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Kritik: »Pacific Rim: Uprising«

Spoilerfrei·3.5 / 5 Sterne·16.4.2018·Kommentare:  4Retweets:  0 1

»Pacfic Rim« war für mich der ultimative Überraschungshit des Sommers 2013: Aus dem Nichts kam da plötzlich ein atmosphärischer Sci-Fi-Action-Blockbuster von Guillermo del Toro ins Kino, der für Genre-Fans keine Wünsche offen ließ. Und für diese, mich eingeschlossen, war »Pacfic Rim« der perfekte Film. Das macht es für eine Fortsetzung natürlich nicht unbedingt leicht. Vor allem nicht, wenn man die Umstände ihrer Entstehung in Betracht zieht.

Denn finanziell war Teil 1 kein Überflieger und hat bei extrem hohen Produktionskosten von angeblich 190 Mio. Dollar »nur« 411 eingespielt – laut Faustregel, dass Filme ungefähr das doppelte ihrer Kosten an den Kinokassen einbringen müssen um überhaupt ein positives Ergebnis zu erzielen, war das schon ziemlich knapp. Noch einmal über 100 Mio. für (eine finanziell meist schlechter abschneidende) Fortsetzung in die Hand zu nehmen, ist da ein Risiko, das Studios nicht gerne eingehen (siehe auch Einspielergebnis und Fortsetzungschancen von »Warcraft: The Beginning«). Insofern können sich Fans freuen, dass es überhaupt zur Realisierung eines zweiten Teils gekommen ist – auch wenn dieser nicht so gelungen ist wie sein Vorgänger.

Dabei wären die Voraussetzungen gar nicht so schlecht: Obwohl Guillermo del Toro nicht mehr im Regiestuhl Platz genommen hat, hat man mit Steven S. DeKnight jemanden gefunden, der als Schöpfer der Fernsehserie »Spartacus« bereits sein Talent für die Kombination exzellenter Action mit Charakterentwicklung unter Beweis gestellt hat. Als Ersatz für Charlie Hunnam springt John Boyega ein, der als Sohn von Stacker Pentecost einen guten Hauptcharakter abgibt. Auch handlungstechnisch hat man sich einiges für die Fortsetzung überlegt und bietet so einerseits interessante Perspektiven in die Fortsetzung des Jaeger-Programms als auch eine gute Erklärung für die Wiederkehr der Kaijus – und das alles sogar unter passabler Einbindung beliebter Charaktere wie die Herren Doktoren Gottlieb und Geiszler.

Trotzdem leidet »Uprising« an den zwanghaften Bemühungen des Studios, aus »Pacific Rim« ein veritables Franchise machen zu wollen. Da wäre einerseits die Verjüngungskur der Jaeger-Piloten, denn statt ausgebildeter Profis und alter Haudegen zanken sich nun Teenager und Twens im Hauptquartier des Pan Pacific Defense Corps. Die Verkürzung der Laufzeit auf 111 Minuten mag zwar mehr Vorführungen pro Tag ermöglichen, Charaktere wie jener von Rinko Kikuchi oder Scott Eastman kommen in der Charakterentwicklung dafür viel zu kurz. Und obwohl ich dem Film die ganze Sache mit den Jaegern und Kaijus gerne abnehme, wird der Bogen der Glaubwürdigkeit bereits in den ersten Minuten durch die handwerklichen Fähigkeiten der Protagonistin stark überspannt. Das mag nur ein Detail sein, aber man fürchtet sich so gleich in den ersten Minuten, hier vielleicht nicht doch in einem der miserablen »Transformers«-Sequels zu sitzen.

Bleibt unterm Strich eine Fortsetzung, die zwar dem Original nicht das Wasser reichen kann, dafür aber sehr gute Action mit einer guten Fortsetzungsidee bietet – die übrigens vor allem in einer 4DX-Vorstellung gut zur Geltung kommt.

Ok ★★★½☆


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Pacific Rim: Uprising https://benedikt.io/2018/04/kritik-pacific-rim-uprising/ 2018-04-16 https://benedikt.io/media/movie-review.jpg Solide Action-Unterhaltung, die aber nicht an das Original herankommt.

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