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Test: Skullcandy Mod – Multipoint, guter Sound & günstig

4.0 / 5Sterne·9.3.2023·Kommentare:  0Retweets:  0 1

Ich war damals von den Skullcandy Dime (Test) ziemlich angetan und habe seitdem immer wieder einen Blick auf das Skullcandy-Sortiment geworfen, ob da nicht wieder interessante True-Wireless-Ohrhörer dabei sind. In meinem Test der Skullcandy Mod kläre ich, ob es sich dabei um würdige Skullcandy-Vertreter handelt und wie sie sich für eine UVP von 60 Euro schlagen.

Enthält mit * gekennzeichnete Affiliate-Links. Für Käufe über diese Links bei Amazon erhalte ich eine Provision.

Links die Verpackung der Skullcandy Mod. Rechts das Case und beide Hörer.
Skullcandys flashige Verpackung könnte kleiner sein, das Case ist haptisch gut, die Ohrhörer sehr kompakt.

Auf einen Blick

Bevor wir auf die einzelnen Punkte eingehen, ein kurzer Überblick, was die Skullcandy Mod* besonders gut können und was eher nicht. Die Pfeile führen zur jeweiligen Stelle im Test.

  • + Multipoint [→]
  • + Hardware-Equalizer [→]
  • + Konfigurierbare Buttons [→]
  • + Gutes Mikrofon [→]
  • – Schwergängige Buttons [→]
  • – Comply-Foam-inkompatibel (?) [→]

In der Packung

In der Packung befindet sie das Ladcase mit dem linken und rechten Mod-Ohrhörer. Montiert sind die mittleren Silikon-Aufsätze, eine kleinere und eine größere Größe sind als Zubehör enthalten. Ebenso ein winzig-kurzes USB-A-auf-USB-C-Kabel, bei dem der A-Teil »seitenunabhängig« in einen USB-Port gesteckt werden kann. Den Trick hatte Skullcandy schon bei Modellen wie den Dime auf Lager, hier aber nun endlich mit USB-C am anderen Ende. Die Verpackung ist relativ klein, vor allem im Vergleich zu den teils absurd großen Würfelboxen diverser Sesh-Editions. Eine Spur kleiner ginge es aber noch und das billige Kunststoff-Inlay muss echt nicht mehr sein. Sogar bei den älteren Sesh Evo ANC war das schon aus Karton.

Specs mit Überraschungen

Die Specs lesen sich, bis auf eine entscheidende Sache, recht unspannend:

Akkus im Detail

Zu den angegeben Akkulaufzeiten sei noch erwähnt, dass das Case via USB-C in 2 Stunden voll geladen ist, die Ohrhörer in 45 Minuten (Quelle). Es gibt zudem Fast Charging: 10-minütiges Laden des Cases verschafft euch 2 Stunden Spielzeit, 10 Minuten die Ohrhörer ins Case legen ebenfalls 2 Stunden. Beide Werte gelten logischerweise für (annähernd) leergesaugte Akkus.

Mod, Sesh, Grind – alles das Gleiche?

Im Gegensatz zur Sesh-Reihe, die ich mir auch angesehen habe (dazu später einmal mehr), wirken die Mod viel moderner. Einerseits gefällt mir das Case inklusive Klappmechanismus viel besser und die Ohrhörer sind viel kleiner (siehe auch letztes Foto). Das sollte man vielleicht extra erwähnen: Wer sich auf der Skullcandy-Website umsieht, könnte den Eindruck gewinnen, dass hier die selbe Hardware mit verschiedenen Farben und unterschiedlichen Software-Features verkauft wird. Dem ist aber nicht so.

Links der komplette Lieferumg: Case, Ladekabel, 1 Paar Silikonaufsatz Small, 1 Paar Silikonaufsatz Larg, beide Hörer mit Silikonaufsatz Medium. Rechts der linke Hörer in Großaufnahme.
Standardverpackungsinhalt. Die Äußere Form des Hörers für Skullcandy typisch als Oval.

