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Apple »Pencil« griffiger machen: FRTMA- (€ 13) vs. Kugelschreiber-Griff (€ 1)

4.9.2018·Kommentare:  0Retweets:  0 2

In meinem Apple-»Pencil«-Test habe ich die rutschige Oberfläche des Apple-Stifts kritisiert. Eine Schwäche, die findige Zubehörhersteller auf den Plan gerufen hat, welche speziell für den »Pencil« gemachte Gummihüllen um zweistellige Euro-Beträge anbieten. Ich kannte zwar bereits den Workaround von Lars Bobach (bzw. einem seiner Leser), mit dem man denselben Effekt um einen Euro erzielen kann. Dennoch dachte ich mir, egal, ich investiere nochmal 13 Euro in eine Hülle von FRTMA und bekomme dafür einen wirklich passenden Griff, der noch dazu magnetisch ist. Allerdings habe ich festgestellt, dass sich das aus mehreren Gründen nicht auszahlt.

FRTMA-Griff: billiges Material, zu lang

Auf den Produktfotos auf Amazon erkennt man es nicht, aber die Hülle von FRTMA ist nicht unbedingt hochwertiger als der Gummigriff eines ausgeschlachteten Billigkugelschreibers (in diesem Fall eines Papermate »InkJoy 300 RT«) – eher im Gegenteil: Die Hülle ist relativ dünn, auf der Rückseite ist eine durchgehende Schweißnaht zu sehen und die Zwischenräumene, zwischen den Magneten auf der dicken Seite (es sind mehere kleine Magneten »eingenäht«), wölben sich unschön. Und aufgrund des dünnen Silikons (?) ist der Griff nicht sehr verwindungsfest. Nichtsdestoweniger: Die Lösung funktioniert, lässt sich leicht anbringen und entfernen und ist eben magnetisch, um den »Pencil« am iPad zu fixieren. Sicher sind 13 Euro dafür viel zu teuer, dafür wird die Hülle in einer schicken Pipette mit Schraubverschluss geliefert (deren Materialwert wohl auch jenen des Griffs übersteigt).

Mein Hauptproblem mit dem Griff von FRTMA war allerdings, dass dieser länger als notwendig ist – mit 8 cm mehr als doppelt so lang wie der Griff des erwähnten »InkJoy 300 RT« mit 3,8 cm. Das stört, wenn man z.B. die »Slim Combo«-Tastatur von Logitech verwendet. Diese hat eine 8,2 cm lange Schlaufe aus Gummi zur Fixierung des »Pencils« (welcher, wenn wir schon dabei sind, 17,5 cm lang ist). Mit dem Griff von FRTMA passt dieser dann allerdings weder hinein, noch bieten die vom Griff nicht umschlossenen Enden genug Platz, um nur eine Hälfte des »Pencils« in die Schlaufe zu stecken (weil der »Pencil« dann weit über das Logitech-Cover hinausragt).

Alternative: Kugelschreiber um einen 1 Euro ausschlachten

Das hat mich im Endeeffekt doch zur der eingangs erwähnten Lösung bewogen, einen »Papermate InkJoy 300 RT« auszuschlachten. Interessanterweise kostet die von Lars Bobach verlinkte Viererpackung aktuell über 9 Euro. Das von Amazon ausgewiesene »neuere Modell«, ebenfalls eine Viererpackung (die es allerdings in viel mehr Farbkombinationen gibt) hingegen nur 4 Euro. Mit dieser klappt die Lösung natürlich genau so – und der verwendete Gummi fühlt sich sogar hochwertiger als der von FRTMA an!

Tipps

Fürs Zerlegen und Anbringen am »Pencil« zusätzlich zur Anleitung von Lars Bobach ein paar Tipps: Wer die Spitze des Kugelschreibers mit einer Kombizange festhält, kann den Griff viel leichter vom Kugelschreiber abziehen. Wer das nicht tut, muss ziemlich fest am Griff ziehen, was zur Überdehnung und Verformung führen kann. Zudem den Griff auf den, wie beschrieben mit etwas Spülmittel beträufelten, »Pencil« nicht ziehen, sondern kontinuierlich schieben.

Ihr erhaltet dann im Endeffekt eine Lösung, die bombenfest sitzt und wie als Zubehör für den »Pencil« gemacht aussieht. Der »Pencil« lässt sich damit noch dazu problemlos in die Halterung der »Slim Combo«-Tastatur schieben und ist super griffig – und ihr habt noch drei Ersatzgriffe parat. Wenn Papermate das herausfindet, und dafür müssten sie nur die Reviews auf Amazon lesen, die sich großteils darauf beziehen, den Kugelschreiber für den »Pencil« auszuschlachten, fangen sie sicher an statt 4 Kugelschreibern um 4 Euro, einen Gummigriff um 9,90 zu verkaufen. Bis dahin, zuschlagen!


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