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Kritik: »The Terminal List« – kurzweilig, trotz »neumodischer« Härte und Brutalität

Spoilerfrei·4.0 / 5Sterne·25.7.2022·Kommentare:  0

Nach »The Terminal List« (aktuell auf Amazon Prime, mit Chris Pratt in der Hauptrolle), wäre ich fast geneigt zu sagen, dass man bei Streaming-Diensten aktuell merkt, ob einer Serie eine Romanvorlage zugrunde liegt oder nicht. Denn die Story in dem achtteiligen Rache- und Verschwörungsthriller ist spannend und kurzweilig, auch wenn der Trailer vielleicht etwas diffus rüberkam.

Allerdings gibt es natürlich in beiden Fällen Gegenbeispiele: So liegt »Star Trek: Picard« keine literarische Vorlage zugrunde und ist, insbesondere ab Mitte der 2. Season katastrophal schlecht geschrieben. »For All Mankind« ist mit derselben Ausgangssituation dafür relativ gut geschrieben (von den recht konstruierten persönlichen Problemen weißer Männer in den 1960ern einmal abgesehen, aber das ist eine andere Geschichte für einen anderen Post 😉).

Zurück zu »The Terminal List«. Ohne zu viel verraten zu wollen, geht Chris Pratt alias James Reece in dieser Serie auf Rachefeldzug und deckt dabei eine Verschwörung auf, durch die seine Seals-Einheit in eine verheerenden Hinterhalt gelockt wurde. Gleich zu Beginn passiert auch noch ein anderer Auslöser für Reeces Rachefeldzug, der diesen dabei umso brutaler vorgehen lässt. Das erinnert auch ein wenig an die Serienadaption von »Jack Reacher« (auch Amazon Prime): ebenfalls unterhaltsam, im krassen Gegensatz zu »The Termninal List« mit locker-leichtem 80s-Charme, aber eben genauso brutal.

Müsste ich ehrlich gesagt nicht haben, aber, ganz zynisch formuliert, die Analysten bei Amazon werden schon wissen, welche Produktionen sie ordern. Auch der »House of Cards«- bzw. »Dexter«-Faktor spielt hier ein wenig mit: Denn, eines ist ganz klar, unser Protagonist geht hier eiskalt auf Rachefeldzug und begeht dabei im Namen der Selbstjustiz schon den einen oder anderen Mord. Früher hätt’s das nicht gegeben, heutzutage sind solche Hauptfiguren salonfähig.

Von der Story her ist »The Terminal List« kurzweilig und treibt die Handlung in ausreichendem Tempo voran, ohne sich zu sehr in den persönlichen Ebenen der Charaktere zu verlieren (auch ein kleines Problem bei »For All Mankind«, wie ich finde). Und das sogar trotz nicht gerade weniger Flashbacks von Reece, was ich normalerweise extrem nervig finde, hier aber immer ausreichend schnell abgehandelt wird.

Unterm Strich eine empfehlenswerte Thriller-Serie im Armee-/Regierungs-Milieu, die spannend und recht kurzweilig daherkommt – trotz »neumodischer« Härte und Brutalität. Wer auf Letzteres gerne verzichten möchte, dem kann ich übrigens die Serie »Slow Horses – Ein Fall für Jackson Lamb« (Apple TV+) empfehlen, die mit 6 Folgen noch kompakter (und storytechnisch noch fokussierter) ist und die mich nicht zuletzt auch wegen des Humors vollständig überzeugt hat – in einem, wenn schon nicht gleichem, dafür artverwandtem Setting wie »The Terminal List«.

★★★★☆


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