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Test: Panasonic BQ-CC87 – Eneloop-USB-Lade­ge­rät & batterie­betriebene Powerbank in einem

4.0 / 5Sterne·15.11.2021·Kommentare:  0Retweets:  0 1

Ich habe nach einer Powerbank gesucht, die man im Notfall mit Batterien betreiben kann. Wirklich breiten Bedarf scheint es an batteriebetriebenen Powerbanks nicht zu geben, entsprechend klein ist auch die Auswahl – eigentlich habe ich mit dem Panasonic BQ-CC87 auch die einzige verfügbare Option gefunden. Streng genommen ist das BQ-CC87 ein Ladegerät für Eneloop-Akkus, bietet aber auch eine Aufladefunktion via USB-Ausgang. Ob sich das Ladegerät unter anderem wegen dieses Features auszahlt, kläre ich im folgenden Test.

Panasonic BQ-CC87-Ladegerät mit 4 grünen LEDs auf einem Tisch.
Panasonic BQ-CC87 in Aktion mit 4 das Laden signalisierenden, grün leuchtenden LEDs.

Von Eneloop-Akkus bin ich bereits seit Jahren ein großer Fan und betreibe z.B. meine Apple Magic Mouse und meine Mad Catz R.A.T. DWS mit solchen Akkus. Daher hätte ich ein Powerbank mit solchen Spezial-Anforderungen auch gar nicht unter dem Eneloop-Branding vermutet.

Hinweis: Dies ist ein unabhängiger, nicht kommerziell ausgerichteter Testbericht basierend auf meinen Erfahrungen. Ich habe das getestete Produkt selbst bezahlt, mir stand weder ein Testmodell oder eine Leihgabe zur Verfügung, noch enthält dieser Artikel Affiliate-Links. Ich stehe zudem in keinerlei Beziehung zum Hersteller und/oder Händler. Mehr zur nicht-kommerziellen Ausrichtung von benedikt.io gibt’s unter Über.

Gestoßen bin ich darauf nur aus Zufall: Denn das Besondere am BQ-CC87 ist nämlich, dass die Aufladefunktion nicht nur mit Eneloop-Akkus funktioniert, sondern auch mit herkömmlichen Batterien. Oder genauer: Das Aufladen von Akkus im Ladegerät klappt nur mit Eneloop- bzw. NiMH-Akkus, aber die Stromabgabe von eingelegten Batterien an ein aufzuladendes Gerät via USB klappt auch mit nicht wiederaufladbaren Batterien.

Auf einen Blick

  • + Powerbankfkt. auch mit Batterien
  • + Gute Ladeleistung für NiMH-Akkus
  • + Aussagekräfte LEDs
  • - Hohe Verluste bei Powerbankfkt.
  • - Billige Verarbeitung
  • - Micro-USB

Verpackung und Inhalt

Das Panasonic BQ-CC87 kommt in einer dieser billig wirkenden, elastischen, transparenten Kunststoffschachteln, welche zudem nicht versiegelt ist. Mit ca. 30 Euro handelt es sich dabei zwar vielleicht nicht um ein Luxusprodukt, aber selbst Marken wie Anker schaffen hier zu ähnlichen Preisen Hochwertigeres und Nachhaltigeres. Apropos Preis: Ich habe übersehen, dass Amazon das BQ-CC87 einmal mit 4 (weißen) Eneloop-Akkus anbietet und einmal ohne – bei einem Preisunterschied von 77 Cent und ohne auf das andere Angebot hinzuweisen, ein ganz schöner Nepp wie ich finde. Inkludiert ist neben dem USB-Ladegerät ein altmodisches USB-A-auf-Micro-USB-Kabel.

Micro-USB-Ein- und USB-Ausgang

Zunächst sollte man erwähnen, dass das BQ-CC87 kein klassisches Ladegerät für die Wandsteckdose ist, sondern eines, das mit USB betrieben wird. Dafür braucht man auch das Micro-USB-Kabel, denn das Ladegerät hat einen Micro-USB-Eingang und einen USB-A-Ausgang. Wann es genau erschienen ist, um diese Eigenschaft evtl. etwas kritischer zu bewerten kann ich nicht sagen, meines hat jedenfalls ein Produktionsdatum von 2019.

