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Sony WF-1000XM4 vs. Sennheiser Momentum True Wireless 3

23.1.2023·Kommentare:  0Retweets:  0 2

Die Sony WF-1000XM4 nutze ich seit rund 18 Monaten (siehe meinen Test), aber auch die Sennheiser Momentum True Wireless 3 (MTW3) konnte ich vor Kurzem testen. Beide erhielten von mir dieselbe Wertung. Was aber, wenn man sich für einen der beiden True-Wireless-Ohrhörer entscheiden müsste? Wer aktuell vor dieser Entscheidung steht, für den vergleiche ich in diesem Post die wichtigsten Eckdaten & Features (und versuche mehr als nur ein fades »Kommt drauf an« zu liefern 😉).

Ohrhörergrößen der Sony WF-1000XM4 und Sennheiser Momentum True Wireless 3 im Vergleich.
Zumindest bei der Größe kein Fotofinish: Die Momentum True Wireless 3 sind merklich kleiner (trotz hier montierter größter Ohrfinne, die fast nicht auffällt).

Case: Sony (Sony 1 : 0 Sennheiser)

Beginnen wir beim Case, das bei den Sony WF-1000XM4 trotz größerer Ohrhörer kompakter ist und für mich genau den Unterschied zwischen hosentaschentauglich (Sony) und nicht hosentaschentauglich (Sennheiser) ausmacht. Bzgl. Akku folgt weiter unten ein eigener Vergleich, Sonys Case liefert bis zu 24 Stunden zusätzliche Spielzeit, das von Sennheiser 21 Stunden. Das Sennheiser-Case ist keineswegs schlecht, das von Sony aber besser.

Ohrstöpsel: Unentschieden (Sony 1 : 0 Sennheiser)

Sony liefert zwar die bequemeren, aus Polyurethan-Schaumstoff bestehenden und damit flexibleren sowie besser abdichtenden Stöpsel-Paare mit und Sennheiser »nur« die klassischen Silikonstöpsel (dafür in 4 statt 3 Größen). Erstere sind dafür Verschleißteile und gar nicht so leicht zu bekommen. Und bei Sennheiser gibt es zusätzliche Ohrfinnen zur Absicherung beim Sport. Aufsätze von Comply Foam kann man sich zudem für beide Modelle nachkaufen.

Größe/Komfort: Sennheiser (Sony 1 : 1 Sennheiser)

Die Sony WF-1000XM4 waren Mitte 2021 ein Alleskönner-Kraftpaket, das aber seinen Preis hatte: Die Ohrhörer fielen recht groß aus. Sie passen zwar schon in meine Ohrmuscheln, die Sennheiser Momentum True Wireless 3 sind aber merklich kompakter und bequemer.

App: Sony (Sony 2 : 1 Sennheiser)

Beide Modelle haben appspezifische Features, die Sony-App bietet aber mehr Einstellungen (so z.B. 5 Bänder beim Equalizer anstatt den 3 von Sennheiser) und hat weniger Glitches (Details siehe meinen Momentum-Test). Sennheisers App scheint dafür eine native iOS-App zu sein, trotzdem läuft sie nicht so smooth wie man es erwartet. Sonys App ist sofort als Javascript-artige App zu erkennen, die aber funktioniert und stabil läuft.

Mikrofon: Sennheiser (Sony 2 : 2 Sennheiser)

Obwohl die Sony WF-1000XM4 vollgepackt mit Features waren, so musste man beim Mikrofon deutliche Abstriche machen (das war zu der Zeit meinem Gefühl nach bei allen True-Wireless-Ohrhörern so). Das Mikrofon der Sennheiser Momentum True Wireless 3 macht deutlich bessere Aufnahmen.

Akku: Sony (Sony 3 : 2 Sennheiser)

Ich habe es in meinem Testbericht erwähnt, viele andere sind interessanterweise nicht darauf eingegangen: Die 7 Stunden Spielzeit für die Sennheiser Momentum True Wireless 3 gelten ohne ANC. Mit ANC sind es 6½ Stunden. Die Sony WF-1000XM4 schaffen ohne ANC bis zu 12 Stunden, mit ANC 8 Stunden, wesentlich bessere Werte.

ANC: Sony (Sony 4 : 2 Sennheiser)

In meinem Cleanmaxx-Test der beiden Modelle (der Cleanmaxx ist ein Hemdenbläser für Bügelfaule 😄) schnitten die Sonys besser ab, weil auch höhere Frequenzen herausgefiltert wurden. Das wohl auch (aber nicht nur), weil Schaumstoff-Stöpsel besser abdichten.

Touch: Unentschieden (Sony 4 : 2 Sennheiser)

Vor meinem Test der Sennheiser Momentum True Wireless 3 hatte ich angenommen, dass die Touchoberflächen der Sony WF-1000XM4, wegen Größe und Beschichtung, unerreicht bleiben würden. Und weil die Reaktionsfähigkeit der Sennheiser Momentum True Wireless 1 (2018 erschienen) sehr zu wünschen übrig ließ. Zu meiner Verwunderung funktionieren die Touchoberflächen der Sennheiser Momentum True Wireless 3 aber genauso gut.

