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Firefox für Android jetzt mit integriertem 3rd-Party-Tracking

24.9.2020·Kommentare:  0Retweets:  0 1

Dachte ich vor kurzem noch, das Fehlen von Tabs wäre speziell auf Android-Tablets ein großes Manko, wies mich Leser Stefan in den Kommentaren noch auf ein weiteres neues »Feature« hin, nämlich, dass ab Firefox 79 für Android ein 3rd-Party-Tracker für Marketing-Zwecke integriert ist. Ohne zu sensationslüstern klingen zu wollen, scheint mir diese Neuerung aus einigen Gründen doch eine Erwähnung wert.

Zunächst konnte ich das nämlich als langjähriger Firefox-Fan auch nicht recht glauben, aber es gibt die Option unter …

Einstellungen → Datenerhebung → Marketing-Daten

… tatsächlich. Übermittelt werden die Daten an den Anbieter Leanplum.

Standardmäßig aktiviert?

Unklar ist, ob diese Einstellung von Haus aus aktiv ist oder nicht. In meinem Firefox (Galaxy Tab S5e mit Android 10) war die Einstellung deaktiviert, bei Leser Stefan aktiviert und im entsprechenden Thread auf Golem.de gibt es unterschiedliche Erfahrungen.

Ob dies mit restriktiv getroffenen Datenschutzeinstellungen eventuell installierter Vorgängerversionen zusammenhängt oder mit Regions- oder Spracheinstellungen zusammenhängt, die Mozilla zur Interpretation der landesspezifischen Datenschutzgesetzgebung heranzieht, ist nicht klar. Es zahlt sich aber auf jeden Fall aus, einen Blick auf die Einstellungen zu werfen, sollte man erst kürzlich auf Firefox 79 aktualisiert haben.

Neu ist dieses Feature übrigens nicht. In der seit längerem als »Firefox Preview« vertriebenen Version des Browsers ist dieses Tracking schon länger implementiert. Neu ist nur, dass diese Version nun seit einigen Tagen als neue stabile Version an alle Benutzer ausgeliefert wird (und die »Preview«-Version in »Nightly« umbenannt wurde). Es dürfte sich dabei um einen größeren Sprung handeln (die Versionsnummer schnellte von 68 auf 79), der vor allem das komplett neue Design (ohne Tabs, ähem) der Preview-Version übernimmt.

Was wird gesammelt?

Mozilla selbst gibt sich bezüglich der gesammelten Daten recht transparent. Abgesehen von einer transparenten Ankündigung des Trackings an sich, versteht sich. Verlinkt wird zudem für iOS und Android getrennt, was genau gesammelt wird.

Während hier anscheinend keine hochsensiblen Daten gesammelt werden, wirft die Implementierung, vor allem die Unterschiede zwischen Desktop-, iOS- und Android-Version dann doch eine Fragen auf. Zum Beispiel, warum Mozilla den Punkt in Android explizit »Marketing-Daten« nennt, wenn anscheinend nur Nutzungsstatistiken gesammelt werden.

Und was ist mit der iOS-Version?

In iOS (dort steht die Versionsnummer des Browsers erst bei 28) werden anscheinend genau die gleichen Daten gesammelt, obwohl der Punkt dort »Nutzungsstatistiken« heißt. Bei mir war dieser am iPad übrigens standardmäßig aktiviert. Den Tracker gibt es in iOS interessanterweise schon seit Ewigkeiten, nämlich seit Mitte 2017 mit Version 8.

Was meint ihr?

Was mein ihr? Ist der Einsatz von Leanplum ein legitimes Mittel um das derzeit ohnehin strauchelnde Unternehmen wieder auf Kurs zu bringen oder ein Trade-off, der Mozillas Image als Datenschutz respektierende Alternative unnötig beschädigt? Auf Feedback dazu freue ich mich in den Kommentaren!


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