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WordPress: Was mich an Gutenberg am meisten stört

22.2.2019·Kommentare:  2Retweets:  0 1

Der neue WordPress-Editor Gutenberg wird seit seiner Einführung mit Version 5.0 kontrovers diskutiert. Klar ist, dass Gutenberg eine komplett andere Vision der Inhaltserstellung verfolgt, als der klassische Editor. Das kann, muss man aber nicht unbedingt gut finden und auch ich war anfangs diesbezüglich skeptisch.

Gutenberg hat Potenzial

Als ich mich aber in einem Gedankenexperiment von meiner – zugegeben ziemlich altmodischen1 – Art Blogposts zu schreiben gelöst hatte, strahlte die neue Art mit Blöcken auch einfach multimediale Inhalt einzubauen durchaus einen gewissen Reiz aus. Sicher bin ich mit meinen eher textlastigen Beiträgen nicht die Zielgruppe von Gutenberg, aber ich verstehe, dass das WordPress-Team hier mit der Zeit gehen muss.

Editor nicht mehr so robust

Das entschuldigt aber nicht die Tatsache, dass der Editor seit der Umstellung auf Gutenberg bei weitem nicht mehr so robust ist wie früher. Denn folgende Eigenheiten stören mich nach wie vor:

Eigenmächtige Code-Änderungen ·
Wenn ich etwas partout nicht leiden kann, dann wenn ein Editor eigenmächtig White-Spaces oder Leerzeilen entfernt (aktuell z.B. vor und nach <h2>) oder auch HTML-Kommentare nach Absätzen hinzufügt (beim Release von Gutenberg noch der Fall, mittlerweile aber entschärft).
»Eigene Felder« ·
Muss man zuerst mühsam manuell über recht gut versteckte Optionen wieder aktivieren (die hat Gutenberg einfach ausgeblendet) und erscheinen im klassischen Editor-Design wie ein Fremdkörper.
Schlagwörter ·
Deren Eingabe ist seit Gutenberg recht hakelig: Bei Bestätigung mit Enter verschwinden sie manchmal für ein paar Sekunden, ehe sie im Input-Feld wieder erscheinen, manchmal sind sie ganz weg.
Permalink ·
Irritierend ist nicht nur die Tatsache, dass das Input-Feld im Gegensatz zu früher HTML-Entities anzeigt (und nicht mehr automatisch herausfiltert) und Umlaute verstümmelt (aus ö wird einfach o), sondern auch, dass manuell eingegebene Wörter in manchen Fällen einfach wieder mit dem Standardwert, der aus dem Titel generiert wird überschrieben wird (was beim Einsatz von Caching-Plugins beim Veröffentlichen echt mühsam ist). Die Entities werden beim Veröffentlichen zwar entfernt, gemeinsam mit den restlichen Problemen aber nicht unbedingt vertrauenserweckend.
Titel ·
Ich kann es nicht gezielt reproduzieren, aber Änderungen im Titel werden machmal einfach rückgängig gemacht und der vorherige Titel angezeigt.
Veröffentlichen ·
Ist jetzt als Wizard mit zwei Schritten umgesetzt, finde ich umständlicher als vorher.
Code-Editor ·
Die Code-Ansicht (meine bevorzugte Einstellung) ist nun nicht mehr als gleichberechtigte Option realisiert, sondern als Sonder-Modus, in dem ständig »Code-Editor verlassen« über dem Editor angezeigt wird.
Beitrag ansehen ·
Nach dem Veröffentlichen erscheint der Link zum Beitrag nicht mehr mit position:fixed bzw. nicht mehr als »sticky«. Da ich viel mobil am iPhone editiere, muss ich nun nach jeder Änderung manuell nach oben zum Link scrollen. Update: Mit dem »Classic Editor«-Plugin springt die Seite nach oben, bilde mir aber ein, früher war der Link fix positioniert.
Speichern ·
Zwar nicht gezielt reproduzierbar, aber hin und wieder bleibt beim Speichern die blinkende Cloud-Animation in einer Dauerschleife hängen und man weiß nicht, ob die Änderungen übernommen wurden, zumindest als Revision erhalten bleiben oder man einfach die Seite aktualisieren kann.
UI-Probleme in Mobilansicht ·
Einige Einstellungen wie »Auszug« oder »Diskussion« können in der Mobilansicht nicht mehr bearbeitet werden, da sie dank Fixplatzierung von Browser-UI-Elementen überlagert werden.

Sensibleres Change-Management

Zudem war ich von der Art und Weise, wie Gutenberg ausgeliefert wurde nicht gerade begeistert. Denn ja, in der Community wurde im Vorfeld andauernd darüber diskutiert, aber die Eigenwahrnehmung der Präsenz dieser Diskussion war innerhalb der WordPress-Entwickler-Community sicher eine andere, als bei den Millionen WordPress-Usern da draußen. Am 6. Dezember 2018 war Gutenberg (und damit für viele ein komplett anderer Workflow) via Auto-Update plötzlich installiert und man konnte zunächst nichts dagegen tun. Bei einer derart großen Änderung wäre ein sensibleres Change-Management, indem man z.B. den Editor zwar ausliefert aber erst auf Nachfrage aktiviert, besser gewesen.

Fazit: »Classic Editor«-Plugin?

Meine Herangehensweise war ursprünglich, mich einfach an Gutenberg zu gewöhnen – denn auf lange Sicht wird man nicht darum herum kommen. Oben genannte Kritikpunkte stören mich aber nach mittlerweile drei Monaten noch immer. Und das so sehr, dass ich ernsthaft in Erwägung ziehe, das »Classic Editor«-Plugin zu installieren.


  1. Ich blogge seit 2000, HTML-Tags forever! 

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