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Kritik: »The Cloverfield Paradox«

Spoilerfrei·3 / 5Sterne·19.2.2018·Kommentare:  2Retweets:  0 0

Da staunten einige nicht schlecht, als es für den ursprünglich im Kino vorgesehenen »The Cloverfield Paradox« nicht nur eine Netflix-Ankündigung während des Super Bowls gab, sondern dieser auch auch gleich unmittelbar danach auf der Streaming-Plattform zur Verfügung stand.

Der Hintergrund: Bei Warner setzte man so wenig Hoffnung in den 3. »Cloverfield«-Teil (bzw. in das, was als »God Particle« in Produktion ging und währenddessen in einen »Cloverfield«-Teil umgemodelt wurde), dass man die Rechte der 45 Millionen Dollar teuren Produktion für 50 Millionen an Netflix abtrat. Ohne teures Marketing erzielte man damit offenbar auf einen Schlag sogar noch etwas Gewinn. In Anbetracht der unterdurchschnittlichen Kino-Performance ähnlicher Filme wie »Life« oder »Pandorum« ein nachvollziehbarer Schritt, der auch stark an das Schicksal des Netflix-gebrandeten »Spectral« erinnert.

Kurz nach Veröffentlichung schien sich die Fachpresse dann auch einig, denn es kann nicht sein, was nicht sein darf: Dass ein Film den heiligen Projektionshallen entrissen wird, auf einer Streaming-Plattform »verramscht« wird und dann auch noch irgendwie brauchbare Qualität bieten soll. Dementsprechend fielen die meisten Kritiken auch vernichtend aus.

Allerdings hat sich das »The Cloverfield Paradox« von Debütant Julius Onah wirklich nicht verdient. Fest steht, dass es sich beim 3. Teil, der eher dem Sci-Fi-Genre zuzuordnen ist, nicht um »intelligente« Science-Fiction in dem Sinn handelt, dass dem Zuschauer durch Aufklärung diverser auftretender Phänomene zu einem späteren Zeitpunkt ein »Aha!« entlockt wird. Was hier auf der Leinwand in Blutexplosionen oder abgetrennte Körperteile ausartet1, dient wirklich nur dem Schockmoment – und in der Hinsicht ist »The Cloverfield Paradox« tatsächlich unterhaltsam.

Das ist auch der Knackpunkt, an dem sich die Geister scheiden: Viele der merkwürdigen Ereignisse, die sich an Bord der Raumstation zutragen, sowie die Art und Weise in der sie stattfinden, werden einfach dem namensgebenden Paradoxon zugeschoben, was dem Zuschauer einiges an »Suspension of disbelief« abverlangt. Wer damit kein Problem hat, dürfte auch »The Cloverfield Paradox« unterhaltsam finden, auch wenn der Film weder im Kino noch an den Kinokassen einen bleibenden Eindruck hinterlassen hätte. Dieser Herausforderung darf sich dann der, bereits in Produktion befindliche, Nachfolger stellen, der heuer im Herbst im Kino starten soll.

Nicht logisch, aber auch nicht langweilig ★★★☆☆


  1. Gib’s zu, jetzt willst du ihn unbedingt sehen!

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The Cloverfield Paradox https://benedikt.io/2018/02/kritik-the-cloverfield-paradox/ 2018-02-19 https://benedikt.io/media/movie-review.jpg Passable Fortsetzung der Reihe.

2 Kommentare

Hier (2) · Twitter (0)

#1 von Stefan am 21.2.2018, 10:24 Uhr

Horror Science Fiction ist jetzt nicht ganz mein Genre und ich muss gestehen ich habe mir den Film vor allem angesehen weil er da war und erst später gelesen wie es zu der Veröffentlichung auf Netflix kam.
Kritisieren kann man, dass er sehr an »Event Horizon« erinnert und damit viel vom Schockerlebnis verloren geht. Spannend fand ich eigentlich nur den Cliffhanger am Ende.
Demnach macht es auch durchaus Sinn »The Cloverfield Paradox« den Weg ins Kino zu ersparen. So gab es auf jeden Fall mehr Aufmerksamkeit und vielleicht hat er es ja geschafft das Publikum für den nächsten Teil anzuheizen. Mich nicht unbedingt aber ich hätte mir auch diesen Teil sicher nicht im Kino angesehen.

#2 von Benedikt am 21.2.2018, 19:37 Uhr

Ja, der Vergleich mit »Event Horizon« ist mir auch schon untergekommen, wobei ich den Film noch nie gesehen habe. In Anbetracht der ständigen Verschiebungen von »The Cloverfield Paradox« (hätte ursprünglich vor einem Jahr starten sollen) und dem diesjährigen Start von »Overlord« (so soll der Nachfolger heißen), war der Marketing-Stunt über Netflix wohl wirklich die bessere Wahl. Auf Teil 4 bin ich jedenfalls gespannt.

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