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Worauf man beim Kauf einer günstigen Blue­tooth-Tas­ta­tur achten sollte

8.2.2019·Kommentare:  0Retweets:  0 2

Ich bin gerade dabei, mein Apple Wireless Keyboard (2007) nach einem Saftunfall zu reparieren (Post dazu folgt). In der Zwischenzeit habe ich aber auch Alternativen in Betracht gezogen, falls das Vorhaben scheitern sollte. Einige dieser Alternativen, wie z.B. günstige Bluetooth-Tastaturen in ähnlichem Stil, habe ich aus Neugier bereits vor einiger Zeit ausprobiert und bin dabei auf ein paar Tücken gestoßen, die nicht auf den ersten Blick erkennbar sind.

Arge Unterschiede beim Preis

Obwohl das Apple Wireless Keyboard neben dem Logitech K810/K811 mein absoluter Favorit unter bluetoothfähigen Tenkeyless-Tastaturen mit niedrigem Profil ist, habe ich vor einigen Jahren auch Billig-Tastaturen z.B. von Anker ausprobiert.

In meinem Fall konkret das Anker »Compact Wireless Bluetooth Keyboard«, das es allerdings nur mehr auf Amazon.com (und nicht .de) gibt.

Das größte Argument für solche Tastaturen ist meiner Meinung nach der Preis, denn während z.B. Apples Nobel-Tastatur bei 99 Euro startet, sind ähnlich aussehende Modelle von anderen Herstellern schon ab 15 Euro zu haben. Da hat mich natürlich interessiert, wie eklatant der Unterschied bei der Qualität wirklich ist.

Kaum Unterschiede in der Qualität

Überraschenderweise würde man, zumindest dem Anker-Modell, seinen günstigen Preis anhand der Verarbeitung und des Schreibgefühls nicht anmerken. Im Gegenteil: In einer alternativen Realität wäre es gar nicht so weit hergeholt, dass Apple das Modell von Anker um 99 Euro verkauft und umgekehrt.

No-go bei Billigmodellen

Das Problem liegt aber leider ganz woanders, nämlich beim Tastatur-Layout bzw. der Tastenbelegung. Die ist zwar z.B. auf Amazon bei fast allen Billigmodellen durchgängig mit Qwertz angegeben und was die Belegung an sich betrifft, stimmt das auch. Allerdings folgen diese Tastaturen meistens nicht dem Standard DIN 2137:2012-06 »T1«.

Was bedeutet das? Z und Y sind gemäß Qwertz zwar korrekt positioniert. Das physikalische Layout der Tastatur stammt aber nach wie von der Qwerty-Vorlage (auch bekannt als »ASCII Layout«). Heißt: Einzeilige Enter-Taste, lange linke Shift-Taste. Die Implikationen daraus machen für mich so gut wie alle Billigtastaturen leider unbrauchbar.

Wenn Hersteller für den weltweiten Vetrieb im Werk aber nur eine Hardware-Variante ordern müssen, die nur anders programmiert und beklebt wird, erklärt das (zumindest zu einem großen Teil) auch den niedrigen Preis.

Das Problem bei »Pseudo-Qwertz«-Layouts

Die einzeilige Enter-Taste erwische ich oft nur schwer und die Kombination Shift + # für ein einfaches Anführungszeichen (‘) mündet so oft in einem Zeilenumbruch, weil ich stattdessen Shift + Enter drücke. Wer abseits vom Verfassen von Texten auch programmiert, landet in der nächsten Falle, die sich aus der langen linken Shift-Taste ergibt.

Während in einem deutschen Layout die spitzen Klammern nämlich als eigene Taste rechts neben dem linken Shift platziert sind, gibt es diese Taste auf den »Pseudo-Qwertz«-Keyboards nicht. Die Hersteller gehen damit unterschiedlich um: Anker hat die spitzen Klammern auf die Y-Taste gelegt, welche dann mühsam mit Fn + Y (<) bzw. Fn + Shift + Y (<) eingegeben werden. Andere Hersteller (wie z.B. bei dieser Tastatur von CSL) legen die spitzen Klammern auf der Tastatur nach links oben auf die ^-Taste – marginal besser. Wer die Klammern aber an der Position eines Qwertz-Layouts gewohnt ist, für den sind beide Optionen inakzeptabel.

»Pseudo-Qwertz«: Oft schwer zu erkennen

Dazu kommt noch, dass auf Hersteller- bzw. Händlerwebsites oft nur die Qwerty-Variante gezeigt wird und man als Kunde nie weiß, ob die entsprechende Qwertz-Variante nun echt nur pseudo ist. Abhilfe schaffen hier oft Kundenbilder, wie z.B. auf Amazon – wenig überraschend haben aber so gut wie alle Billigtastaturen ein »Pseudo-Qwertz«-Layout.

Umgewöhnen?

Nun könnte man meinen, dass man sich in Anbetracht des günstigen Preises doch einfach umgewöhnen könnte. Nun, wer das tatsächlich kann, kann sich glücklich schätzen.

Ich kann es jedenfalls nicht, vor allem, weil man z.B. entweder im Büro oder zu Hause erst wieder eine echte Qwertz-Tastatur verwendet und erneut anders darauf tippen muss.

Fazit

Wer in eine Tastatur investiert und Wert auf ein echtes Qwertz-Layout legt, kommt nicht immer billig davon. Freilich gibt es auch günstige Qwertz-Tastaturen, wer aber wie ich eine kompakte Tenkeyless-Variante ohne Ziffernblock aber mit Bluetooth und zusätzlich zum Qwertz-Layout auch eine Mac-Tastenbelegung möchte, kommt um das Apple-Original nur schwer herum.


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