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8, 11 oder 12+ Zoll? Welche Tablet-Größe ist die beste?

28.11.2023·Kommentare:  0

Ich habe mir dieses Jahr mit dem Galaxy Tab S8+ (12+-Zoll) und dem Nokia T10 (8 Zoll) erstmals Tablets abseits des üblichen 11-Zoll-Formfaktors zugelegt (und damit mehr Tablets, als man selbst als Tablet-Fan braucht 😅). Doch welche Größe ist nun am besten und worauf würde ich bei künftigen Käufen achten? Ein Versuch, meine Gedanken zu ordnen (und – selbst als Fan – ein paar Tablet-Seitenhiebe loszuwerden 😉).

Beginnen wir vor der Größe aber noch mit etwas Grundsätzlichem, nämliche der OS-Wahl bzw. ob und wann diese eine Rolle spielt:

Android oder iPadOS?

iPadOS – kurz und schmerzlos. Das wird in Apple-Kreisen auch gern für vieles kritisiert, bietet gegenüber Android aber vor allem im App-Bereich viele Vorteile: Vielfalt (insbesondere bei Code-Editoren, RSS-Readern), Anpassungen an den Tablet-Formfaktor – und, ganz ehrlich, viele gute Apps mit transparenten Datenschutz-Angaben. Mir ist eine datenschutzfreundliche App um ein paar Euro tausendmal lieber als eine, vielleicht noch dazu unbekannte, Gratis-App, bei der man nicht weiß, wer oder was dahintersteckt.

Das heißt aber nicht, dass Android unbedingt eine schlechte Wahl ist: Es gibt für viele Anwendungsgebiete zumindest eine brauchbare App, wer nur streamt und surft sollte sowieso keine Probleme haben. Modelle wie die Galaxy-Tab-Reihe von Samsung bieten im Gegensatz zu Apple problemloses (also für alle Kopf- und Ohrhörer offenes) Dual Audio bzw. Audio teilen. Frühere Vorteile wie, dass USB-C-auf-HDMI-Adapter viel billiger waren, als welche mit Lightning, fallen seit Apples Umstieg auf USB-C weg. Mit dem richtigen Timing bekommt man dafür 120-Hz-OLED-Displays im 12-Zoll-Formfaktor bereits ab knapp über 700 Euro. Ein iPad Pro mit 12,9 Zoll startet bei 1.319 Euro – ohne OLED und »nur« mit Mini-LED.

Maus- & Tastatur-Unterstützung

Der Faktor Maus-Unterstützung sei auch gleich aus dem Weg geräumt: Diese würde ich, insbesondere beim Versuch, ein Android-Tablet als Laptop-Ersatz zu verwenden, außer Acht lassen. Ja, man kann Android mit einer Maus verwenden. Die Frage ist aber eher, ob man sich auf Android-Tablets lieber über die unausgereifte Tastatur- oder noch mehr über die unausgereifte Maus-Bedienung (Stichwort Text markieren) ärgern will.

Es ist oft schwer zu sagen, ob es an der jeweiligen App oder an Android generell liegt, aber so Dinge wie Text markieren und kopieren (STRG + C funktioniert in App A, STRG + V nicht mehr in App B – oder sogar A!) ist ein einziger Krampf. Genau so wie Tastatur-Shortcuts wie STRG + T für neuen Tab, wo der Fokus dann nicht in der Adresszeile des Browsers ist etc. Und vom Markieren von Text mit Maus, will ich gar nicht erst anfangen. Sprich, Maus und/oder Tastatur an Android-Tablet anschließen und wie auf einem Laptop arbeiten solltet ihr am besten gleich vergessen, da erspart ihr euch viel Kummer.

