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Test: Apple Smart Keyboard – Das beste iPad-Keyboard?

5 / 5Sterne·31.8.2017·Kommentare:  0 · ~ 4 min

Ende Juni habe ich mein 6 Jahre altes iPad-Setup (»iPad 2«, Logitech »Ultrathin Keyboard«, Wacom »Bamboo Stylus«) gegen ein »iPad Pro 10.5« mit Apple »Smart Keyboard« und Apple »Pencil« getauscht. Während meine Meinung zum neuen »iPad Pro« und dem »Pencil« nicht ganz so euphorisch ausfallen, bin ich vom »Smart Keyboard« ziemlich begeistert.

Auf einen Blick


  • + Platzsparend, leicht
  • + 3 Positionen: Tippen, Schauen, Pult
  • + Tasten liegen nicht am Display auf
  • + Spritzwassergeschützt
  • + Unkompliziertes An- & Abstecken
  • + Große Tasten
  • + Ausreichend Zwischenraum
  • + Guter Hub & Druckpunkt
  • - Schmale Enter-Taste
  • - Keine Beleuchtung
  • - Keine Shortcuts-Tastenreihe

Gutes Schreibgefühl

Tablet-Keyboards sind so eine Sache: Sie sind relativ klein und die Tasten haben nur einen kurzen Hub. Wer also gern mit laut klackernden mechanischen Tastaturen seine Umgebung beschallt, für den sind diese (und generell flache) Keyboards eher nichts. Oder besser gesagt: Erfordern einiges an Umgewöhnung.

Diese Umgewöhnung passierte bei mir recht fließend, da ich mich Anfang der 2000er schnell mit Notebook-Tastaturen angefreundet habe. Das Chiclet-Style-Keyboard des 2006er-»MacBooks« war mein Favorit und führte auch zum Kauf des 2007er Apple »Wireless Keyboards«, um das Schreibgefühl auch auf den Desktop zu bringen. Dass ein echtes Keyboard ein Tablet wie das »iPad« viel nützlicher macht, erkannte ich 2011 recht schnell und legte mir das Logitech »Ultrathin Keyboard« zu: noch kürzerer Hub, noch kleinere Tasten – und obwohl ich meine ambitionierten »Tablet only«-Pläne nicht ganz durchgezogen habe, habe ich das »iPad« fast immer mit Keyboard benutzt.

Während viele Reviewer Tablet-Tastaturen im Allgemeinen und das »Smart Keyboard« im Speziellen eher als Notlösung belächeln, bin ich sogar der Meinung, dass das Schreibgefühl am »Smart Keyboard« trotz kurzem Hub exzellent ist: Der Druckpunkt ist knackig, das Oberflächenmaterial (eine Art Mikrofaser-Gewebe) fühlt sich großartig an, und der flapsige Tastensound beim Drücken hat einen angenehmen weichen Klang.

Keine F-Tastenreihe und somit keine iOS-Shortcuts

Apple verzichtet beim »Smart Keyboard« auf eine F-Tastenreihe. Das hat den Vorteil, dass die restlichen Tasten und auch ihr Zwischenraum größer sind. Der Nachteil: Praktische Shortcuts wie Leiser/Lauter oder Home funktionieren, wenn überhaupt, nur über Kombinationen wie Cmd + H. Und diese funktionieren wiederum nicht »doppelt«, um z.B. zum App-Switcher zu gelangen.

Leichter und einfacher dank Smart Connector

Das Apple »Smart Keyboard« hat aufgrund des Smart Connectors gegenüber Bluetooth-Lösungen zwei wesentliche Vorteile:

Geringer zusätzlicher Stromverbrauch

Der zusätzliche Stromverbrauch ist aufgrund der direkten Verbindung via Smart Connector zu vernachlässigen. Beleuchtung gibt es dafür aber ebenfalls keine. Aufgrund der Nähe des Displays zur Tastur ist diese allerdings selbst in dunkler Umgebung stets immer etwas beleuchtet.

Durchdachte Aufstellungsmöglichkeiten

Mein Logitech »Ultrathin Keyboard« hatte bei der Nutzung einen entscheidenden Nachteil: Während der fixe Blickwinkel beim Tippen absolut okay war, war er für Medienkonsum wie z.B. für YouTube zu flach. Das »Smart Keyboard« kann freistehend hingegen auf mehrere Arten genutzt werden, weil es neben dem Tastatur- noch einen Pult-Modus (z.B. zum Zeichnen) sowie einen fürs Filme schauen gibt. In diesem wird der Tastaturteil auf die Rückseite geklappt, womit das »iPad« wie bei den alten »Smart Covers« recht steil steht.

Ein weiteres Feature, dass mir gerade bei einem neuen »iPad« wichtig war, ist, dass die Tasten im zusammengeklappten Zustand nicht auf das Display drücken. Nachdem ich mein Logitech »Ultrathin Keyboard« monatelang, wie konzipiert, immer auf das Display des »iPad 2« geklappt habe, hinterließen die Tasten langsam aber sicher nicht rückgängig zu machende Abrücke am Display. Apples »Smart Keyboard« ist so konzipiert, dass die Tasten im zusammengeklappten Zustand nicht am Display aufliegen, sondern lediglich die weiche Unterseite.

Apropos: Interessanterweise beschweren sich zwar alle über schlechte Hygiene-Bedingungen bei Microsofts Alcantara-Surface-Laptop. Dass man aber genau jene Seite des Apple »Smart Keyboards«, die normalerweise am Display aufliegt, im Tastaturmodus auf hygienetechnisch nicht immer astreine Oberflächen wie Klapptische im Zug auflegen soll, stört komischerweise niemanden.

Im Vergleich mit dem Logitech »Slim Combo«

Im Gegensatz zu meinem Logitech »Ultrathin Keyboard« für mein »iPad 2« habe ich mich dieses Mal nicht für eine Logitech-Tastatur wie z.B. die »Slim Combo« entschieden.

Während manche einen Rundumschutz inklusive Cover für die Rückseite ihres »iPads« wollen, bevorzuge ich eine Lösung, die den optischen und haptischen Charakter des »iPads« nicht verändert (siehe dazu auch meine Meinung zu Smartphone-Schutzhüllen). Beim »Slim Combo« ist das aber nicht gegeben: Man kann zwar das »iPad« trotz Cover einfach von der Tastatur trennen und es bietet sogar eine Hintergrundbeleuchtung. Die Verwendung des Covers bei Tastaturbenutzung ist aber leider Pflicht, weil sonst das »iPad« im Tastaturmodus nicht steht. Das verändert den Look-and-Feel des »iPads« nicht unbedingt zum Guten, macht es dicker und lässt trotzdem viele Kanten des »iPads« ungeschützt.

Immerhin ist das »Slim Combo« um 40 Euro günstiger als das »Smart Keyboard«. Dafür liegen die Tasten im zusammengeklappten Zustand direkt am Display auf, was ich vermeiden wollte. Und das oben angebrachte Halterungs-Fähnchen für den »Pencil« ist zwar gut gemeint und manchmal praktisch, vermittelt aber in Kombination mit dem bulkigen Rundherum-Cover einen unschönen Packesel-Look.

Fazit

Wer am »iPad« mehr machen will als nur Filme anzuschauen, braucht ein Hardware-Keyboard. Wer dabei …

… findet im Apple »Smart Keyboard« – trotz der recht hohen Anschaffungskosten – eine optimale Lösung.

Optimal ★★★★★


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Apple Smart Keyboard

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