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Text schmieden

15.5.2006·Kommentare:  3

Schreiben ist der blanke Horror, weil es unzählige Möglichkeiten gibt einen Satz zu formulieren. Genau solche Entscheidungen halten mich oft davon ab, einfach loszulegen.

Allerdings gibt es ein recht einfaches Mittel gegen diese Art der Schreibblockade, die ich als »schmieden« bezeichne. Am besten beginnt man einfach zu schreiben, ohne auf guten Stil oder Verständlichkeit zu achten. Wenn man damit fertig ist, hat man ein textliches Grundgerüst, dass man verfeinern und verbessern kann. Dieser Schritt geht dann fast wie von selbst und funktioniert sogar noch einen Tick besser, wenn man dazwischen einige Zeit vergehen lässt.

Man könnte diesen Vorgang fast mit einem Marmorblock vergleichen, den ein Bildhauer verarbeitet. Oder aber mit einem Schmied, der ein Stück Metall formt. Ist die Grundidee in losen, nicht perfekten Sätzen formuliert, hat man einen rohen Textblock vor sich, denn man dann solange verfeinern kann, bis man eine schöne Skulptur, ein Schwert zum Drachentöten oder eben gut lesbaren Text vor sich hat.

Natürlich legt man mit einer Rohfassung bereits gewisse Kritieren und Richtungen fest, aber der Punkt ist, dass man am Ende ein wesentlich besseres Ergebnis vor sich hat. Dieses Prinzip lässt sich auch einfach durchexerzieren, ohne stundenlang auf kreative Eingebung zu warten oder ewig nach der perfekten Formulierung zu suchen.

Mit diesem Tipp vor Augen hoffe ich, öfter brauchbare Artikel zu posten. Wenn ihr ähnlich Tipps auf Lager habt, nur her damit.


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3 Kommentare

#1 von Elmar am 16.5.2006, 0:24 Uhr

… bis man eine schöne Skulptur, ein Schwert zum Drachentöten oder eben gut lesbaren Text vor sich hat.

das is ja direkt poetisch benedikt - den text hast du bestimmt auch geschmiedet 🙂

nein aber im ernst- du hast recht, so mach ich das auch immer. an guten tagen kann es allerdings auch passieren, dass das schwert zum drachentöten mit einem hammerschlag geschmiedet ist - leider eher ein viel zu rares ereignis 🙁

andere tipps hab ich leider nicht wirklich auf lager, außer dass ich mir gern zuerst die überschriften von einzelnen paragraphen zusammenbastel und dann einen text dazu fabriziere, der dann nach deiner methode weiter verfeinert wird…

lg, elmar

#2 von Elmar am 16.5.2006, 0:26 Uhr

noch ein kommentar off-topic:

irgendwie fänd ich es cooler wenn statt der ersten paar worte der letzten drei kommentare auf der home-seite, der titel des eintrags zu dem der kommentar gehört angezeigt würde… is aber nur so eine idee

#3 von Benedikt am 16.5.2006, 0:33 Uhr

an guten tagen kann es allerdings auch passieren, dass das schwert zum drachentöten mit einem hammerschlag geschmiedet ist

So geht’s mir auch manchmal. Wie du bereits gesagt hast, kann man sich leider nicht drauf verlassen …

außer dass ich mir gern zuerst die überschriften von einzelnen paragraphen zusammenbastel

Das halte ich für ein gute Idee, weil man so grob umreissen kann, was der Artikel alles behandeln soll.

irgendwie fänd ich es cooler wenn statt der ersten paar worte […] der titel des eintrags zu dem der kommentar gehört angezeigt würde

Interessante Idee … werde mal damit rumspielen.


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