Beides, Maus und Tastatur, werden in iPadOS, obwohl sich Apple bis 2015 geziert hat, mittlerweile besser unterstützt. Wer also wirklich produktiv auf einem Tablet arbeiten will (oder es zumindest versuchen will 😉), hat mit einem iPad, sowohl was App-Vielfalt, als auch was die Unterstützung der Peripherie angeht, die besseren Karten. Aber auch hier gilt: Erwartet nicht, dass von Tag 1 an eine Laptop-artige Experience habt.

Stift-Unterstützung

Zumindest beim Stift dürften sich Android (zumindest bei Samsung-Tablets) und iPads nicht viel nehmen – Zeichen-Experten wie Brad Colbow tendieren zwar eher zum Apple Pencil, stellen aber der S-Pen-Reihe ein sehr gutes Zeugnis aus. Und letztere ist bei Samsung mit dabei, bei Apple um 130 Euro extra nachzukaufen.

Damit endlich zu den Größen:

11 Zoll: Der perfekte Allrounder

Wer noch gar kein Tablet hat, dem rate ich zu den bewährten 11 (oder früher oft 10) Zoll – siehe auch die Story, wie Steve Jobs & Jony Ivo aufs Format des originalen iPads kamen. Die Dinger sind in der Regel (= ohne Hülle) für die Couch leicht genug, haben aber auch ansteckbare Tastaturen in brauchbarer Größe – mit einem Tablet in der Größe ist man flexibelsten für alle Anwendungsgebiete unterwegs.

Das Display ist für Multitasking groß genug, auch Zeichnen klappt wunderbar. iPads haben hier ein bisschen das Problem, dass es selbst bei der Pro-Reihe noch keine OLED-Displays gibt und im 3:2-Format dicke Kinobalken bei Film- und Seriencontent störend grau sind (selbst bei Top-Displays wie z.B. meinem iPad Pro 2nd Generation von 2017; Mini-LED des iPad Pros 12,9 kann ich aber nicht beurteilen). Wer also hauptsächlich Filme und Serien schaut, ist mit einem günstigen Android-Tablet, dafür aber mit OLED, besser beraten.

Ganz schlimm finde ich übrigens die beiden günstigsten iPads von Apple, nämlich das 9th- und 10th-Generation-iPad: Wie kann es bitte sein, dass man um 429 bzw. 579 Euro UVP kein laminiertes Display bekommt? Ein Nokia T10 um 150 Euro hat das sogar! Diese Form der Produkt-Diversifizierung, die nur im eigenen Öko-System Sinn ergibt, erinnert stark an Sony.

Was die Android-Geräte-Wahl betrifft, würde ich auf jeden Fall zu so viel Performance wie möglich raten. Ich war zwar jahrelang mit dem Mittelklasse-Tablet Tab S5e glücklich, der Unterschied zu einem Tablet mit einem High-End-Snapgradon ist aber enorm. Auch, wenn dieser der A-Serie von Apple nicht einmal ansatzweise das Wasser reichen kann, ist die UI-Experience einfach viel, viel smoother als auf einem Mittelklasse-Tablet (vor allem, wenn das dann schon ein paar Jahre auf dem Buckel hat).

Das macht die Wahl nicht leichter, mein Tipp wäre aber jedenfalls, dass festgesetzte Budget maximal auszunutzen und im Android-Bereich vor allem mehr für einen starken Prozessor auszugeben und im iPad-Bereich mehr fürs Display (konkret also mindestens ein iPad Air 4, das mit 769 Euro aber nicht billig ist).

Wozu braucht man Tablets mit 12 und mehr Zoll?

Machen wir’s kurz: Tablets mit 12 Zoll und mehr taugen vor allem für eine Sache: Film- und Serien-Konsum. Ja, natürlich: Wer gerne mit Stift zeichnet oder am Tablet Videoschnitt macht oder einen sonstigen Workflow, der viel Arbeitsfläche benötigt, durchläuft, für den könnten 12 Zoll auch einen Blick wert sein.

