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Zusammen ist man weniger allein

★★★☆☆·19.8.2007·Kommentare:  6

»Brigitte« schreibt der Film »ist ein bisschen wie ›Die fabelhafte Welt der Amelie‹ – nur noch schöner«. Mit einer Schachtel Valium und einer rosaroten Brille vielleicht.

Zwischen dem wahrscheinlich besten Film aller Zeiten und dieser kleinen Romanverfilmung liegen nämlich Welten. Die einzige Verbindung: Audrey Tautou, das wunderbare französische Schauspieljuwel. Nicht dass »Zusammen ist man weniger allein« schlecht wäre. Durchschnittlich im positiven Sinn trifft es eher. Die Story ist lau, die Machart von der Stange – die gezwungen Freudengluckser meiner Sitznachbarn konnte ich beim besten Willen nicht nachvollziehen. Für letzteres muss eine Szene schon wirklich humorig-herzig sein, ein Hauch oder Anflug davon reicht nicht. Über diese Versuche kommt »Zusammen ist man weniger allein« aber leider nicht hinaus.

Immerhin ist die Protagonisten-Truppe recht interessant, die Geschichte trotz besagter Linearität zumindest nicht einschläfernd. Und wenigstens ist ein Film wie dieser während der Blockbusterzeit eine willkommene Abwechslung.

Geht so 3 von 5 Sternen


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6 Kommentare

#1 von Funkmaster am 19.8.2007, 23:08 Uhr

Du bezeichnest »Die fabelhafte Welt der Amelie« wirklich als wahrscheinlich besten Film aller Zeiten?

Ich bin erstaunt.

#2 von gernot am 20.8.2007, 9:38 Uhr

ich auch!

#3 von Benedikt am 21.8.2007, 20:07 Uhr

Gleich mal ein paar Gegenfragen: 😉

1. Funkmaster, warum nicht?
2. Gernot & Funkmaster, warum seid ihr erstaunt?
3. Welchen Film hättet ihr mir den zugemutet?

Die Frage nach dem besten Film ist natürlich nicht einfach und trotz einiger objektiver Bewertungskriterien eine höchst subjektive. Nochdazu kann sich diese Einstellung ändern, aber derzeit würde ich »Die Fabelhafte Welt der Amelie« tatsächlich als besten Film »aller« Zeiten bezeichnen.

#4 von Funkmaster am 22.8.2007, 23:07 Uhr

Du hast schon recht, den besten Film zu benennen ist eine schwierige Sache bis unmoeglich, aber

ad 1: Ich empfinde den Film eigentlich nur als kitschig.
ad 2: Ist eher ein Frauenfilm
ad 3: Irgendwas anderes, k.a.

Es ist deine Meinung, die ich auch respektiere. Ich war halt nur erstaunt…

#5 von Sigrun am 30.8.2007, 20:08 Uhr

pfft, ein frauenfilm, blöder begriff. das klingt einerseits so abwertend und andererseits so bestimmend, als ob jeder frau/mann einen frauen/männer-film gut finden müsse.
vorallem das als begründung zu nennen warums ein mann nicht zum besten film krönen könnte.
wie auch immer.

ich fand auch dass »ensemble c’est tout« durchaus ein schöner, unterhaltsamer film ist. der vergleich mit amelie ist wohl doch etwas zu hoch gegriffen, denn die gemeinsamkeiten der filme sind rar gesät, eben nur die gleiche hauptdarstellerin + ort.
ABER: der film hat das buch meiner meinung nach sehr gut getroffen, also von der stimmung her. ich fand das zusammentreffen der 3 menschen, die doch sehr unterschiedlich sind, alle vor andere probleme gestellt - die sich (oh wunder) während des films auflösen - nicht wenig interessant. mag sein dass es etwas einfach gestrickt ist aber dennoch unterhaltsam und ein guter film für die kalten tage.
naja

#6 von Benedikt am 31.8.2007, 10:46 Uhr

Danke Sigrun! Ich wollte ja schon länger eine Antwort zum Thema »Frauenfilm« schreiben, wusste aber nicht so recht wo anfangen. Aber dein Statement trifft’s ziemlich genau.

Zum Film: Ich nehme an, dass man den Film ganz anders wahrnimmt, wenn man das Buch gelesen hat. Womöglich hätte ich ihn dann auch etwas besser bewertet. Das Problem in solchen Situationen ist, dass man das nie wissen wird … entweder man kennt das Buch oder nicht und man findet den Film gut oder nicht. In so einem Fall wären sogar zwei Wertungen gerechtfertigt – wär mal ein Novum, man bräuchte aber auch zwei Kritiker.

Funkmaster, wenn du den Film als »nur kitschig« bezeichnest, hast du ihn vielleicht nicht unter dem richtigen Blickwinkel betrachtet. Das ist in meinen Augen fast so, als würde man »Schneewittchen und die sieben Zwergen« mangelenden Realismus vorwerfen. Klar, »Amelie« beinhaltet Szenen, die man als kitschig bezeichnen könnte und ebenso sind die »Sieben Zwerge« wenig realistisch, aber das ist kein Fehler des jeweiligen Werks. Die Absicht, die dahinter steckt, nutzt die Effekte von Kitsch/mangelndem Realismus, um ihr Ziel zu erreichen. Deswegen muss einem der Film noch nicht gefallen, aber »kitschig« find ich in dem Fall zu wenig differenziert.


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