Modernes Case mit guter Haptik

Das Case ist auch besser als jenes der Sesh (Evo) und Sesh Evo ANC: Über die Form mag man streiten können, das Case der Mod ist aber vom Volumen her etwas kleiner als jenes der Sesh-Reihe. Es hat zudem im Deckel eine kleine Wulst, mit der sich dieses leichter öffnen lässt. Aufgrund des Hochformats kann man das Case der Mod auch mit nur einer Hand öffnen. Dass der Deckel so weit aufklappbar ist und auch auf halbem Öffnungsweg einen Widerstand hat, habe ich zunächst nicht verstanden. Das dürfte allerdings rein dem Umstand geschuldet sein, dass das Scharnier zweistufig ist, vermutlich um den weiten Öffnungswinkel zu ermöglichen. Gut ist auch, dass das Case, ganz geöffnet auf einem Tisch liegend, die einfache Entnahme der Ohrhörer erlaubt.

Größe und Form tragen übrigens zum Fidget-Faktor bei: Man kann das Case in einer Hand wie Seife rotieren und auf- und zuklappen.

Killerfeatures: Multipoint & App

Strenggenommen kommen die Mod mit drei Killerfeatures für diese Preisklasse:

  1. Multipoint: Man kann die Mod mit zwei Geräten gleichzeitig verbinden und so z.B. am Laptop Musik hören und gleichzeitig mit dem Smartphone für Anrufe verbunden sein. Kommt ein Anruf rein, stoppt die Musik und ihr hört das Klingeln des Telefons. Ist das Telefonat vorbei, spielt die Musik weiter, ohne mühsam die Verbindung zum Laptop neu herstellen müssen.
  2. Die App: Die ist nicht nur schön und aufgeräumt, sondern bietet einerseits einen frei konfigurierbaren Hardware-Equalizer (inklusive einiger Presets für Film und Podcasts). Sprich, seid ihr mit Spotify am Windows-Laptop verbunden und hört dort Musik, ändert aber am iPhone in der App den Equalizer, wirkt sich das auch auf Spotify in Windows aus.

Und, um dem Namen Mod (für Modification) gerecht zu werden, gibt es andererseits die Möglichkeit, den Button links und rechts frei zu konfigurieren.

Wobei man bei Letzterem die Kirche im Dorf lassen muss. Ja, man kann so gut wie alles einstellen, aber so viel können die Mod natürlich auch wieder nicht. Play, Pause, Lauter, Leiser, Vorwärts, Rückwärts, »Stay Aware« ein oder aus – so Dinge halt. Dazu kommt das Problem, dass die physikalischen Buttons etwas schwergängig sind.

App-Screenshots: Startscreen, Equalizer, Tastenkonfiguration, Tastenkonfiguration mit Auswahl der möglichen Aktionen.
Die aufgeräumte & schöne App bietet u.a. einen 5-Band-EQ und die Möglichkeit, die Tasten frei zu belegen.

Bragi?

Ich würde ja fast drauf wetten, dass das Button-Design aus der Kooperation mit Bragi kommt. Dem einstigen Start-up aus München, das 2014 mit den allerersten True-Wirless-Ohrhörern The Dash für Furore und die True-Wireless-Geburtsstunde sorgte. Die sind nämlich Mitte 2021 eine Partnerschaft mit Skullcandy eingegangen und liefert mit Skull-iQ etc. Technologie und dergleichen.

Schwergängige Buttons

Jedenfalls drücken sich die Tasten fast 1:1 so wie damals auf Bragis »The Headphone«. Die Fläche zum Drücken geht zwar bei den Mod über den ganzen Ohrhörer, aber sie erfordern sie viel Kraft wie besagte Folienknöpfe. Der Trick ist, den Ohrhörer an der Unterseite mit dem Daumen zu stützen und mit dem Zeigefinder zu drücken. Und das eher oben, sodass man den Hörer nicht tiefer in den Gehörgang schiebt, sondern gegen die Ohrmuschel drückt. Aber ja, die Buttons der Sesh und Sesh Evo ANC lassen sich merklich leichter drücken, die der Sony WF-C500 auch.