Billige Verarbeitung

Die Verarbeitung ist eher zweckmäßig und folglich durchschnittlich: Billiger, glänzender Kunststoff und ein Plastikcover zum Aufschieben in Milchglasoptik, letzteres eher wackelig und ohne klare Einrastpunkte – ein eher liebloses Begleitprodukt zum eigentlichen Eneloop-Star, nämlich den Akkus selbst. Immerhin gibt es aber nicht nur eine LED pro Akku-Schacht, sondern sogar mehrfarbige inkl. verschiedener Blinkeffekte (dazu gleich mehr).

Vielfältige Lademöglichkeiten, gute Leistung

Apropos, aufgeladen werden können darin bis zu 4 AA- oder AAA-Akkus und das in (fast) beliebiger Anzahl und Kombination. Ich betone das, weil ich mir mit dem ebenfalls von Panasonic angebotenen BQ-CC61 einen ziemlichen Fehlkauf geleistet habe – doch dazu vielleicht in einem späteren Post mehr. Die Ladezeit reicht dabei von 1½ Stunden für einen AAA-Akku mit 500 mAh bis zu 6 Stunden für vier AA-Akkus mit je 2550 mAh Kapazität. Es gibt zwar Panasonic-Ladegeräte für Wandsteckdosen (wie z.B. das BQ-CC55), die letzteres auch in 4 Stunden schaffen, für ein an einem USB-Port hängendes Ladegerät kommt mir das aber ok vor.

Test: Aufladen von 4 Eneloop AA-Akkus

Setzt man leere Akkus ein erfolgt der Check mit einem »Knight Rider«-Blinkeffekt (frevelhafterweise in der Farbe Grün), beim Laden signalisiert ein rotes Dauerleuchten einen Akkustand von unter 20 %, der Wechsel auf Gelb reicht dann bis 80 %, ab dann leuchten die LEDs grün und schalten sich bei 100 % ab. In einem ersten Test stimmen die Angaben von Panasonic auch punktgenau: 4 leere (weiße) Eneloop-Akkus mit einer Kapazität von je 1900 mAh wechselten nach ca. 20 Minuten von rot auf gelb, nach ca. 3 Stunden alle vier innerhalb weniger Minuten auf grün und nach einer weiteren Stunde und 15 Minuten signalisierte die Abschaltung, dass die Akkus vollständig geladen sind: 4½ Stunden, genau so steht es auch in der Ladetabelle der beigelegten Anleitung. Während des Ladevorgangs wird das BQ-CC87 übrigens leicht überdurchschnittlich warm, aber nichts außerhalb der Norm.

Beim Aufladen lautet mein Fazit also: Ja, das passt, vor allem für ein Tischladegerät, das man z.B. mit seinem Laptop betreiben möchte.

Alleinstellungsmerkmal: Aufladen anderer Geräte mit Batterien

Kommen wir nun aber zum interessanteren Feature, nämlich dem Aufladen von anderen Geräten, wie z.B. einem iPhone. Warum man das überhaupt möchte bzw. warum das sinnvoll sein kann, hab ich in meinem ürsprünglichen Recherche-Artikel beschrieben.

Panasonic BQ-CC87-Ladegerät-Oberseite mit Micro-USB-Ein- und USB-A-Ausgang.
Micro-USB-Eingang fürs Akkuladen, USB-A-Ausgang zum Laden externer Geräte.

Wie eingangs erwähnt funktioniert das beim BQ-CC87 nicht nur mit Eneloop-Akkus sondern auch mit herkömmlichen Batterien. Während in der Amazon-Produktbeschreibung zwar konkret von Alkaline- bzw. Alkali-Batterien die Rede ist, gibt die Anleitung schlicht »Trockenbatterien« an. Damit sollten also auch »modernere« Lithium-Eisensulfid-Battieren (z.B. »Energizer Lithium«) funktionieren. Deren Vorteil gegenüber Alkali-Batterien: Sie weisen pro Jahr statt den üblichen 6 % nur 1–2 % Entladung auf.

