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Pornostar

15.10.2003·Kommentare:  1

Bei der Veröffentlichung des eigenen Werdeganges stellen sich einem drei Fragen: Erstens, wie nenne ich mein Werk, zweitens, auf welchem Medium halte ich es fest und drittens, wie bringe ich es gewinnbringend unters Volk?

Nach Möchtegern-Weltbewegern wie Nichts als die Wahrheit und Ungelogen klingt der aktuellste Prominenten-Erguß mit der Aufschrift Ich, Gina Wild vom gleichnamigen Pornostar eigentlich ziemlich ehrlich (wenn man davon absieht, dass Gina Wild in Wirklichkeit Michaela Schaffrath heißt). Herausgebracht wurde dieser (wahrscheinlich in Anbetracht des Zielpublikums) auf drei Audio-CDs, auf denen die Autorin selbst ihre Erfahrungen und Erlebnisse zum Besten gibt.

Auch bei der Bekanntgebung ihrer Publikation hat sich Gina, also Michaela, nicht lumpen lassen und bei Harald Schmidt persönlich vorbeigeschaut um einige Passagen ihres Werks zu präsentieren. Auf den Scheiben befanden sich entgegnen meiner ersten Annahme nicht nur Vokallaute sondern tatsächlich korrekt formulierte Sätze, wie zum Beispiel:

[Am so und so vielten] hielt ich meinen ersten Porno-Schwanz in den Händen.

Oder mein persönlicher Lieblingssatz weil so frei von Klischees:

… all das hatte ich erreicht. Ich, Gina Wild, das kleine Mädchen, das damals in der Dorfdisco niemand abknutschen wollte.

… begleitet von einem wirklich unvorteilhaften Foto, dass Ende der Siebziger gemacht wurde.

Also ehrlich, das kann doch nicht wahr sein, oder? Wären laut dieser Aussage nicht Dreiviertel der Menschheit im Pornogeschäft tätig? Würde es dann weltwirtschaftlich nicht noch viel schlechter aussehen, weil es für soviel Porno einfach zu wenig Einsamkeit auf der Welt gäbe? Frau Schaffrath, also Frau Wild, bei einem Lebenslauf geht es doch im Gegensatz zu einem Porno um Glaubwürdigkeit, oder?

Zum Schluß stellt sich noch die Frage, warum es Michaelas, also Ginas, Lebenslauf im Vergleich zu seinen Konkurrenten (bzw. Kollegen) ausschließlich auf Audio-CD zu kaufen gibt. Das liegt wahrscheinlich daran, dass man bei einem Buch immer eine Hand zum Halten und die andere zum Umblättern benötigt. Bei einer CD hingegen hat man immer eine frei …



Ein Kommentar

#1 von Matrix - Ahmet am 1.11.2003, 0:48 Uhr

der letzte satz ist gut 😉


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