Guter Sound für die Preisklasse

Im Gegensatz zu den Sesh sind die Mod wie gesagt nicht nur viel kleiner und bequemer, sondern liefern auch den besseren, klareren Sound. Ja, die Sesh Evo ANC haben z.B. brummigeren Bass, den man bei den Mod auch nicht via Equalizer erreichen kann.

Das Klangbild ist aber über das ganze Spektrum, vor allem in den Höhen viel stabiler und viel angenehmer zu hören. Die Höhen sind nicht mehr ganz so beißend, bei den Mitten bleiben auch mehr Details erhalten und man kann sich auf diese auch besser konzentrieren.

An den Klang von Top-Modellen wie jenen der Sennheiser Momentum True Wireless 3 oder den Sony WF-1000XM4 kommen die Mod natürlich nicht heran. Da fehlt es ihnen an Details und »warm-wohligen« Bass. Man kann beim Musikhören mit den Mod aber schon Spaß haben und für die Preisklasse kann man sich da nicht beklagen.

Gutes Mikrofon

Die Mod haben sogar ein recht gut klingendes Mikron, das sogar besser als jenes der Sony WF-1000XM4 (heutzutage leider kein Kunststück mehr) und besser als jenes der Sesh Evo ANC klingt – als jenes der Dime sowieso. Natürlich aber nicht so gut, wie jenes der Sennheiser Momentum True Wireless 3.

Gute Computerstimme

Im Fall von Skullcandy muss man die Sache mit der Computerstimme gesondert erwähnen, denn bei den Sesh Evo ANC ist dieses lautstärketechnisch so schlecht abgestimmt, dass man Ansagen nicht mehr verstehen kann, wenn währenddessen Musik spielt. Bei den Mod ist das aber nicht so, hier versteht man immer alles klar und deutlich.

Detailaufanhme des links und rechten Hörers. Beim rechten Hörer ist der Silikonaufsatz abgezogen und man sie ovale Stegform, weswegen die Mod für Comply-Foam-Aufätze vermutlich inkompatibel sind.
Novum ovale Stegform? Comply-Foam-Aufsätze konnte ich so nicht montieren.

Ovale Stege – mit Comply Foam inkompatibel?

Ein definitiver Nachteil – wenn auch vielleicht für Nischenpublikum wie mich: Die Öffnungen der Stege für die Silikonaufsätze sind ovalförmig – so etwas habe ich bei Ohrhörern noch nie gesehen. Wenn es dem Klang hilft, kein Problem und soll so sein. Heißt aber auch, dass ihr hier vermutlich keine Schaumstoffaufsätze wie z.B. von Comply Foam draufbekommt. Die haben in der Regel im Schaumstoff eine Silikon- bzw. Kunststoffverstärkung. Die ist zwar auch flexibel, aber nicht so flexibel, dass ihr sie auf das Oval ausdehnen könnt. Comply-Foam-Modelle mit größerer Öffnung dürften wiederum zu locker sitzen. Das ist vermutlich auch der Grund, warum Comply Foam aktuell keine kompatiblen Aufsätze für die Mod listet (vielleicht bringen sie zu einem späteren Zeitpunkt welche?)

Multipoint mit Tücken

Gleich vorweg, die Multipoint-Implementierung der Mod ist astrein, im Dauerbetrieb ist mir aber aufgefallen, dass Multipoint auch so seine Tücken hat: Wer die Mod mit vielen Geräten verbindet, muss davon ausgehen, dass sie sich bei der Entnahme immer mit zwei davon verbinden. Das resultiert zunächst einmal in zwei »Connected«-Sounds, was noch kein Problem ist.

