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Apple HDMI-Lightning-Adapter: Teuer, aber mit Killerfeature für 16:10-Format

25.1.2022·Kommentare:  0Retweets:  0 0

Obwohl ich mir eigentlich gedacht habe, dass die Zeiten teuren iPad-Zubehörs, das via Lightning angeschlossen wird, für mich vorbei sind, habe ich mir vor kurzem doch den 55 Euro teuren HDMI-Lightning-Adapter (oder sperriger, aber offiziell: Lightning-to-Digital-AV-Adapter) gekauft, um mein iPad via HDMI an einen Monitor anschließen zu können. Über das Warum und weshalb mich der Adapter sogar positiv mit einem (nerdigen) Killerfeature überrascht hat, lest ihr in diesem Post.

Apple Lightning-to-Digital-AV-Adapter inklusive Originalverpackung nebeneinander auf einem Tisch.
Nur echt in Apples Originalverpackung? Der Lightning-auf-HDMI-Adapter inklusive Verpackung.

Exkurs: Bestellung bei Amazon geht retour

Doch zunächst ein kleiner Exkurs zur Beschaffung. Den Adapter habe ich mir nämlich zunächst der Einfachheit halber bei Amazon bestellt. Bei Apple-Produkten neige ich meist zur Bestellung direkt bei Apple, aber bei Amazon war die Lieferzeit schneller und der Adapter 10 Euro günstiger.

Also bestellt, geliefert und dann die Verwunderung beim Auspacken: Warum verkauft Amazon Apple-Originalzubehör nicht in der Apple-Originalverpackung?! Der Adapter wurde nämlich nicht im klassischen kleinen Retail-Karton geliefert, sondern einfach in einem Plastiksackerl, ohne jegliche Beilagen wie Kleingedrucktes etc.

Jetzt bin ich nicht grundsätzlich dagegen, für einen schmäleren CO2-Abdruck auf Verpackungsmaterial zu verzichten, aber a) ohne jegliche Vorwarnung und b) ohne jeglichen Beleg, dass es sich um ein Originalprodukt handelt seitens Amazon bin ich da schon skeptisch. Denn, dass Apple-Produkte aus dem Lieferkarton in Bulk-Säckchen verkauft werden, wie ein x-beliebiges Kabel beim Computer-Laden um die Ecke, wäre mir neu (lasse mich in den Kommentaren aber gern eines Besseren belehren). Und ja, wie gesagt, Verkauf und Versand erfolgten direkt über Amazon, ein Dritthändler war nicht involviert.

Warum überhaupt dieser Adapter?

Kommen wir zum eigentlichen Anschaffungsgrund: Heuer habe ich meinen betagten Samsung 244T in den Ruhestand geschickt und bin auf einen LG 32UN880 UltraFine umgestiegen. Seitdem steht der 244T ungenutzt herum. Dann hat sich aber vor Kurzem Bedarf nach einem Zweitfernseher ergeben, um nicht zu zweit auf einen kleinen iPad-Schirm angewiesen zu sein.

Warum iPadOS und nicht Android?

Gleich vorweg: Ja, es muss ein iPad sein, weil wir nur damit zwei Bluetooth-Ohrhörer gleichzeitig verbinden können (in unserem Fall die unsäglichen, aber zweckmäßigen Beats Flex). Lieber wäre mir zwar mein Galaxy Tab S5e, weil wir damit auch andere Ohrhörer verwenden könnten, aber Samsung hat das Dual-Audio-Feature dort kurzerhand entfernt (ein Thema übrigens, das mich und andere noch immer aufregt und mich auf absehbare Zeit von weiteren Samsung-Investitionen absehen lässt1).

Das Grundproblem

Zurück zum Samsung 244T: Der war 2007 ein Top-Monitor und mit 16:10- statt 16:9-Format auch gut zum Arbeiten geeignet. Genau darin liegt nun aber das Problem, denn der 244T bietet kein 1:1-Pixel-Mapping. Das bedeutet, dass er, egal von welcher Quelle, immer das ganze 16:10-Bild ausfüllt. Bei Laptops kein Problem, denn die unterstützen alle möglichen Auflösungen, also auch 1920 × 1200 für 16:10 statt der weitverbreiteten 1920 × 1080 für 16:9. Schließt man aber ein klassisches Hi-Fi-Gerät, das für die TV-Ausgabe gedacht ist, an, wie z.B. eine PlayStation 4 oder Apple TV, dann geben diese nur ein 16:9-Signal aus. Dieses Signal streckt der 244T dann vertikal auf 16:10. Die Inhalte werden also leicht, aber doch wahrnehmbar, in ihrer Höhe verzerrt dargestellt. Zumindest die PS4 und auch Apple TV bieten diesbezüglich leider keine Ausgabe-Optionen an (z.B. das Signal mit schwarzen Balken oben und unten auf 16:10 zu rendern).

Biss in sauren Apfel

Die günstigste Lösung, um nun also …

… Filme und Serien schauen zu können war der Kauf von Apples 55 Euro teurem Lightning-to-Digital-AV-Adapter – auch wenn das Bild leicht verzerrt sein sollte. Der Cineast in mir weinte innerlich zwar, aber der Pragmatiker in mir konnte sich nicht zum Kauf eines Billig-16:9-Monitors durchringen, wenn der 244T im Prinzip noch super funktioniert.

Das (undokumentierte) Killerfeature

Also Adapter auf Amazon bestellt, zurückgeschickt, bei Apple bestellt, aus Originalverpackung ausgepackt, angeschlossen … und siehe da: Bei Apps wie Netflix oder Amazon Prime (welche neben der iPadOS-typischen 4:3-Ausgabe auch 16:9-Vollbild für Videoausgabe unterstützen) werden Videos doch tatsächlich unverzerrt mit gerenderten schwarzen Balken oben und unten ausgegeben – halleluja! Und: Warum gibt Apple diese doch nicht ganz unwichtige Information nirgends an?!

Drei Dinge sollte man vielleicht noch erwähnen:

Gute und böse Apps

Auf den letzten Punkt möchte ich mit guten und negativen Beispielen noch etwas genauer eingehen. So gibt es mit Netflix, Amazon Prime Video, Apple TV+ und Disney+ vorbildliche Apps, welche die Vollbild-Ausgabe unterstützen. Bei Netflix kann es sein, dass ein vorgeschalteter Episoden-Rückblick nur in 4:3 ausgegeben wird, die eigentliche Folge dann aber im bildschirmfüllenden 16:9-Format (konkret bei »The Witcher«) – verschmerzbar.

Dann gibt es Apps wie die ORF TVThek und YouTube, die nur mit herkömmlicher 4:3-Spiegelung funktionieren (das Bild ist dann quasi schwarz »eingekastelt«). Es geht aber noch schlimmer: Apps wie Sky Ticket, welche die HDMI-Ausgabe aus rechtlichen Gründen gleich ganz unterbinden.

Nichtsdestotrotz, wer einen der großen Streaming-Dienste verwendet, für den kann Apples HDMI/Lightning-Adapter eine sehr gute Lösung sein.


  1. Ironischerweise ist besagter 244T auch von Samsung. 

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