Navigation überspringen

Für Schutzhüllen-Verweigerer: So bleibt dein Smartphone lange wie neu

28.6.2017·Kommentare:  0 · ~ 3 min

Keine Angst, das ist kein mit Affiliate-Links vollgestopfter SEO-optimierter Listicle, der dich zum Schutzhüllenkauf verleiten soll. Es ist vielmehr meine ehrliche Empfehlung aufgrund meiner eigenen Erfahrung, wie man für ein paar Euro Mehrinvestition beim Smartphonekauf länger Freude an einem neuwertigen Gerät hat. Weitere Empfehlungen in den Kommentaren willkommen!

Smartphone-Schutzhüllen und -Cover mochte ich noch nie. Sie verändern nicht nur den Charakter des Geräts, sondern verschlechtern auch die Art, wie es sich anfühlt. Meine Devise lautete daher immer: Ich verwende mein Smartphone so, wie vom Hersteller konzipiert. Und obwohl ich auf meine Geräte immer gut aufgepasst habe, sahen diese nach sechs Monaten doch schon merkbar abgenutzt aus. Nachdem ich vor einigen Jahren auf meinem »Lumia 1020« bereits wenige Tage nach dem Kauf einen, mehrere Zentimeter langen, Kratzer auf dem Display bemerkt hatte, begann ich umzudenken: Wie kann ich Abnutzungen vermeiden, ohne mein Smartphone ständig in eine Schutzhülle stecken zu müssen?

Gleich vorweg: Die eine Hülle gegen alle Gefahren fürs Smartphone gibt es meiner Meinung nach nicht. Wenn du dein Smartphone grundsätzlich ohne Hülle verwenden möchtest, empfiehlt sich je nach Situation eine andere Lösung.

In der Hosentasche

Regel Nummer 1: Wenn du dein Smartphone im täglichen Gebrauch in der Hosentasche aufbewahrst, sollten Kratzer und Abnutzungserscheinungen kein Problem sein. Wenn du, und das ist dabei der wichtigste Aspekt, nichts anderes in dieselbe Hosentasche steckst, wie z.B. Schlüssel, Feuerzeuge oder Münzen. Selbst wenn Displays heutzutage aus kratzfestem Gorilla-Glas bestehen, ein Staubkorn, zwischen zwei festen Flächen eingeklemmt, kann bei Reibung alles zerkratzen.

Wer übrigens unterwegs sein Smartphone mit einer Powerbank in der Hosentasche aufladen möchte, kann diese, als zusätzlichen Schutz fürs hüllenlose Smartphone, in der normalerweise mitgelieferten Netztasche aufbewahren.

Im Rucksack bzw. einer Tasche

Wer z.B. im Kino aus Komfortgründen sein Smartphone lieber in seinen Rucksack oder Tasche packt, läuft je nach Inhalt (und Ordnung im Rucksack) Gefahr, dass Display oder Rückseite durch spitze Gegenstände wie Schlüssel und USB-Kabel zerkratzt werden. Da das einer der ersten Ursachen war, die ich hinter meinem »Lumia 1020«-Kratzer vermutete, habe ich mir für solche Situationen eine Stoffhülle besorgt. Es gibt unzählige Anbieter, meine ist von Adore June (ca. 13 Euro). Die Stofftasche eignet sich auch gut als Unterlage für raue Oberflächen, auf denen man sein neues Smartphone nicht unbedingt ablegen möchte (z.B. Beton).

Auf Partys, Konzerten, Festivals

Wer gern im Gedränge mit Bier aus Plastikbechern Gitarrenriffs frönt und vielleicht auch das eine oder andere Foto seiner Lieblingsband schießen möchte, kennt das: Irgendwie das Smartphone aus der Hosentasche ziehen, hoch halten, versuchen einen halbwegs brauchbaren Schnappschuss hinzubekommen und anschließend wieder verstauen (Bonus-Herausforderung: mit Bier in der Hand). Ein mühsamer Prozess, der das Risiko birgt, dass einem das Handy aus der Hand rutscht, auf den Boden fällt und das Display zersplittert. Abhilfe schaffen Hüllen aus weichem Kunststoff, die den Aufprall dämpfen – am besten welche, die das Display einrahmen, damit auch nichts passiert, wenn dieses mit der »Butterseite« (dem Display) auf dem Boden landet. Ich verwende ein Incipio NGP Case (ca. 18 Euro), das sich leicht anbringen lässt und bei dem das Smartphone weiterhin gut benutzbar bleibt.

Beim Wintersport

Beim Skifahren oder Snowboarden ist ein Smartphone durch die meist dicke Bekleidung gut gegen Erschütterungen geschützt. Wie zuvor beschrieben gilt auch hier, dass die jeweilige Tasche exklusiv dem Smartphone vorbehalten sein sollte. Ich verwende aber auch hier die Stofftasche, einerseits als zusätzliche Polsterung, andererseits, weil diese nach einem Foto auch Feuchtigkeit durch Schneereste absorbiert.

Am Strand

Ironischerweise ist einer der erholsamsten Orte für den Menschen gleichzeitig die tödlichste Umgebung für ein Smartphone: Am Strand lauern neben Sand, der einfach alles zerkratzt, auch Wasser und Hitze. Wer nicht auf Musik, Hörbücher, Spiele oder Internet (seit 15. Juni 2017 gibt es in der EU de facto keine Roaminggebühren mehr) verzichten will, kann sich eine wasserdichte Schutzhülle aus durchsichtigem Kunststoff besorgen. In dieser bleibt das Smartphone in der Regel benutzbar und was Wasser abhält, hält auch Sand ab. Wichtig ist, das Smartphone bereits im Hotel in der Hülle zu verstauen und am Strand nicht zu öffnen (Sand kommt überall hin). Um auch beim Herausnehmen am Abend zu vermeiden, dass Sand in die Hülle gerät, öffne ich diese immer vorsichtig kopfüber. Ich habe für mein »Lumia 950« die 6 Zoll große Version von EOTW (ca. 7 Euro) gekauft, welche zuverlässig funktioniert. Da in so einer Hülle der Kopfhörerausgang nicht zugänglich ist, kann man sich für den Strand billige Bluetooth-Ohrhörer (ca. 20 Euro) besorgen.

Fazit

Für knapp unter 40 Euro Zusatzinvestition beim Neukauf bleibt ein Smartphone auch über Jahre hinweg in neuwertigem Zustand. Ein bisschen Glück braucht man natürlich auch, aber die Chancen sind so weitaus höher. Über weitere Tipps freue ich mich in den Kommentaren.


Schlagwörter

· · ·


Kommentieren

Ich freue mich über jeden Kommentar und antworte gern innerhalb von 24 Stunden.