Navigation überspringen

M-Audio Transit USB für Surround-Sound am Mac

16.6.2008·Kommentare:  2

Update: Wie sich herausgestellt hat, war der optische Ausgang meines MacBooks nicht kaputt. Dieser Erfahrungsbericht hat natürlich unabhängig davon trotzdem seine Gültigkeit.

Weil der optische Ausgang meines MacBooks seinen Geist aufgegeben hat, hab ich mir um 80 Euro das Tansit USB von M-Audio angeschafft. Dabei handelt es sich um eine Box in der Größe einer Zigarettenschachtel, die man via USB ans MacBook hängt. Das Transit USB verbindet man dann via optischem Kabel mit dem Dekoder. Ab dann kann man z.B. via VLC oder dem OS X DVD-Player das Dolby-Digital-Signal an den Dekoder weitergeben und Surround-Sound genießen. Bevor etwaige Leidensgenossen euphorisch in den nächsten Computer-Laden stürmen, hier mein Erfahrungsbericht.

M-Audio wer?

M-Audio ist seit 2005 Teil von Avid und hat sich auf musikbezogene Hardware spezialisiert. Die Marke dürfte am Mac recht präsent sein und einen guten Ruf haben. Mich hat zu Beginn überzeugt, dass im Downloadbereich bereits Treiber für 10.5.1 zur Verfügung standen.

Transit USB was?

M-Audio Transit USB - Packung
Leicht und Zigarettenschachtel-groß

Das Transit USB ist eigentlich ein Gerät für höherwertige (24Bit/96kHz) mobile Aufnahme und Wiedergabe. Optische Audioströme (Dolby Digital, DTS) kann es unter anderem auch ausgeben. Diese Vielseitigkeit erklärt wohl auch die nicht ganz billigen Anschaffungskosten von 80 Euro. Wie bereits erwähnt schien mir diese Lösung in dem Preissegment aber die einzig verfügbare am Mac.

Packung

M-Audio Transit USB - Packung
Nicht gerade sexy, aber zweckmäßig

Die Packung sieht aus, als hätte man darin 1998 den ersten MP3-Player mit Windows-only-Unterstützung verkauft. Aber egal, drin befindet sich das eigentliche Gerät, ein relativ langes USB-Kabel, ein Adapter von 3.5mm (optisch) auf Tos-Link, unnützer Papierkram sowie sage und schreibe vier CDs. Zwei Programme (live lite 6, Pro Tools 7), die für meinen Verwendungszweck irrelevant sind, eine Demo-CD und natürlich die Treiber-CD – die man übrigens ungeschaut in die Tonne treten kann:

Treiber

Der Mac-Treiber hat ein Änderungsdatum von 2005, das Öffnen des Images quittiert Leopard prompt mit einer Fehlermeldung (»Image beschädigt«). Deswegen gleich mein Rat: keinesfalls den mitgelieferten Treiber installieren! Eine aktuelle Version davon findet man nämlich auf der Webseite von M-Audio, die sich anstandlos unter Leopard installieren lässt. Nach einem Neustart kann das Transit USB auch schon verwendet werden.

Einstellungen

In den Systemeinstellungen ist das Transit USB nach der Installation mit einem eigenen Icon vertreten. Wer Dolby Digital will, muss dort unter »Active Channels« einfach »Output AC-3« einstellen. Die anderen Einstellungen kann man so lassen, wie sie sind.

Im OS X DVD-Player wählt man wie gewohnt im Stop-Modus in den Einstellungen unter »DVDs« bei »Tonausgabe« das M-Audio Transit USB aus und los geht’s. In VLC sollte man eigentlich ebenfalls nur »S/PDIF verwenden, wenn verfügbar« aktivieren müssen. Das hat aber bei mir nicht gleich funktioniert (ich schätze, ein weiterer Neustart hat das Problem gelöst). Man kann in VLC aber auch direkt unter »Audio«, »Audio-Device« das Transit USB auswählen, womöglich reicht das schon (mir ist diese Option erst später aufgefallen).

