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Gelöst: macOS »High Sierra«-Installation bricht mit com.apple.DiskManagement-Fehler 0 ab

19.11.2017·Kommentare:  7

Seit dem Versuch meinen 2012er »Mac mini« von macOS »Sierra« auf »High Sierra« zu aktualisieren, ist bei mir das Vertrauen in ein macOS-Upgrade auf jenen Level gesunken, den Microsoft für mich nach dem Upgradeversuch von Windows ME auf XP genossen hat.

Das Problem: com.apple.DiskManagement-Fehler 0

Während die Installation anfangs ohne Probleme verlief, brach diese im letzten Drittel, wo bereits der gängige macOS-Hintergrund zu sehen ist und der Fortschrittsbalken in einem Popup angezeigt wird, bei jedem Versuch mit folgender Meldung ab:

macOS konnte auf deinem Computer nicht installiert werden

Der Vorgang konnte nicht abgeschlossen werden. (com.apple.DiskManagement-Fehler 0.)
Beende das Installationsprogramm, um deinen Computer neu zu
starten und es erneut zu versuchen

Die Lösung: Downgrade auf »Mountain Lion«

Wer in dieser Sackgasse landet hat auch das Problem, dass die vorherige »Sierra«-Installation nicht mehr startet – macOS stürzt nach dem Login-Screen ab (Terminal-Fehlermeldungen im ASCII-Stil erscheinen am Login-Screen). Um eine fehlgeschlagene Installation (oder ggf. andere schwerwiegende Mac-Probleme) zu beheben, muss man sich zunächst einer der folgenden Tasten-Kombinationen nach dem Einschalt-Gong bedienen, um macOS neu zu installieren:

Command + R ·
Startet den Recovery-Modus mit der Möglichkeit macOS von der Recovery-Partition aus neu zu installieren; funktioniert in dem Fall nicht, weil jedes Mal com.apple-DiskManangement-Fehler 0 auftritt
Option + Command + R ·
Lädt die aktuelleste verfügbare macOS-Version aus dem Internet herunter, auch hier jedes Mal: com.apple.DiskManagement-Fehler 0
Shift + Option + Command + R ·
Lädt die älteste verfügbare macOS-Version aus dem Internet herunter und installiert diese. Dieser Umweg hat bei mir letztendlich zum Erfolg geführt, danach konnte ich auf »High Sierra« upgraden

Auf die Lösung, zunächst auf die älteste verfügbare Version downzugraden, stösst man im Web schnell, allerdings sollte man dabei ein paar Dinge beachten:

1. Backup anlegen!

Prinzipiell löscht diese Art der Neuinstallation (bzw. Downgrades) zwar nicht die Apps und Daten der angelegten Benutzerkonten. Da mein letztes Backup aber nicht unbedingt aktuell war (und ich mir die Option, macOS über ein Time-Machine-Backup wiederherstellen zu lassen, als letzten Ausweg offen gehalten habe), wollte ich in dieser Situation kein Risiko mehr eingehen und habe im normalen Recovery-Modus (Command + R nach Startup-Gong) zunächst ein Festplatten-Image der bestehenden Disk angelegt (dauert bei einer 1-TB-Platte, die zu 2/3 voll ist, auf einem 2012er »Mac mini« ca. 3-4 Stunden).

2. Wi-Fi ist zum Vergessen!

Ich hatte während meiner Lösungsversuche viele Stunden Zeit damit vergeudet, macOS erneut aus dem Internet herunterzuladen um dann erst wieder die DiskManagement-Fehlermeldung zu erhalten. Dabei bin ich oft auf das Problem gestoßen, dass die Einwahl ins W-Lan zu Beginn des Recovery-Modus (mit dem minimalistischen Schwarz/Weiß-Design) nicht zuverlässig funktioniert: Manchmal klappte die Einwahl automatisch, manchmal wurde ein Passwort verlangt, dass dann partout nicht akzeptiert wurde, auch wenn man es gefühlt dutzende Male korrekt eingegeben hat. Die Möglichkeit zur Anzeige des Passworts gibt es in diesem Modus nicht und wer zwischenzeitlich auch den NVRAM/PRAM zurückgesetzt hat, kann sich nie sicher sein, welches Tastaturlayout aktiv ist (bei Sonderzeichen im Passwort ziemlich übel). Ganz abgesehen davon dauert der Download bei nicht optimaler W-Lan-Verbindung viel länger als mit direkter Kabelverbindung.

Daher mein Tipp: Router für die Neuinstallation neben dem Mac aufbauen und mit Lan-Kabel verbinden, damit spart man eine Menge Zeit.

3. Install-Folder löschen

Wer nach einem erfolgreichen Downgrade auf Nummer sicher gehen will, kann mit einem Admin-Konto im Root-Verzeichnis die alten Installationsdateien im Ordner »macOS Install Data« löschen:

sudo rm -R macOS\ Install\ Data/

Erfolgreiche Neuinstallaion und Lehren für die Zukunft

Nach diesen Schritten konnte ich erfolgreich auf »High Sierra« upgraden. Man kann dies dann theoretisch sowohl über die Upgrade-Funktion in macOS als auch beim Startvorgang über die Tasten-Kombination Option + Command + R für Internet-Recovery durchführen. Die eigenen Apps und Daten bleiben im Normalfall, wie gesagt, erhalten.

