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Kein macOS 11 Big Sur mehr für meinen Mac mini (Ende 2012) – was nun?

24.6.2020·Kommentare:  4Retweets:  0 1

Lange war es unklar, seit letztem Montag ist es traurige Gewissheit: Mein 2012er Mac mini bekommt im Herbst kein Update mehr auf die die neueste macOS-Version Big Sur1. Denn in der Liste unterstützter Macs findet sich mein mit über 7 Jahren am längsten genutzter Computer nicht mehr. Ein paar kurze Überlegungen, was das für meine Mac-Zukunft bedeutet.

14 Jahre Mac im Schnelldurchlauf

Auf den Mac umgestiegen bin ich, nach einer euphorischen Wartephase um den Intel-Umstieg abzuwarten, Mitte 2006 – auf ein MacBook. Diese Erfahrung war – gelinde gesagt – eine herbe Enttäuschung, denn von der Verarbeitungsqualität her war das MacBook einfach Schrott (es gibt wahrscheinlich nicht viele Firmen, die so eine Produkteinführung überstehen würden). Aber OS X war gut – und in vielerlei Hinsicht besser als Windows (z.B. indizierte Suche mit Spotlight, zuverlässige Bluetooth-Unterstützung, native Raid-Unterstützung und mit Aqua ein GUI, das jenem von Windows XP weit überlegen war). Und im Gegensatz zu letzterem gab es einfach viele liebevoll gemachte Apps von Indie-Developern (TextMate, Transmit etc.)

Bei aller Liebe zu OS X wollte ich mir so eine Anschaffung aber nicht erneut antun und entschied mich, fast schon absichtlich zynisch, für eine Produktkategorie, bei der ein Hersteller in der Massenproduktion möglichst wenig falsch machen kann: einen display-, tastatur- und laufwerkslosen Stand-PC – den Mac mini. Diesen nutze ich, von einem Festplattentausch abgesehen (und klassische HDDs sind mir seit 2003 noch bei jedem Rechner eingegangen), seit Anfang 2013 ohne Probleme bis heute.

Allerdings bei weitem nicht mehr so intensiv wie einst mein MacBook oder davor mein Acer TravelMate 800. Und das aus zwei Gründen: Erstens sank mit meinem Einstieg ins Berufsleben (Windows) die private Mac-Nutzung enorm, allein aus Zeitgründen. Und zweitens haben sich die übrige Zeit mobile Geräte wie Smartphones und Tablets einverleibt (z.B. beim Pendeln, wofür ich vor 2007 noch meinen Laptop verwendet hätte). Es stellt sich für mich also die Frage, wie sinnvoll ein Mac überhaupt noch ist (von einem teuren, hochgerüsteten ganz zu schweigen).

Apples Vintage-Status

Mir ist natürlich klar, dass Hersteller ihre Hardware nicht ewig unterstützen können. Apple bietet sogar ein entsprechendes Support-Dokument an, in dem sie ihre sogenannten abgekündigten Produkte auflisten. Oftmals sind Neuzugänge in diese Liste Apple-Newsportalen sogar eine Meldung wert. Für meinen Mac mini habe ich zwar keine konkrete Meldung gefunden, prinzipiell landet dort aber Hardware, die älter als ungefähr 7 Jahre ist. Offiziell sind es 5 Jahre »ab Einstellung des Produkts«, was beim Mac mini mit dem 2014er Nachfolger der Fall war. Folglich sollte der 2012er Mini seit Oktober 2019 »abgekündigt« sein.

Optionen

Mit der Vorstellung der neuen Mac-mini-Generation 2018 war für ich klar, dass ein simpler Umstieg aufs neue Modell keine klare Sache mehr ist: Minimalausstattung (Intel i3, 8 GB Ram, bis vor kurzem noch 128 GB SSD) um 900 Euro, dazu weder Ram noch Festplatte »user-replaceable« – für wen ist dieser Mac mini gedacht?

Kommen wir daher zu den Optionen, die ich aktuell sehe (bei den Mac-Optionen würde ich jeweils die ARM-Nachfolger in Betracht ziehen):

Aus jetziger Sicht scheint mir die letzte Option die plausibelste zu sein. Natürlich blutet mir, als jemand, der in der Software-Entwicklung arbeitet, das Herz, nicht auf die neueste, fortschrittlichste Version eines Softwareprodukts updaten zu können. In Anbetracht meines Nutzungsverhaltens ist es aber vor allem in Hinblick auf das Preis/Leistungsverhältnis die sinnvollste Option. Es stellt sich allerdings die Frage, wie lange man eine »alte« macOS-Version eigentlich verwenden sollte – Stichwort Sicherheitsupdates.

Wie lange kann/sollte man Catalina verwenden?

