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Apple Lizenz-Händler vor dem Aus?

14.2.2005·Kommentare:  4

Ein Artikel auf Think Secret verweist auf die derzeit herrschende Problematik zwischen Apple und seinen lizensierten Dritthändlern. Deren Existenz scheint nämlich von Apples eigenen Retail-Stores bedroht zu werden. Neben Drittanbietern, wie z.B. in Wien McShark oder McPlus, gibt es nämlich auch Apple-eigene Stores (noch nicht in Wien), in denen die Firma selbst ihre Produkte an den Mann bringt. Da Apple seine eigenen Geschäfte bezüglich Produktlieferungen und Preisgestaltung bevorzugt, sehen sich immer mehr Dritthändler in ihrer Existenz bedroht. So mussten bereits zwei kalifornische Anbieter ihre Pforten schließen (siehe ebenfalls Think Secret-Artikel).

Meine Erfahrung & Meinung

Während man Apples Strategie durchaus in Frage stellen kann, sehe ich eigentlich keinen Anlass Produkte von Lizenz-Händlern zu beziehen. Bevor ich im August 2004 beschloss, mir einen »großen« iPod mit 20GB zu kaufen, spielte ich mit dem Gedanken mir einen iPod mini zuzulegen. Also stapfte ich zu einem der oben genannten Händler in Wien und erkundigte mich über Verfügbarkeit und Preisnachlass für Studenten. Hierbei sei angemerkt, dass Apple in seinem Online Store relativ großzugüge Rabatte für Studenten anbietet. Nachdem ich im Geschäftslokal einige Minuten lang ignoriert wurde – und das obwohl nur vier Personen anwesend waren: zwei Angestellte, ein weiterer Kunde und ich – meinte einer der beiden, dass ein Preisnachlass nicht möglich sei, weil sie sonst nichts an dem Gerät verdienen würden. Diese schlechte Erfahrung – die natürlich auch nur eine Ausnahme gewesen sein kann – brachte mich zum Nachdenken:

Nicht alle diese Punkte können auf alle Lizenz-Händler angewandt werden und außerdem können diese auch nichts für Produktknappheit. Nichtsdestotrotz bewogen mich diese Gründe aber letztendlich dazu, meinen iPod (ich entschied mich dann doch für die neue 20GB-Version) im Apple Online Store zu kaufen. Zwar war die Lieferzeit mit mehreren Tagen relativ groß, aber da das Produkt brandneu war und ich direkt bei Apple orderte, war ich noch vor den Wiener Apple-Händlern mit einem iPod versorgt. Ich weiß das, weil ich damals in einem Geschäft nach Zubehör für die neue iPod-Generation suchte und weder dieses noch neue iPods ausmachen konnte. Außerdem gab es im Web Meldungen über die Nicht-Verfügbarkeit bei verschiedenen Anbietern. Ich bekam meinen iPod also schneller und um € 30,– billiger. Welchen Vorteil hätte mir der Erwerb im Geschäft gebracht? Meiner Meinung nach keinen.

Versteht mich nicht falsch, ich bin keineswegs dafür, dass nun alle »dritten« Apple-Händler zusperren sollen. Aber ich bin nicht bereit mehr Geld für weniger Service auszugeben. Ich schätze ein gutes Gespräch zwischen Händler und Kunden sehr. Das setzt aber voraus, dass der Verkäufer freundlich ist und ich nicht das Gefühl habe, dass er mir um jeden Preis etwas andrehen will. Diese Erfahrung der »mangelhaften Beratung« habe ich in Computer-Geschäften (nicht nur bei Apple-Händlern) aber immer wieder machen müssen und so scheint der Online-Kauf eine immer interessantere Alternative zu werden. Die »Bedrohung« durch Apple-eigene Retail Stores mag in Österreich zwar noch nicht gegeben sein, aber der eigene Vertriebskanal übers Internet ist zumindest schon vorhanden – und dieser funktioniert sehr gut.



4 Kommentare

#1 von Stefan am 15.2.2005, 10:44 Uhr

Nur so als Anmerkung am Rande: Bei amazon.de kannst du derzeit sowohl den iPod (20GB) als auch den iPod mini um 10€ billiger bestellen als beim Apple Store. Es geht also auch anders 😛

amazon.de
Apple Store Österreich
Bei beiden Stores gibt es keine Versandtkosten auf die Artikel.

Die Apple-eigenen Studentenpreise sind jedoch nach wie vor nicht zu schlagen!

#2 von Benedikt am 15.2.2005, 11:32 Uhr

Das stimmt, preislich liegt Amazon gut im Rennen. Das Problem war damals einfach, dass sie die neuen iPods erst 2 Wochen nach Apple im Angebot hatten.

Auch hier merkt man, dass das Online-Geschäft dem Einzelhandel Konkurrenz macht – ich habe kürzlich sogar einen € 15,– Toaster bei Amazon bestellt …

#3 von Dominik am 15.2.2005, 18:02 Uhr

Nun, ich habe ein Problem mit den lokalen Apple-Händlern. Meine persönlich schlimmste Erfahrung war hierbei McShark die mich immer wieder vertröstet haben: »am Freitag kommts ganz sicher…«; Freitag: »…wissens noch wie da Kollege g’heißen hat??«.

Insofern ist es eine gute Entwicklung. Die Ignoranz so manches Händlers geht, meiner Meinung nach, erst dann drauf wenn der Konkurrenzdruck die Leute zu mehr Höflichkeit und Ehrlichkeit zwingt. Aber im Prinzip haben derzeit (speziell in Österreich) alle noch ihre Freiräume. Und ich habe mich noch in keinem Computerladen gut behandlet gefühlt, und wenn ich gut Beraten wurde dann war es meist äußerst abfällig…

Das ist eine allgemeine Feststellung. Und bei Apple ist es nur geringfügig besser – vgl. etwa mit Mediamarkt-Verkäufern. Ich hoffe nur es liegt in diesem Bereich keine Ignoranz gegenüber dem Billigprodukt iPod vor, schließlich rettet dieses Gerät den österreichischen Apple-Händlern wohl eher den Arsch… aber Weitsicht darf man von den wenigsten erwarten 😉

#4 von Benedikt am 15.2.2005, 18:15 Uhr

am Freitag kommts ganz sicher…

Hihi, das ist ein wahrer Klassiker …

Deinem Betrag kann ich nur zustimmen – ich habe ähnliche Erfarhungen gemacht und fühle mich immer ein wenig unwohl, wenn ich einen Kauf in einem Computer-Geschäft tätigen muss. Sicher gab es auch ein paar gute – oder sagen wir besser: normale – Erfahrungen, aber die stehen in keiner Relation zu den vielen Vertröstungen und »Von-oben-herab«-Behandlungen.


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