Was den ursprünglichen Fehler ausgelöst hat, kann ich nicht mit Sicherheit sagen. Eventuelle Probleme beim Mac-Installer mit dem neuen File-System APFS, welches vorerst nur auf Macs mit SSD ausgerollt wird, kann ich nicht bestätigen. Möglicherweise war auch einfach nur der Installer kaputt (wobei hier so eine Installationssackgasse schon eine ziemlich desaströse Auswirkung wäre).

Ich konnte meinen »Mac mini« jedenfalls wochenlang nicht verwenden, weil die Recherche samt Lösungsversuchen so viel Zeit gekostet hat und eine Neuinstallation immer mehrere Stunden dauert. Und das alles nur, weil bisherige Upgrades immer so smooth verlaufen sind, dass man dazu verleitet wird, einfach mal schnell auf die nächste Version upzugraden. Nach diesem langwierigen Fiasko ziehe ich für mich daher folgenden Lehren, die ich auch jedem anderen Mac-User nur ans Herz legen kann, der macOS upgraden will:


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7 Kommentare

#1 von Peter am 19.11.2017, 18:50 Uhr

Das klingt ja echt sehr abenteuerlich! Ich warte definitiv noch mit High Sierra.

#2 von Benedikt am 22.11.2017, 9:23 Uhr

Apple hat mittlerweile den Installer aktualisiert (hat bei mir aber zumindest im Nachhinein nichts gebracht). Zudem dürften hauptsächlich Macs mit Harddisks und nicht mit SSDs betroffen sein.

Das Problem war auch, dass mir der Fehler bei meiner Lösungssuche zwar recht weit verbreitet vorkam, auf MacRumors und Konsorten aber nicht darüber berichtet wurde. Und interessanterweise hatten User das Problem offenbar schon beim Golden Master. Ein einfacher Fix von Apple in Form eines aktualisierten Installers etc. erschien mir daher auch sehr unwahrscheinlich. Bin jedenfalls froh, dass es über das temporäre Downgrade geklappt hat.

#3 von Frank am 5.3.2018, 12:10 Uhr

Danke, Shift + Option + Command + R hat mich gerettet.

#4 von Benedikt am 5.3.2018, 19:38 Uhr

Hi Frank, bitte gern – freut mich, wenn dir der Tipp geholfen hat!

#5 von Jan am 24.9.2018, 22:39 Uhr

Hallo Leute, macOS Mojave ist da und unterstützt nun auch APFS auf Fusion Drives. Passend dazu gibt’s auf meinem Mac mini 2012 die schöne neue Fehlermeldung:

com.apple.DiskManagement-Fehler -69854

#6 von Benedikt am 24.9.2018, 22:52 Uhr

Hi Jan, tut mir leid das zu hören! Ich werde das »Mojave«-Upgrade frühestens morgen angehen und gebe Bescheid, wie’s bei mir gelaufen ist.

Hast du vorher ein Backup angelegt? Vielleicht hilft auch wieder der Weg über das Downgrade. Und: Hattest du evtl. bereits vorher Probleme mit der Performance deines Fusion Drives? Bei mir gab’s nämlich eindeutig Probleme mit der original HDD und ich vermute hier auch einen Zusammenhang mit dem DiskManagement-Fehler 0. Nach dem Tausch gegen eine SSD lief wieder alles wie geschmiert. Ich hoffe deshalb stark, dass das Upgrade bei mir diesmal problemlos verläuft.

#7 von Jan am 25.9.2018, 10:58 Uhr

Das Festplattendienstprogramm befindet mein Selbstbau-Fusion-Drive mit 2.12 TB weiterhin für fehlerfrei. Das Downgrade auf Mountain Lion 10.8 hat in der Tat wieder ein bootbares System hervorgebracht. High Sierra 10.13 aus dem AppStore herunter zu laden, hat sich als schwieriger erwiesen.

Erstmal musste ich im Internet einen Store-Link finden, weil man im AppStore natürlich /s nicht so einfach nach der seit gestern veralteten macOS-Version suchen kann. Vor dem Download wollte der AppStore von mir aber eine Zwei-Faktor-Authentisierung und hat mir immer wieder sechs-stellige Nummern aufs iPhone gesendet. Allerdings gab es im User Interface von Mountain Lion nirgendwo eine Stelle, wo man solche Kontrollnummern eintippen kann. Außerdem hat er ständig behauptet, ich würde mein AppleID Passwort falsch eingeben. Bis ich dahinter gekommen bin, dass er von mir will das ich mein Passwort und die Nummer hintereinander weg ohne Leerzeichen in dasselbe Feld eintippen soll, hat es eine Weile gedauert. Ich war selber überrascht als es plötzlich funktionierte.

Das Upgrade selbst verlief dann problemlos. High Sierra hat zwar schon APFS aber eben noch nicht für Fusion Drives und so blieb mir ein weiterer DiskManagement-Fehler erspart. Sämtliche Metadaten aller Dateien in ein neues Filesystem zu überführen ist kein trivialer Prozess. Bei solchen Operationen verliert man leicht mal alle Daten unwiederbringlich. Ich werde mich vorerst von Mojave fernhalten.

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