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Test: Apple »Pencil« – Genie und Wahnsinn in einem Stift

4.0 / 5Sterne·7.12.2017·Kommentare:  0

Machen wir es kurz: der Apple »Pencil« ist eine genial funktionierende Eingabemethode.

… lassen nur mehr den Schluss zu, dass wir bei digitaler Stifteingabe noch nie so nah an echtem Papier dran waren, wie jetzt.

Das gilt nicht nur für Skizzen und Zeichnungen, sondern dank der unglaublichen Präzision (theoretisch) auch für handschriftliche Notizen, die ab iOS 11 automatisch erkannt und damit durchsuchbar werden. Allerdings muss ich zugeben, dass ich mir von letzterem Feature etwas mehr erwartet habe, denn aktuell findet die Schrifterkennung nur in Apples eigener Notizen-App statt und die Erkennung ist auf Englisch begrenzt. Aber immerhin wurde damit ein Schritt in die richtige Richtung gesetzt.

Gutes Design

Auch das Design hat Apple gut hinbekommen: Der »Pencil« sieht in der Tat wie ein Bleistift aus. Insbesondere die Spitze ist gut gelungen, da diese im Gegensatz zur Microsoft »Surface Pen« nicht aussieht wie jenes Borg-Werkzeug, das Captain Picard in der Introsequenz von »Der erste Kontakt« ins Auge gerammt wird. Mit der konischen Spitze des »Pencils« lässt sich zudem auch gut schraffieren.

Fragwürdige Materialwahl und Verarbeitung

Damit enden auch die (immerhin überwiegend) positiven Eigenschaften des »Pencils« und wir kommen zu jenem Bereich, in dem Apple den Pfad der Genialität verlassen hat und, wenn man so will, dem Wahnsinn verfallen ist: der Haptik. Denn was sich Apple bei der Materialwahl und bei der klapprigen Schutzkappe für den Lightning-Stecker gedacht hat, dürfte auch den größten Apple-Fan stutzig werden lassen.

Rutschiges Plastik

Der »Pencil« selbst besteht aus weißem Kunststoff, was im Gadget-Umfeld an sich noch nichts Ungewöhnliches ist, allerdings ist dieser so glatt, dass die umschließenden Finger schon nach kurzer Zeit keinen guten Grip mehr haben – in Kombination mit seiner runden Form ist der »Pencil« damit ziemlich rutschig. Ein Problem, dass Microsofts »Surface Pen« allein aufgrund ihrer Kanten nicht hat. Den Workaround, den »Pencil« mit Teilen eines 1-Euro-Kugelschreibers zu tunen, muss man sich da auf der Zunge zergehen lassen. Nicht falsch verstehen, Lars Bobachs 1-Euro-Workaround ist genial, weil findige Zubehörhersteller für ein gleichwertiges Stück Gummi mindestens 12 Euro verlangen. Aber wie bei den »MagicGrips«-Gummibacken für verbesserte »Magic Mouse«-Ergonomie, fragt man sich auch beim »Pencil«, warum Apple dieses eine letzte Problem nicht selbst gelöst hat.

Billige, klapprige Schutzkappe

Dass Apple dem »Pencil« einen Lightning-Stecker und keine -Buche spendiert hat, hat für Häme gesorgt, weil das Konstrukt eines in ein »iPad Pro« zum Aufladen gesteckten »Pencils« ziemlich fragil aussieht. Die Entscheidung verstehe ich allerdings, weil man so unterwegs seinen »Pencil« unkompliziert aufladen kann und für eine brauchbare Nutzungsdauer auch nur kurz anstecken muss.

Unverzeihlich ist hingegen, dass die Schutzkappe eine unglaublich klapprige Angelegenheit ist: Diese setzt nicht fest am Lightning-Stecker, sondern ist so locker, dass Apple diese sogar magnetisch fixieren muss. Wobei »fixiern« es nicht wirklich trifft, da sich die Schutzkappe noch mit viel Spiel nach links und rechts dreht. Die Lösung mit dem Magneten wirkt für so ein einfaches Problem so kompliziert, dass ich hier gern mehr über Hintergründe erfahren würde, wie es zu dieser Designentscheidung gekommen ist. Für ein 109 Euro teures Eingabegerät ist diese Lösung auf jeden Fall inakzeptabel.

Einen Defekt meines »Pencils« schließe ich aufgrund meiner Vergleiche mit anderen »Pencils« aus.

Fazit

Man sieht aufgrund der Wertung, dass die negativen Eigenschaften keine echten »Dealbreaker« sind, dafür funktioniert der »Pencil« viel zu gut. Er reiht sich aber auch nahtlos in jene Serie von Apple-Zubehör ein, bei denen Apple die guten Ansätze nicht konsequent genug verfolgt und am Ende keinen Wert mehr auf gute Haptik gelegt hat (siehe auch symmetrische »Apple TV«-Fernbedienung, unergonomische »Magic Mouse“).

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Apple Pencil

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