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No Country for Old Men

★★★★☆·14.3.2008·Kommentare:  2

Im neuesten Streich der Coen-Brüder wird der glückliche Finder (Josh Brolin) eines Koffers voller Drogengeld bald zum Gejagten. Ihm auf den Fersen ist der kaltblütige, mordlüsterne Psychopath Chigurh (Oscar für die beste Nebenrolle: Javier Bardem).

»No Country for Old Men« ist keineswegs der Insider-Tipp für Genre-Fans, als der er vermarktet wird. Er ist vielmehr ein spannungsgeladener Thriller, bei dem trotz seiner gemächlichen Gangart nie Langeweile aufkommt. Wer mit den Coen-Brüdern normalerweise nichts anfangen kann, kann also trotzdem beruhigt Kinokarten kaufen. Hin und wieder gibt es sogar humorvolle Einlagen, bei denen der ganze Saal schmunzelt. Neben dem fast schon beängstigenden Schauspiel der beiden Protagonisten brilliert der Film auch durch sein hohes handwerkliches Niveau. Als besonders interessant entpuppt sich dabei der Versuch, fast zur Gänze auf musikalische Untermalung zu verzichten. Auch wenn diese normalerweise die Seele eines Films darstellt, so macht diese Entscheidung die Erfahrung fast noch intensiver.

Wenn überhaupt, so hat »No Country for Old Men« nur ein Problem: das Ende ist leider über alle Maßen enttäuschend, vor allem wenn man es dem vorangegangen, perfekten Film gegenüberstellt. So bleibt eben leider »nur« ein guter Film, den man zwar trotzdem empfehlen kann, der aber am Schluss nicht ganz das hält, was er am Anfang verspricht.

Wenn nur der Schluss besser wäre … 4 von 5 Sternen


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2 Kommentare

#1 von Funkmaster am 19.3.2008, 12:00 Uhr

Ich hab mir den Film gestern (ohne dich) angesehen und bin vollends begeistert. Die Dialoge (vor allem der mit dem Tankwart) sind großartig und die Oscars absolut verdient, denn Javier Bardem spielt seine Rolle sehr, sehr gut.

Das Problem mit dem Ende sehe ich aber gar nicht. Gerade weil der Film so außergewöhnlich ist, hätte ich es unpassend gefunden hier ein »spektakuläreres« Ende zu machen. Um ehrlich zu sein kann ich mir auch kein passenderes Ende vorstellen, das dem Film würdig wäre. Du kannst es auch so sehen: Zumindest wurde in den letzten Minuten ausführlich auf den Titel eingegangen.

Um den Kommentar mit deinem Schema abzuschließen: 5 Sterne (Auch weil mich der Film öfter als nur hin und wieder zum schmunzeln oder mehr gebracht hat)

#2 von Benedikt am 19.3.2008, 18:50 Uhr

Ich hab mir den Film gestern (ohne dich) angesehen

Sorry, ich konnte einfach nicht widerstehen. 😉

Das mit dem Ende ist so eine Sache. »Nichtssagend« trifft es nicht wirklich, weil, wie du bereits erwähnt hast, damit der Titel erklärt wird. Aber es ist irgendwie bedeutungslos weil nichts mehr passiert. Das wahre Ende findet für mich so ca. 20 Minuten vor Schluss satt (Spoiler - Text markieren: wenn der Protagonist tot aufgefunden wird). Bis dahin finde ich den Film aber erstklassig.


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