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Bye-bye, Flickr Pro: Ein feiner Dienst, den ich einfach nicht (mehr) genutzt habe

14.2.2022·Kommentare:  2Retweets:  0 0

Ich nutze Flickr schon sehr lang. Es ist vermutlich sogar der erste digitale Dienst, den ich jemals gegen Bezahlung abonniert habe (und als zahlender Nutzer konnte man seinen Besuchern damals auch die Anzeige von Werbung ersparen). 2006 war das spannend, weil das Konzept, Fotos auf einer öffentlich zugänglichen Plattform zu teilen, noch relativ neu war.

Was an Flickr spannend war

Ich würde sogar so weit gehen, zu sagen, dass Digitalkameras zu der Zeit noch keineswegs Standard waren – von Handy-Kameras (und Smartphones im Allgemeinen) ganz zu schweigen. Der fließende Übergang zu genau diesem Aspekt, der Aufstieg der Handy-Fotografie, hielt mich weiter bei der Stange: Gute Fotos mit einem Handy zu machen und herzuzeigen war eine motivierende Herausforderung.

Als ich 2010 endlich mein Nokia N81 in den Händen hielt, machte ich mich damit spontan auf einen ausgedehnten Spaziergang durch Wien auf, um zu schauen, was das Ding kann (und schoss z.B. dieses schöne Foto vom Urban-Loritz-Platz in der Dämmerung und etwas später noch einmal eins mit leuchtenden Schneeflocken im Schneetreiben).

Umstände ändern sich

Man merkt auch: Das war freilich zu einer Zeit, wo das noch ging. Nicht zwangsweise wegen der aktuellen Pandemie, sondern weil ich die Zeit hatte. Oder formulieren wir es anders: Weil ich mir die Zeit dafür genommen habe. Je weiter sich die Kameratechnologie in Handys entwickelt hat, desto weniger spannender wurde die Herausforderung. Ich glaube, ich mache noch immer gleich viele Fotos (viel zu viele). Im Urlaub beispielsweise oder auf Konzerten, sogar im Alltag.

Ich suche dann aber nicht mehr das beste Foto heraus und bearbeite es bis zur Perfektion um es danach auf Flickr zu teilen.

Heutzutage suche ich schnell eines aus wo alle »g’scheit dreinschauen« um es als digitale Erinnerungspostkarte vom Familienurlaub via WhatsApp (ja, ich weiß) an die Großeltern zu schicken. Immerhin kann ich mir zugutehalten, nicht dem Instagram-Filterwahn verfallen zu sein … 🙂

Jedenfalls ging es mir in den letzten Jahren immer gleich: Irgendwann im Frühjahr flatterte die Verlängerungsbestätigung von Flickr in meinen Posteingang, ich habe mir kurz gedacht, »brauch ich das noch?«, nur um es kurz danach zu vergessen. In dem Sinne, danke Robert, für den Reminder – ich habe jetzt, nach über 15 Jahren als zahlender Kunde, meine Pro-Mitgliedschaft – wehmütig, aber bestimmt – storniert.

💡 Tipp:
Wie ihr vorher alle Fotos schnell & einfach herunterladen könnt (im kostenlosen Tier sind nur maximal 1.000 Fotos möglich), beschreibe ich in diesem Post.

Flickr ist sein Geld wert (wenn man es nutzt)

Dass sich der Preis für ein Zweijahresabo mit der Übernahme durch SmugMug von 45 US-Dollar auf über 90 Euro mehr als verdoppelt hat, spielt für mich übrigens nur eine untergeordnete Rolle (bei Robert waren es sogar schon 140 Euro). Ich hätte auch beim alten Preis gekündigt. Dass ein neuer Unternehmer bei Flickr klar Schiff macht und die Preise auf ein nachhaltiges Niveau erhöht, begrüße ich sogar.

Vergessen hatte ich, dass ich 2020 eine Preisaktion in Anspruch genommen hatte, als SmugMug den Bezahldienstleister wechselte. Mein Pro-Abo läuft also trotz Kündigung noch bis 31. März 2023. Die Kündigung war also nicht so dringend, wie ich heute Früh nach Roberts Tweet noch dachte.

Nicht falsch verstehen: Selbst, wenn Flickr in den letzten Jahren nicht mehr en vogue war und in vielen Aspekten von der Konkurrenz links und rechts überholt wurde: Wer gerne Fotos macht, für den können sich die rund 45 Euro im Jahr schon lohnen. Ähnliche Summen zahle ich z.B. auch für meine Domain und Webspace, um mein Blog zu betreiben – weil es mir das wert ist. Flickr Pro gehört da für mich persönlich halt nicht mehr dazu (mein kostenloses Konto werde ich vorläufig behalten).

Was meint ihr?

Seid oder wart ihr auch Flickr-Pro-User? Warum seid ihr es noch oder nicht mehr? Über euer Feedback dazu freue ich mich wie immer in den Kommentaren!


  1. Es hatte so eine Probleme, aber von der Kamera war ich begeistert. 

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2 Kommentare

Hier (2) · Twitter (0) · Facebook (0)

#1 von Bernhard am 15.2.2022, 15:37 Uhr

Mein Pro Abo hab ich einerseits aus Gewohnheit verlängert, andererseits aus Nostalgie und Idealismus – während man anderswo durch Algorithmen die Verweildauer erhöht und noch ein paar mehr Ad Impressions rausquetscht, ist Flickr ein Produkt dessen Seele noch nicht diesem Geist verfallen ist.

Leider sind viele meiner Flickr Freunde mit denen ich auf der Platform interagiert habe weitergezogen. Lustig waren die zufälligen Begegnungen mit ihnen im echten Leben – „He du bist doch Username? Hallo!”

Wahrscheinlich wird sich mein Abo dann im August von mir unbemerkt verlängern 😉

#2 von Benedikt am 17.2.2022, 11:47 Uhr

Mir ging es mit der Verlängerung aus Gewohnheit die letzten 7 bis 8 Jahre genau gleich. Wirklich gestört hat mich, dass es sehr lange kein Responsive-Layout gab und die Mobilversion nicht voll funktionsfähig war. Als Windows-10-Mobil-User war man dann aufgeschmissen (man konnte nichts uploaden).

Instagram (und Co.?) sehe ich da auch nicht als Alternativen und kurz aufflackernde (zumindest aus meiner Sicht) Hypes wie Glass nutzte ich dann auch nicht wirklich.

Die Sache mit IRL-Begegnungen finde ich cool, ist mir aber leider selbst nie passiert. Dass die eigene »Bubble« nicht mehr so aktiv ist wie in den Anfangsjahren ist bei mir aber genau so.

Genau die unbemerkte, automatische Verlängerung hat mich dann eben mangels Nutzung so gestört, dass ich heuer die Reißleine gezogen hab. Gratisversion behalte ich und hab mit dem 1.000er-Limit derweil kein Problem – und ein »Pro« kann ich ja jederzeit wieder werden. 🙂

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