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Shape of Water – Das Flüstern des Wassers

★★★★☆·9.3.2018·Kommentare:  0Retweets:  0 0

Ich bin ein großer Fan von Guillermo del Toros Filmen und freue mich, dass der Regisseur einiger meiner Lieblingsfilme (»Hellboy« und »Pacific Rim«) nun endlich auch mit einem Oscar ausgezeichnet wurde. Seine anspruchsvolleren Werke wie »Pans Labyrinth« gehen freilich in eine etwas andere Richtung als seine Action-Kracher, aber das unterstreicht sein Talent und seine Fähigkeiten nur umso mehr.

Apropos Fähigkeiten: Diese bringt del Toro auch bei seinem neuesten Werk gekonnt zum Einsatz, wobei man nach den ersten Bildern und oscarprämierten Klängen bei »Shape of Water – Das Flüstern des Wassers«1 zunächst den Eindruck gewinnt, einem Crossover aus »Die fabelhafte Welt der Amelie« und »Hellboy« beizuwohnen. Dabei ist die Geschichte einer Reinigungskraft, die sich in den 1960ern in einem Regierungslabor in eines der, nennen wir es einmal, »Forschungsprojekte« verliebt, mehr klassisches Märchen als Drama oder Science-Fiction. Die Geschichte ist dabei gut erzählt, kurzweilig und trotz des erstaunlich geringen Budgets von knapp 20 Mio. Dollar auch visuell beeindruckend. Und hier endet auch schon der relevante Teil der Kritik mit dem Fazit: anschauen.

»Sapien: A Hellboy Story«?

Eine ganz andere Sache hat mich aber während des ganzen Films nicht losgelassen: Wie kann diese Geschichte kein »Hellboy«-Prequel mit Abe Sapien als Hauptfigur sein?!

Die Ähnlichkeiten des amphibischen Protagonisten aus »Shape of Water« mit dem Charakter Abe Sapien aus »Hellboy« sind so frappant (beide übrigens gespielt von Doug Jones), das Setting des Forschungslabors so ähnlich zu jenem aus dem »Hellboy«-Universum und die wenigen Timeline-Asynchronitäten, welche die Prequel-Theorie widerlegen, so minimal und per simpler Drehbuchänderung behebbar, dass es einem schwerfällt zu glauben, dass »The Shape of Water« (so der Originaltitel) in der Entwicklungsphase nicht irgendwann einmal als »Hellboy«-Prequel gedacht war oder zumindest aus einer diesbezüglichen Brainstorming-Session entstanden ist. »Sapien: A Hellboy Story« – so oder so ähnlich würde Honest Trailers titeln, wenn sie »Shape of Water« einmal einen Trailer widmen.

Mit der Qualität des oscarprämierten Märchens hat das freilich wenig zu tun. Es ist eigentlich sogar eine Empfehlung für all jene »Hellboy«-Fans, die sich – trotz Reboot – einen weiteren Teil gewünscht hätten und meinen, mit »Shape of Water« nicht viel anfangen zu können. Denn mit einer minimalen Anpassung des Blickwinkels kann man »The Shape of Water« tatsächlich als »Abe Sapien«-Originstory interpretieren2.

Gelungenes Märchen ★★★★☆


  1. Titel-Trivia: »The Shape of Water« im Original, »Shape of Water« ohne »The«, dafür mit »Das Flüstern des Wassers« als Untertitel auf Deutsch. Meiner Meinung nach unnötig für einen Film, der ohnehin nur ein interessiertes Publikum anspricht. 
  2. Wobei ich mich hier nur auf das Filmuniversum beziehen kann, da ich die Comics nicht kenne. 

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