Ist aber ein Gerät weiter entfernt, hört man während der Wiedergabe immer wieder Updates, wenn die Verbindung unterbrochen (»Disconnected«) oder wiederhergestellt wird (»Connected«). Bei Hörbüchern am Abend leicht nervig, wenn man z.B. zu faul ist, die Verbindung zum zweiten Gerät zu kappen (z.B. weil sich die App auf dem entfernten Gerät befindet und nicht auf jenem, mit dem man hört).

Aktiviert zudem jemand im Haushalt ein zweites Gerät, mit dem die Mod grundsätzlich gekoppelt sind, kann ein weiterer kurioser Fall eintreten: Das neue Gerät schnappt sich die Audio-Hauptverbindung und man hört am aktuellen Gerät plötzlich nichts mehr, weil der Audio-Stream vom neuen Gerät kommt. Ist jetzt kein Unikum der Mod, sondern bei allen Multipoint-Hörern so, hatte ich so aber noch nicht am Schirm.

Links Detailaufnahme beider Hörer, rechts der Größenvergleich mit den ungleich Größeren Skullcandy Sesh Evo ANC.
Die Sesh Evo ANC (rechte Seite, der rechte Hörer) sind ungleich größer.

SBC und AAC als Codec

Im Gegensatz zu vielen anderen Skullcandy-Modellen bieten die Mod neben SBC auch AAC als Codec. Ja, da ging theoretisch mehr, zumal sogar Billigstkonkurrenten wie die JLab Go Air (Test) auch aptX bieten. Klanglich ist das aber alles kein Problem und dank AAC muss man sich auch wegen Lippensynchronität bei Videos keine Sorgen machen. Letzteres geht zwar oft auch mit SBC, die Sesh Evo haben da aber z.B. so ihre Probleme.

Alternative: Sony WF-C500

Eine preislich ähnliche Alternative könnten die Sony WF-C500* sein. Diese bieten zwar kein Multipoint, der Klang ist aber auf ähnlichem Niveau und sie sind mit Comply-Foam-Aufsätzen kompatibel (es passen die gleiche Aufsätze wie für die WF-1000XM4 und LinkBuds S). Auch die WF-C500 haben echte Buttons statt Touchoberflächen, diese lassen sich aber viel einfacher drücken als bei den Mod. Dafür sind diese bei den WF-C500 nicht konfigurierbar. Als Ausgleich gibt es dafür 10 statt 7 Stunden Spielzeit und Unterstützung für 360 Reality Audio.

Fazit

Für 60 Euro UVP bekommt man mit den Skullcandy Mod einen ziemlich guten Gegenwert: Multipoint wie hier, gibt’s um das Geld meist gar nicht. Dazu bekommen wir ein wirklich gutes IP-Rating, neben SBC auch AAC, brauchbare Akkulaufzeiten, sogar ein gutes Mikrofon und, nicht zu vergessen, guten Klang – all das noch dazu in einem kompakten und bequemen Gehäuse. Mit Flaggschiffmodellen wie den Sennheiser Momentum True Wireless 3 (Test) oder den Sony WF-1000XM4 (Test) können es die Mod freilich nicht aufnehmen – und ich hätte wirklich gern kompatible Comply-Foam-Aufsätze. Aber wir befinden uns hier preislich auch in ganz anderen Sphären – und in denen kann man mit den Skullcandy Mod nichts falsch machen.

★★★★☆

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Eure Meinung

Habt ihr die Skullcandy Mod auch am Radar und seid nach wie vor am Überlegen oder habt Fragen? Oder habt ihr sie gar schon im Einsatz und seid gleicher oder anderer Meinung? Über euer Feedback freue ich mich wie immer in den Kommentaren!

Hinweis: Dies ist ein unabhängiger Testbericht basierend auf meinen Erfahrungen. Der Test enthält Affiliate-Links (mit * gekennzeichnet), dies hat jedoch keinen Einfluss auf den Inhalt bzw. die Bewertung. Ich habe das Produkt selbst bezahlt, mir stand weder ein Testmodell noch eine Leihgabe zur Verfügung. Ich stehe zudem in keinerlei Beziehung zum Hersteller. Mehr unter Über.


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