Betrieb, Stabilität

Grundsätzlich funktioniert das Transit USB so, wie es soll. Man steckt das Gerät via USB an, das jeweilige Programm (VLC, DVD-Player) checkt ohne extra Klicks, dass es das Transit USB verwenden soll. Leider, leider ist die Lösung selbst mit aktuellen Treibern und Mac OS 10.5.3 alles andere als robust. In VLC kann schon das zu Ende schauen eines AC-3-Videos zum abrupten Ende des Programs führen. Wer im DVD-Player zu oft zurück spult kann dem Scheibenspieler das gleiche Schicksal bescheren. In so einem Fall hilft nur eines: Programm via Dock »sofort beenden«, USB-Stecker aus- und einstecken, Programm neu starten. Was nach einer IT-Zwangsneurose klingt, ist leider die einzige verlässliche Methode, das Surround-Vehikel wieder in Gang zu kriegen. Verzichtet man z.B. auf das Aus- und Wiedereinstecken wird das Transit USB nicht neu initialisiert und VLC gibt nur Stereo-Ton aus. Das allein nervt schon, aber nicht so sehr, wie komplette Systemfreezes, die seit der Verwendung des Transit USB vermehrt auftreten. Lief mein MacBook früher wochenlang ohne Neustart, komme ich jetzt über ein paar Tage Dauerbetrieb nicht hinaus.

Ich bin mir nicht sicher, in wie weit mein defekter optischer Ausgang, der manchmal ständig aktiv ist (rotes Leuchten) zur Instabilität beiträgt, wenn das Transit USB angeschlossen ist (ohne gibt’s keine Probleme). Möglicherweise hat dies auch gar nichts damit zu tun, in den Raum stellen möchte ich diese Möglichkeit aber trotzdem.

Das klingt alles nicht ideal, aber trotzdem sei gesagt, das Ding funktioniert. Ohne Zutun des Benutzers hält das Transit USB auch lange Filme ohne Probleme durch. Ich kann nicht glauben, dass ich das gerade geschrieben habe. Aber es stimmt. Leider – oder eben zum Glück.

Fazit

Klar, der Zweck des Transit USB ist nicht einzig und allein die Ausgabe von AC-3-fähigem Videomaterial. Gerade in diesem Bereich lässt die Stabiliät aber sehr zu wünschen übrig. Wer unbedingt eine Alternative zum optischen Ausgang sucht, findet am Mac keine andere Lösung um den Preis. 80 Euro sind zwar kein Pappenstiel, aber billiger als alles andere, was im Apple-Lager die gleiche Funktion erfüllt. Bei der Verwendung gilt: Starten und in Ruhe lassen.


Schlagwörter

· · · · · · ·


2 Kommentare

#1 von DC am 9.4.2009, 9:41 Uhr

Hi,

befinde mich gerade auf einer ähnlichen Odysee: Ich suche nach einer Möglichkeit bei DVD-Wiedergabe DolbyDigital Sound von meinem MacMini G4 (allererstes Modell) über meinen A/V-Receiver auszugeben.
Dabei bin ich jetzt auch auf diese M-Audio-Karte gestossen. Hat sich da in Sachen Stabilität noch irgendwas getan bei Dir oder ist das immer noch so instabil?

Viele Grüße,

DC

#2 von Benedikt am 10.4.2009, 19:03 Uhr

Eigentlich peinlich, weil ich das so lang nicht korrigiert habe, aber mein optischer Anschluss war gar nicht kaputt. Einige Wochen (und Neustarts) später probierte ich ein neues Kabel aus und der Ausgang funktionierte problemlos – sogar mit dem alten Kabel. Ich nehme an, dass es sich nur um ein temporäres Problem gehandelt hat, dass durch einen Neustart behoben wurde.

Zu deiner Frage: Ich fürchte, dass sich bezüglich Stabilität nichts getan hat, der Treiber hat noch immer das Datum vom 25.1.2008.


Kommentieren

Dieser Eintrag kann nicht mehr kommentiert werden.