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Die Insel

★★★★☆·7.8.2005·Kommentare:  5

Trotz des enttäuschenden Einspielergebnisses in den USA ist Michael Bays neuester Film solide Science-Fiction-Unterhaltung. Obwohl die Handlung rund um Klone, die zu einem äußerst fragwürdigen Zweck in einer Hochsicherheits-Anstalt gehalten werden, sozialkritische Elemente vermuten lässt, verlegt Bay den Schwerpunkt lieber auf durchgestylte Action-Sequenzen. So verkommt die interessante Ausgangssituation zur Rahmenhandlung für technisch sehr gut umgesetzte Verfolgungsjagden und wilde Schießereien.

Diese Einlagen sind zwar nicht immer innovativ, eine Auto-Szene erinnert beispielsweise stark an eine Sequenz aus »Bad Boys II«, unterhalten aber dank der guten Umsetzung bis zum Schluss. Das von vielen Seiten angeprangerte Product Placement stört eigentlich kaum und ist auf glaubwürdige Art und Weise in den Film eingearbeitet. So prügeln sich die Klone mithilfe der neuesten Xbox-Generation oder benutzen eine Art MSN-Search-Telefonzelle. Meiner Meinung nach hilft diese Art der Markeneinbindung sogar ein wenig, das Jahr 2019 glaubwürdiger erscheinen zu lassen.

Als hinterfragende Gesellschaftskritik mag »Die Insel« aufgrund mangelnder Tiefe nicht durchgehen, als gut gemachte und kurzweilge Action-Unterhaltung aber allemal.

solide Unterhaltung 4 von 5 Sternen

Trailer, Internet Movie Database (IMDb)



5 Kommentare

#1 von Gaisi am 7.8.2005, 20:04 Uhr

Hallo Ben,
grundsätzlich mal Gratulation zu deiner Site, gefällt mir recht gut! Ich hab mir »Die Insel« mit der Selma gestern ebenfalls angesehen - war im Endeffekt so wie die Trailer es vermuten lassen haben. Anfangs recht interessant (Eugenik-Problematik), nachher leider nur mehr konventionelle Action mit einem eher schwachen Ende. Bezüglich glaubwürdigem Product Placement - imo sind Puma-Laufschuhe in einer isolierten Klongesellschaft nicht ganz so glaubwürdig 🙂

Lg Gaisi

#2 von Benedikt am 8.8.2005, 0:13 Uhr

grundsätzlich mal Gratulation zu deiner Site, gefällt mir recht gut!

Danke!

Anfangs recht interessant (Eugenik-Problematik)

Ich weiß nicht genau, ob der Begriff Eugenik zutrifft – immerhin versucht die Firma ja nicht eine neue Rasse zu züchten, sondern »nur« eine menschliche 1:1-Kopie als Ersatzteillager zur Verfügung zu stellen.

nachher leider nur mehr konventionelle Action mit einem eher schwachen Ende

Konventionell würde ich nicht unbedingt sagen, allein die Machart befindet sich deutlich über dem Genre-Durchschnitt. Das Ende fand ich übrigens durchaus OK – das hängt halt immer davon ob man lieber positive oder negative Enden mag.

imo sind Puma-Laufschuhe in einer isolierten Klongesellschaft nicht ganz so glaubwürdig

Warum? Angenommen die Firma, welche die Klone herstellt, hat einen günstigen Vertrag mit Puma ausgehandelt und die Qualität der Schuhe läge über jener günstiger Noname-Produkte, dann wäre das gar nicht so abwegig (vgl. mit IBM-Notebooks in großen Firmen – teurer aber stabiler und somit günstiger in der Wartung).

#3 von Gaisi am 8.8.2005, 1:26 Uhr

»…Anwendung der Erkenntnisse der Humangenetik auf Bevölkerungen…«
ist eine sehr allgemeine Definition und umspannt somit durchaus diese Thematik - eine Rasse züchten ist sicher nicht exklusiv gemeint

da geb ich dir recht dass die Action in vielerlei Hinsicht gut war, der Film hat hier aber absolut keinen bleibenden Eindruck hinterlassen und auch sicherlich keine neuen Massstäbe wie zB Matrix 1 gesetzt (wie sollte er auch). Ich geb aber gern zu dass ich mittlerweile kein Experte (mehr) bin was Actionfilme angeht, finde sowas mittlerweile eigentlich nur ermüdend.