Bluetooth: Sennheiser (Sony 4 : 3 Sennheiser)

Hier wird’s interessant. Zum Marktstart boten weder die Sonys nicht die Sennheiser Multipoint. Bei Sennheiser wurde dieses Feature Anfang Oktober mit einem Firmware-Upgrade nachgereicht. Allerdings hat auch Sony ein entsprechendes Update für die WF-1000XM4 für den Winter 22/23 angekündigt, das aber noch nicht erschienen ist. Ich trenne hier mal strikt zwischen persönlicher Präferenz und dem, was für viele User:innen vermutlich nützlicher ist. Denn Sonys Feature, sich smooth mit jedem Gerät verbinden zu können, ohne, dass man die vorherige Verbindung trennen muss, ist für mein Anwendungsszenario viel nützlicher als Multipoint. Sennheisers Verbindungsmanagement lässt das zwar nicht zu, man muss die vorherige Verbindung zuerst kappen. Aktuell geht der Sieg wegen Multipoint aber dennoch an Sennheiser. Wenn Sony liefert, wird daraus ein Unentschieden (mit leichtem Vorteil für Sony wegen des einfacheren Verbindungswechsels).

Klang: Unentschieden (Sony 4 : 3 Sennheiser)

Sony und Sennheiser haben eine recht unterschiedliche Klangsignatur, beide klingen aber gut bis sehr gut. Sennheiser hat halt eine sehr ausgewogene, wirklich schöne Klangsignatur mit toller Dynamik. Sony kann halt Bass – und zwar ohne, dass die Details oder Mitten und Höhen leiden. Die Sennheiser-Signatur gefällt mir vielleicht um ein Eitzerl besser, habe aber auch die Sony-Signatur lieben gelernt. Falsch machen kann man hier mit beiden nichts.

Zusammengefasst

Vor meinem Fazit vielleicht noch eine Tabelle für den Schnelldurchlauf. Es gibt Dinge, auf die ich nicht eingegangen bin, so haben beide ein IPX4-Rating und eigenen sich gut für Sport (ich habe mit beiden problemlos meine Laufrunden absolviert). Sony bietet mit 360-Reality-Audio ein (aus meiner Sicht verzichtbares) Feature, aber auch Speak-to-Chat (Wiedergabe pausiert, wenn man zu sprechen beginnt – oder niesen und husten 😆), das Sennheiser nicht hat und im Alltag bzw. Großraumbüro praktisch sein kann. Auch bei den Codecs nehmen sich beide nicht viel: Der am Papier bessere LDAC der WF-1000XM4 ist seit Android 8 immer dabei, Sennheiser braucht sich mit aptX Adaptive aber nicht zu verstecken – sind beide Highend.

Spec Sony WF-1000XM4 Sennheiser MTW3
IP-Zertifizierung IPX4 [?] IPX4 [?]
Case (Leergewicht) 40 g 66 g
Case (Abmessungen H×B×T) 40 × 67 × 30 mm (Quelle) 35 × 70 × 45 mm (Quelle)
Akku (Ohrhörer) 8/12 (mit/ohne ANC) 6½/7 (mit/ohne ANC)
Akku (Case) + 24 Stunden + 21 Stunden
Aufsätze (Stöpsel) 3 Paar aus Polyurethan-Schaumstoff 4 Paar aus Silikon + 3 Paar Ohrfinnen
Gewicht pro Hörer 7 g 5,8 g
Treiber 6 mm 7 mm
Codecs SBC, AAC, LDAC SBC, AAC, aptX, aptX Adaptive
Multipoint Nein (angekündigt) Ja (nachgeliefert)
Equalizer 5 Bänder 3 Bänder

Fazit: Einfach Sony nehmen? Jein.

Müsste man also rein nach Punkten Sony nehmen, noch dazu, wenn Multipoint nachgeliefert wird? Jein. Denn es kann natürlich sein, dass bestimmte Punkte für euch wichtiger oder weniger wichtig sind. Die Größe bzw. der Komfort ist schon sehr, sehr wichtig und da muss Sony bei den WF-1000XM5 nachbessern, die müssen kleiner werden. Apropos: Auch der Zeitpunkt der Veröffentlichung spielt eine Rolle. Die Sennheiser sind erst Mitte 2022 erschienen, ich gehe (ohne jegliches Insiderwissen) davon aus, dass ein Nachfolger hier nicht vor 2024 erschienen wird. Die Sonys sind schon ein Jahr länger auf dem Markt und bekommen (wieder reine Vermutung meinerseits) ihren Nachfolger schon heuer im Sommer.

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Eure Meinung

Habt ihr noch Fragen, eines der beiden Modelle oder gar beide? Seid ihr gleicher oder anderer Meinung? Über euer Feedback freue ich mich wie immer in den Kommentaren!


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