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Kritik: »Skyscraper«

Spoilerfrei·2.5 / 5Sterne·25.7.2018·Kommentare:  0Retweets:  0 1

»Stirb langsam« ist zweifellos der Film, an den jeder denken muss, der auch nur einen Schnipsel Promomaterial für »Skyscraper« gesehen hat. Da mutet der Film mit Dwayne Johnson in der Vorschau wie der genredefinierende Action-Thriller von 1988 mit Bruce Willis an, nur halt mehr auf Komödie. Kann das überhaupt funktionieren? Es könnte, denn es gab in der Vergangenheit durchaus von Erfolg gekrönte ähnliche Versuche. So ist »Independence Day« (1996) eine gelungene Neuinterpretation von »Krieg der Welten« – halt mehr auf Action und Komödie. Meinetwegen auch »Predator« (1987) als Dschungelversion von »Alien« (1979), halt mehr auf Action. Man sieht, es ginge, aber ob »Skyscraper« hier ebenso erfolgreich ist?

Die Antwort darauf ist ein klares Nein, und das hat gleich mehrere Gründe. Die erste Feststellung, die man als Zuschauer macht: »Skyscraper« ist ziemlich humorbefreit, was in Anbetracht der übertriebenen Poster und nicht wirklich ernstzunehmender Actioneinlagen im Trailer (z.B. der Sprung vom Kran) seltsam anmutet. Hätte das etwa gar kein selbstironischer Action-Blockbuster werden sollen, sondern ein »ernster«? Als Film würde »Skyscraper« mit Humor und Ironie jedenfalls wesentlich besser funktionieren.

So nimmt sich der Film erstaunlich ernst, kann dafür aber weder bei der Spannung noch bei der Action überzeugen. Pompös mag das ja alles sein und man muss dem Film zugute halten, dass er vor allem in 3-D ein paar gute Höheneffekte zu bieten hat, wenn Dwayne Johnson als Protagonist Will Sawyer am höchsten (fiktiven) Gebäude der Welt hängt. Aber packend ist nichts davon und von der Intensität einer Szene wie jener am Burj Khalifa in »Mission: Impossible – Phantom Protokoll« weit entfernt.

Und dazu kommen noch ziemlich fade, charismalose Bösewichte und eine verheizte Neve Campbell, die als Sawyers Frau bei der Rettung eines ihrer Kinder eine der wirklich dümmsten Actioneinlagen der letzten Jahre abliefern muss. Auch um Dwayne Johnson ist es schade, denn mit ernsten Thrillern wie »Faster« (2010) oder eben Action-Komödien wie »Jumanji: Welcome to the Jungle« (2017), die übrigens genau den Ton trifft, den »Skyscraper« meilenweit verfehlt, hätte er das komplette schauspielerische Spektrum samt entsprechender Ausstrahlung parat.

So bleibt »Skyscraper« ein Film, der weder witzig ist noch erinnerungswürdige Action bietet. Wirklich alles an diesem Film ist so ohne Biss, so wenig packend und mitreißend, als hätte man »Stirb langsam« für Kleinkinder machen wollen: Explosionen, Hubschrauber, rennen, springen. Eine große, gigantische Hülle ohne Inhalt.

Zahnlos ★★½☆☆


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