Wie funktioniert’s? Man setzt die 4 Batterien ein, verbindet das zu ladende Gerät mittels USB-Kabel und drückt die »Push DC Out«-Taste, dann beginnt der Ladevorgang.

Test: iPhone X mit 4 AA-Batterien aufladen

Getestet habe ich das Laden meines iPhone X bei einem Akkustand von rund 10 % mit 4 Batterien von Duracell (konkret Duracell Ultra). Dazu gleich eine wichtige Anmerkung: Die Aufladefunktion klappt nur mit 4 eingelegten Batterien oder Akkus. Es kann sich dabei um 4 AAA- oder 4 AA-Batterien handeln, mischen geht nicht und weniger dürfen es auch nicht sein.

Das Ergebnis ist leider ernüchternd: Nach ungefähr zwei Stunden habe ich festgestellt, dass die Batterien zwar leer, das iPhone aber nur zu ca. 60 % geladen war. Vermutlich war dieser Stand schon vor den zwei Stunden erreicht (hatte aber nicht so bald damit gerechnet und folglich nicht rechtzeitig drauf geachtet). Mit 4 Eneloop-Akkus (mit je einer Kapazität von 1900 mAh) sah das Ergebnis ähnlich aus (da waren die 50 % zusätzliche Ladung nach ca. 90 Minuten erreicht).

Die Angaben am Ladegerät selbst sind dabei übrigens recht verwirrend: Denn während als Ausgangsleistung 5 V mit 1 A Spannung angegeben werden, befindet sich gleich darunter die Angabe 1,5 V mit 0,5 A mal 4 AA-Batterien. Schnell ist das Laden somit zwar nicht, für eine Notlösung aber in Ordnung.

Das klingt jedenfalls nicht besonders effizient, denn wenn man von einer Grundkapazität von 2000 mAh bei einer Trockenbatterie ausgeht und davon sogar 4 Stück benötigt, der Akku des iPhone X aber nur 2700 mAh Kapazität aufweist, dann sind die Verluste beim Laden schon sehr hoch. Zieht man aber in Betracht, dass man so notfalls seinem iPhone ohne Strom 50 % zusätzliche Akkuladung verpassen kann und es de facto keine Alternativen gibt, ist das BQ-CC87 eigentlich gar nicht so schlecht.

Keine Alternativen?

Apropos, gibt es wirklich keine Alternativen? Powerbanks mit Batterien scheinen aktuell nicht von großem Interesse zu sein (was in Anbetracht der Ladeleistung auch nicht verwundert), aber laut Panasonics Eneloop-History-Seite war das schon mal ein Ding und lief Mitte der 2000er bei Panasonic selbst unter dem Namen »Eneloop Mobile Booster«. Auch von Varta gab es vor einigen Jahren mit dem 2-in-1 Powerpack & Charger ein vergleichbares Gerät. Zudem findet man auf Amazon einige Noname-Geräte um unter 10 Euro, die aber teilweise nicht lieferbar und auch nicht gerade vertrauenserweckend wirken (freue mich aber über diesbezügliche Erfahrungsberichte in den Kommentaren).

Fazit

Mit dem Panasonic BQ-CC87 erhält man ein solides USB-Ladegerät, mit dem man seine Eneloop-Akkus relativ schnell z.B. via Laptop aufladen kann. Die Ladefunktion für andere USB-Geräte besticht durch die Möglichkeit, auch herkömmliche Alkali- bzw. Trockenbatterien verwenden zu können. Die Ladeleistung ist dabei zwar eher unterdurchschnittlich, genau so wie die Verarbeitung des Geräts selbst, mangels Alternativen kann man das BQ-CC87 (vor allem, wenn man die Option inklusive 4 Eneloop-Akkus wählt, ähem) aber durchaus empfehlen.

★★★★☆


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Panasonic BQ-CC87

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