Puma:
Puma weiß nicht dass die Klone Bewußtsein haben (offiziell »liegen sie nur im Kühlschrank«), die Klone haben 0 Kaufkraft etc. dh werbungsmäßig bringt das somit nix
Es wird enormer Wert auf auf Sterilität und Neutralität gelegt, so ein Kätzchen erzeugt Erklärungsbedarf bei den Agnaten (?)
Bei den finanziellen Mitteln und den vermutlich enormen Kosten für Technik glaub ich nicht dass das Klonunternehmen auf diesen finanziellen Vorteil angewiesen ist bzw. er bezgl Isolation zu riskant wäre - »draussen« würde ich deinen Ansatz aber sofort unterschreiben

Was das restliche Product Placement angeht bin ich generell deiner Meinung

#4 von Benedikt am 9.8.2005, 11:22 Uhr

ist eine sehr allgemeine Definition

Achso. Ich dachte, dass bezieht sich auf die »Vergrößerung des Anteils positiv bewerteter Erbanlagen« (siehe Definition, 3. Satz).

dh werbungsmäßig bringt das somit nix

Das stimmt schon, aber darauf will ich gar nicht hinaus. Mir geht rein um die Vorteile aus Sicht des Klon-Unternehmens.

Es wird enormer Wert auf auf Sterilität und Neutralität gelegt, so ein Kätzchen erzeugt Erklärungsbedarf bei den Agnaten (?)

Naja, wahrscheinlich nicht mehr Erklärungsbedarf als Dinge wie »Woher kommt das Essen?«, »Woher die Xbox?« Ich glaube, dazu weiß man als Zuschauer zuwenig über die Geschichte, die sich das Unternehmen für diese Umgebung ausgedacht hat. Und im übrigen sind diese Dinge ja letztendlich auch der Grund, warum einer der Klone beginnt Fragen zu stellen.

Bei den finanziellen Mitteln und den vermutlich enormen Kosten für Technik glaub ich nicht dass das Klonunternehmen auf diesen finanziellen Vorteil angewiesen ist

Bei gutem Projektmanagement wird nie verschwenderich mit Ressourcen umgegangen, ganz egal wieviel Budget zu Verfügung steht. Wenn sich Puma-Schuhe also Preis/Leistungs-technisch auszahlen, warum nicht? Für den Film ist es letztendlich wichtig, dass es im Bereich des Möglichen liegt.

#5 von Gaisi am 9.8.2005, 14:05 Uhr

Eugenik: auch im Film wird glaub ich von Sean Bean auf die »Einhaltung der Eugenik-Gesetze von 2015« oder so eingegangen. Ob ein Mediziner geklonte Ersatzorgane unter Eugenik fallen lässt kann ich aber auch nicht sicher sagen. Ich hab auch in der Encarta nachgesehen, gekl. Org. werden zwar nicht explizit erwähnt, aber auch nicht ausgenommen.

Klongesellschaft: bezüglich Werbung war das nur in den Raum gestellt

bezgl Puma, XBox, Essen: is alles richtig, Puma war nur herausgegriffen. In Schuhen ist oft ein »Made in Taiwan« oder sowas drauf - Erklärungsbedarf, ähnliches bei XBox. Ich wollte auch nie behaupten dass die Isolation der Klongesellschaft glaubwürdig umgesetzt sei. ZB die ganzen Angestellten und Wachleute die ja offensichtlich irgendwann mal draussen gelebt haben, unmöglich dass da über kurz oder lang nicht viel mehr Fragen auftreten.

Wegen »nie verschwenderisch mit Ressourcen« umgehen: ganz klar. Mein Punkt war dass dieser finanziell (vergleichsweise) unbedeutende Aspekt gegenüber Isolationsgründen in den Hintergrund treten müsste. Abgesehen davon mach ich mir da weniger Gedanken was das Unternehmen für eine Entwicklungsgeschichte hat, sondern was sich der Drehbuchautor dabei (nicht) gedacht hat. Bei gewissen Dingen hinterfragt man halt ob es in diesem Universum glaubwürdig zu so einer Entwicklung kommen konnte. In dem Fall IMO halt nicht.

Ben, was haltest du davon wenn wir (falls erwünscht) die Diskussion verbal fortsetzen? Meine Zimmernummer weißt du ja!


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