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10.000 B.C.

★★★☆☆·18.3.2008·Kommentare:  0

Nach anspruchsvollen und teilweise recht mühsamen Oscar-Pflichtvorstellungen wie »There Will Be Blood« oder »Die Fälscher« hatte ich mir einen oberflächlichen Hollywood-Blockbuster redlich verdient. Roland Emmerichs neuester Streich kam mir da gerade recht. Auch die Story um einen rückständigen Steinzeit-Stamm, der von bereits weiterentwickelten Sklavenhändlern heimgesucht wird, klang viel versprechend. Trotz recht solider Ausführung bietet »10.000 B.C.« leider großzügige Angriffsflächen für Kritik.

Da wäre als erstes der Titel. Dieser mag Authentizität vorgaukeln, in Wahrheit stimmt in »10.000 B.C.« historisch gesehen aber nichts (Details kann man den FAQs der IMDb entnehmen). Emmerichs Version der Mittelsteinzeit scheint zudem einem Themenpark entnommen: die hübschen weißen Beisserchen der Protagonisten sind nichtmal heute Standard und auch das »Schönheitsideal« des abgemagerten Topmodels dürfte 10000 vor Christus so nicht bestanden haben. Vielleicht war der Protagonist D’Leh (Steven Strait), der seine Geliebte (+ ein paar andere Typen) aus den Händen der Entführer befreien will, auch einfach nur seiner Zeit voraus. Letzteres kann man vom eigentlichen Film leider nicht behaupten. Der geradlinige Handlungsverlauf und die teils lieblose Synchronisation wollen so gar nicht in dieses Jahrzehnt passen.

Immerhin gibt es hin und wieder nette, wenn auch hastig geschnittene Action-Einlagen. Letzere sind vom Härtegrad her übrigens fötustauglich. Zudem ist der Film zusammen mit seiner politischen Überkorrektheit braver als Produktionen aus dem Hause Disney. Auch der Showdown enttäuscht: Die auf dem Filmplakat groß angekündigte Schlacht besteht nur aus ein paar Totalen, die man wohl für den schnittigen Trailer produziert hat. Das Ganze dauert gefühlte 60 Sekunden, von Kontinuität oder Ideenreichtum keine Spur. Tja, und das Ende selbst? Absolut lächerlich – verraten möcht ich’s aber natürlich nicht.

Nichtsdestotrotz ist »10.000 B.C.« kein absolut schlechter Film. Die käsige 80er-Jahre-Machart hat einen gewissen Charme, die Reise der Heldentruppe durch die verschiedenen Klimazonen ist interessant mitanzusehen und der Grund für die Versklavung der Stammesmitglieder ist storytechnisch gesehen wirklich cool. Alles in allem aber ein verwässerter Film für junge Familien, deren Sprösslinge noch nicht im »Herr der Ringe«-Alter sind.

Veraltet 3 von 5 Sternen


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