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Dunkirk

★★★★★·7.8.2017·Kommentare:  0

»Dunkirk« bezieht seine Faszination vor allem aus dem, was man nicht sieht (wer das vor dem Kinobesuch nicht lesen möchte, springt einfach zum nächsten Absatz). Denn Christopher Nolans Version der Schlacht von Dünkirchen kommt nicht nur ohne Bodengefechte, Blut, feindliche Soldaten und einem traditionellen Soundtrack aus, sondern beschränkt auf der Habenseite sowohl Dialoge als auch den Einsatz von CGI auf ein Minimum und reduziert sogar seine Protagonisten zu wenig ausgeprägten Charakteren.

»Dunkirk« ist somit eine gelungene Übung in Minimalismus, die beim weitestgehenden Verzicht auf CGI sogar soweit geht, dass kurz im Hintergrund auftauchende Anachronismen wie moderne Lagerhallen, Sitzbezüge oder Gebäude an der Strandpromenade in Kauf genommen wurden.

Was bleibt dann mit all diesen Einschränkungen von einem Kriegsfilm noch übrig? Die Quintessenz des Mediums Film: Eine nichtlineare, spannende und in faszinierenden Bildern erzählte Geschichte, die man unbedingt im Kino sehen sollte.

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In welchem Format sollte man »Dunkirk« sehen?

Über zwei Drittel von »Dunkirk« wurde mit analogen 70-mm-Imax-Kameras aufgenommen (dabei sind 65 mm fürs Bild und 5 mm für den Ton reserviert), der Rest mit 65-mm-Kameras. Das ermöglicht gegenüber traditionellen digitalen und analogen Filmkameras prinzipiell die Veröffentlichung in qualitativ überlegenen Formaten – alle Details dazu gibt es auf moviepilot.de.

Somit ist »Dunkirk« zwar das größte 70-mm-Release seit über 25 Jahren (damals war das übrigens »In einem fernen Land« mit Tom Cruise und Nicole Kidman), die meisten Besucher werden aber keine Möglichkeit haben, den Film so zu sehen. Denn in Österreich gibt es aktuell kein »echtes« Imax-Kino, wo man sich die »beste« Variante (70-mm-Imax) ansehen könnte.

Die nächstbeste Version wäre dann entweder digitales Imax in den größten Sälen bekannter Kinoketten oder klassische 70-mm-Projektion. Letztere ist schwer zu finden und ironischerweise hat just das entsprechend ausgestattete Wiener Gartenbaukino bei der größten 70-mm-Veröffentlichung der letzten Jahrzehnte Sommerpause (will aber im Herbst Vorstellungen anbieten). Zieht man auch den Ton in Betracht, dürften modern ausgestattete Imax-Säle aber ohnehin die bessere Wahl sein, interessant wäre eine analoge 70-mm-Vorführung trotzdem. Wem keine dieser Optionen zur Verfügung steht, sollte einfach eine Vorstellung im größtmöglichen Saal besuchen.


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