Alle anderen Tätigkeiten, wie im Web surfen, Mails und RSS-Feeds checken, sind auf einem 12-Zöller sperriger und das Handling nicht mehr so gut. Beispielsweise klappt es nicht mehr wirklich, das Tablet im Bett liegend auf die Brust zu stellen und mit beiden Händen zu bedienen (etwas, das mit 11 Zoll noch super funktioniert). Da nützt es auch nichts, wenn man mit Multitasking und via Splitview mehreren geöffneten Apps liebäugelt. Die 12 Zoll funktionieren meiner Erfahrung nach am besten in einem Tastatur-Cover auf einem Tisch stehend – und da ist man dann schon mitten im Übergangsbereich zum Laptop.

Wie eingangs erwähnt, muss man bzgl. Preis ein 12,9-Zoll-iPad-Pro schon sehr wollen (ab 1.319 Euro, mit Tastatur dann schwerer als ein Laptop!), die Tab-Plus-Reihe von Samsung (z.B. Tab S8+ oder Tab S9+) gibt es nach ein paar Monaten fast schon um die Hälfte.

Ein Vorteil gegenüber 11-Zöllern ist, dass 12-Zoll-Tastaturen echte Laptopgröße haben, wobei sich auch auf Ersteren schon sehr gut Tippen lässt. Auch bei 12 Zoll sind beleuchtete Varianten (im Android-Bereich bzw. konkret bei Samsung) Mangelware, in der Hinsicht also auch kein Vorteil.

Die Krux mit 8-Zoll-Tablets

In Anbetracht des Preises hatte ich meinem Nokia T10 zwar ein gutes Zeugnis ausgestellt. Man muss aber klipp und klar sagen, dass das größte Problem bei kleinen Tablets einfach das ist, dass es nur welche im Billigpreis-Segment gibt: Unterdurchschnittliche Displays, gerade mal so ausreichende Performance und keinerlei bioemetrische Entsperrmethoden. Ausnahme ist das durchaus spannende Lenovo Legion Y700, das es aber bei uns einerseits nicht offiziell im Handel gibt und andererseits ebenfalls keine biometrische Entsperrmethoden mitbringt. Banking etc. mit Pin-Code macht darauf jedenfalls keinen Spaß und ist für mich ein No-go.

Das einzige 8-Zoll-Tablet ohne Kompromisse (oder, sagen wir, fast) ist das iPad mini. Es ist im Vergleich zur Android-Konkurrenz mit knapp unter 600 Euro verdammt teuer und, wenn die Gerüchte stimmen, wird 2024 (endlich) von einem Nachfolger mit OLED-Display abgelöst (und das hoffentlich mit 120 Hz).

Das Handling, vor allem als 2nd-Screen daheim ist jedenfalls großartig. Größter Vorteil gegenüber dem Smartphone ist der merklich größere Screen, der fürs Surfen und Lesen eben doch noch eine Ecke besser ist.

Dafür sind Tastaturoptionen problematisch und ein 8-Zöller ergibt unterwegs zusätzlich zum Smartphone wenig Sinn. Tasturoptionen gibt zwar einige, aber wirklich gute könnte ich jetzt keine aufzählen (von Logitechs Keys-to-go war ich jedenfalls nicht begeistert). Die Lösungen, die es gibt (also im Prinzip irgendwelche kompakten Bluetooth-Tastaturen), könnte man gleich mit dem Smartphone verwenden.

Bei einer Tendenz zum 8-Zoll-Tablet würde ich jedenfalls abwarten, was die nächste Generation des iPad minis so bringt (und schon mal jetzt zu sparen beginnen 😆).

Eure Meinung

Was meint ihr? Seht ihr das mit den unterschiedlichen Tablet-Größen so ähnlich wie ich oder ganz anders? Habt ihr ein 8, 10, 12 oder gar 14 Zoll großes Tablet und ganz andere Erfahrungen damit gemacht oder Tipps? Auf euer Feedback dazu freue ich mich wie immer in den Kommentaren!


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