht. Potenzial ist genügend vorhanden und auch technisch ist die Produktion auf hohem Niveau. Am Ende ist aber doch alles zu abgehakt und erinnert in seiner Gesamtheit eher an ein Point-&-Click-Adventure, in dem es lauter kleine Miniaufgaben zu erfüllen gilt. Auf der Kinoleinwand ist das natürlich langweilig.

Mit dieser Argumentation kann man den goldenen Kompass relativ objetktiv als unterdurchschnittlichen Film einstufen. Aber wenn Christopher Lee bereits in der dritten (!) Trilogie als Bösewicht im Hintergrund auftaucht, wird’s persönlich. Und ratet mal wer im Original einem der Guten seine Stimme leiht. Richtig, Ian »Gandalf« McKellen. Gehen Hollywood etwa alte charismatische Darsteller aus?

Seinen krönenden Abschluss findet dieser Schiffbruch im recht peinlichen Titelsong, in dem Kate Bush in bester Hippie-Manier die Protagnistin Lyra in wirren Strophen nachzuzeichnen versucht.

»Adaption über Bord!« 2.5 von 5 Sternen


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