Erfahrungsgemäß versorgt Apple immer die letzten 3 Major-Releases mit Sicherheitsupdates. Wird der jährliche Release-Zyklus beibehalten, kann man davon ausgehen, dass Catalina bis Herbst 2022 Sicherheitsupdates erhält. Trotzdem sei angemerkt, dass es sich dabei nur um Erfahrungswerte handelt. Möglicherweise ist mit dem Umstieg auf ARM auch wieder alles anders – aber denken wir positiv.


  1. Interessanterweise wagt Apple bei der Versionsnummer einen Sprung, der fast größer anmutet, als jener von PowerPC- auf Intel-Prozessoren: Statt 10.16 verpasst man »Big Sur« nämlich einfach Nummer 11 – ein wahrer Quantensprung. Denn somit verabschiedet man sich auch marketingtechnisch von der das 21. Jahrhundert einläutenden OS-X-Ära, für das das vorangestellte »10.« 20 Jahre lang stand. 

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4 Kommentare

Hier (4) · Twitter (0) · Facebook (0)

#1 von Günnex am 5.12.2020, 19:58 Uhr

Hallo Benedikt, bin gerade auf Deine Seite gestoßen und bin vollkommen Deiner Meinung. Ich selbst habe einen Mac Mini Ende 2012 (i5, 8 GB Corsair Vengeance RAM, 500 GB Samsung SSD nachgerüstet), ein MacBook Air 2012 und was mir am meisten weh tut, einen iMac Ende 2013 (I7, 16 GB RAM, die damals größte Grafikkarte und von Apple verbaute 512 GB SSD). Alle diese Geräte, insbesondere der iMac würde sich mit Big Sur spielen. Wirklich schade, dass Apple diesen Schritt macht. Es gibt zwar anscheinend schon mehr oder weniger praktikable Lösungen, Big Sur trotzdem zum Laufen zu bringen, aber es stinkt mir einfach!
https://www.maclife.de/news/trick-macos-big-sur-aelteren-macs-laufen-kriegen-100117055.html

#2 von Benedikt am 6.12.2020, 21:40 Uhr

Hi Günnex, das ist in deinem Fall mit drei Macs natürlich besonders bitter, wenn – zumindest macOS-technisch – gleich alle auf einen Schlag zum alten Eisen gehören. Vor allem, wenn für einen selbst (und Big Sur) die Leistung noch bei weitem reichen würde. Dazu kommt noch, dass die neu vorgestellten M1-Macs eher Lückenbüßer-Charakter haben und damit auch das Argument, dass nach ein paar Jahren einfach mal ein Rechnerwechsel fällig ist, gerade jetzt nur schwer durchgeht.

Danke für den Link bezüglich der nicht mehr unterstützten Macs! Ich hatte mich damit schon ein bisschen befasst, aber für die Neuerungen in Big Sur ist mir der Aufwand und das Risiko zu hoch. Ich werde bis auf Weiteres auf Catalina bleiben und schauen, ob 2021 wieder revolutionärere Hardware-Designs von Apple kommen und dann einen Umstieg in Betracht ziehen.

#3 von goberlei am 14.12.2020, 16:51 Uhr

warum nicht einfach auf macOS Big Sur updaten:
https://setapp.com/de/so-gehts/macos-big-sur-probleme-und-loesungen
big-sur-micropatcher-main.zip auf github suchen
Mein MacMini (Ende 2012) fühlt sich sehr wohl mit macOS Big Sur, auch meine Schätzchen-Apps laufen ebenfalls hervorragend, viel Spaß dabei….

#4 von Benedikt am 14.12.2020, 19:37 Uhr

Danke für den Tipp und die Schilderung deiner Erfahrungen damit! Klingt nach einer ähnlichen Lösung wie von Günnex oben beschrieben und wird auch im diesbezüglichen Ratgeber der Macwelt erwähnt (der ursprüngliche Patcher von ParrotGeek aus dem MacLife-Artikel wird anscheinend nicht mehr weiterentwickelt).

Das ist sicher eine Alternative, aber man ist für die Erstinstallation halt von solchen Tools abhängig und man weiß nie, ob nicht das nächste macOS-Update irgendwelche Probleme mit sich bringt. Das muss natürlich jeder selber für sich abschätzen. Mir wäre das für den täglichen Betrieb zu mühsam (ich habe außerdem nur diesen einen Mac) und die Verbesserungen in Big Sur, sofern sie mein 2012er Mac mini überhaupt nutzen könnte, gar nicht wert.

Bis es einen »umsteigenswerten« M1-Mac gibt werde ich weiter Catalina verwenden – und das Traurigste daran ist eigentlich der Umstand, dass sich bei der klassischen Desktop-OS-Entwicklung (sei es jetzt Windows oder macOS) von Jahr zu Jahr aus Endbenutzersicht gar nicht mehr so viel tut (hat man z.B. auch bei Mojave sehr schön gesehen) und es wohl gar keinen so großen Unterschied macht.

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