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Kritik: »The Gray Man«

Spoilerfrei·3 / 5Sterne·19.8.2022·Kommentare:  0

»The Gray Man« startet etwas eigenwillig und für den Zuschauer auch nicht ganz einordenbar, was denn das nun genau sein soll: Agenten-Thriller-Verschwörungs-Action-Spektakel, halb überdreht wie aus einer Graphic Novel, halb im Fahrwasser von James Bond und auch irgendwie mit »Bad Spies«-Vibes – als Mix kein gutes Zeichen.

In den ersten Minuten mutet dieses Vehikel zwar ganz vielversprechend an, ist unterm Strich aber der gleiche Netflix-Mittelmaßmurks wie »Red Notice«. Filme wie diese können das Publikum nur mehr thrillen, wenn die Action glaubwürdig und handwerklich gut gemacht ist – vielleicht sogar größtenteils »echt«. Die »Mission Impossible«-Reihe hat’s vorgemacht – Action-Sequenzen wie in »The Gray Man« beeindrucken niemanden mehr. Denn obwohl einem hier halb Prag um die Ohren fliegt sind diese Szenen einfach nur einfallslos, uninspiriert, undurchdacht, unspannend und aufgrund des offensichtlichen Einsatzes von CGI auch unbeeindruckend.

Apropos Locations, das Faken ebensolcher betreibt »The Gray Man« besonders dreist: Zum Beispiel soll ein Abschnitt in Wien spielen, nur das dort absolut nichts gedreht wurde. Schon die einführende Kamerafahrt ist nicht Wien, sondern Prag (erkennbar an den roten Emaille-Straßenschildern), genauso wie die Totale mit dem Bahnhof – auch der steht nämlich dort (da kann das Insert »Vienna« noch so groß im Bild sein).

Gut, im Film ist ja alles Illusion, also warum nicht auch der Ort? Schade und nicht authentisch ist es halt trotzdem (vgl. auch hier mit »Mission Impossible: Rogue Nation«). Auf die »Taylor Rake«-Fortsetzung mit Dreh auf der Donauplatte in Wien bin ich deshalb besonders gespannt. »The Gray Man« zeigt jedenfalls mal vor, wie es nicht geht.

Für den Zuseher letztlich zwar belanglos, so stellt sich für Filmfans doch die Frage: Warum hat dieser Film 200 Mio. US-Dollar gekostet? Denn selbst der letzte und teuerste »John Wick«-Teil schlug »nur« mit 75 Mio. Dollar zu Buche und ist ungefähr 100-mal so spektakulär. Geld hin oder her, »The Gray Man« macht nur bedingt Spaß, ist weder wirklich lustig, noch wirklich ernst mit einem Feuerwerk an bestenfalls mittelprächtigen Effekten.

★★★☆☆


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The Gray Man https://benedikt.io/2022/08/kritik-the-gray-man/ 2022-08-19 Anthony Russo, Joe Russo https://benedikt.io/media/movie-review.jpg »The Gray Man« startet etwas eigenwillig und für den Zuschauer auch nicht ganz einordenbar, was denn das nun genau sein soll: Agenten-Thriller-Verschwörungs-Action-Spektakel, halb überdreht wie aus einer Graphic Novel, halb im Fahrwasser von James Bond und auch irgendwie mit »Bad Spies«-Vibes – als Mix kein gutes Zeichen. In den ersten Minuten mutet dieses Vehikel zwar […]

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