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Kritik: »Glass«

Spoilerfrei·4.0 / 5Sterne·21.1.2019·Kommentare:  0Retweets:  0 2

»Unbreakable – Unzerbrechlich«, M. Night Shyamalans zweites Projekt nach seinem Überraschungshit »The Sixth Sense«, war 2000 ein interessantes Experiment: Eine Superhelden-Origin-Story, aber ganz nüchtern und extrem langsam erzählt – ein Ansatz, den man damals als durchaus innovativ bezeichnen konnte. Und der nun, 19 Jahre später mit »Glass« eine Fortsetzung erhält.

Ich habe »Unbreakable« damals im Kino gesehen und in guter Erinnerung, weiß aber noch genau, dass mich die Abenteuer von David Dunn (Bruce Willis) nach den Ereignissen in »Unbreakable« fast noch mehr interessiert hätten. Um diesbezügliche Fortsetzungen gab es zwar Gerüchte, realisiert wurde allerdings keine – wohl auch, weil der Film für das Studio damals nicht den gewünschten Erfolg brachte. 250 Mio. Dollar Einspielergebnis bei 75 Mio. Dollar Produktionskosten sind zwar ein ganz netter Gewinn, für eine (erfahrungsgemäß umsatzschwächere) Fortsetzung aber zu wenig.

Kurz darauf begann in Hollywood mit Bryan Singers »X-Men« und Sam Raimis »Spider-Man« allerdings eine Entwicklung, die alles verändern sollte. Marvel sei Dank, wurde nicht nur mein Durst nach Abenteuern, die Superhelden nach ihrer Entstehung erleben, mehr als gestillt, sie waren plötzlich auch »in« – und für die Studios äußerst profitabel.

In dieser Zeit wurde es um M. Night Shyamalan zwar nicht still, aber kontrovers, da seine Filme – allen voran die beiden Flops »After Earth« und »Die Legende von Aang« – an den Kinokassen immer weniger einspielten.

2015 landete Shyamalan mit seinem Independet-Horror-Film »The Visit« jedoch wieder einen finanziellen Volltreffer und konnte 2016/17 mit »Split« daran anknüpfen. Nun ist »Glass« interessanterweise nicht nur die Fortsetzung von »Unbreakable«, sondern auch noch eines anderen Shyamalan-Films, der hier aber, um den Überaschungseffekt zu wahren, nicht erwähnt werden soll. Es sei nur angemerkt, dass man sich zur Vorbereitung auf »Glass« am besten alle Werke Shyamalans seit 2008 zu Gemüte führt (wobei man »After Earth« und »Die Legende von Aang« auslassen kann) – oder einfach nach dem entsprechenden Film googlet und sich nur diesen ansieht.

Und wie ist nun »Glass«? Ziemlich gut, würde ich sagen. Stilistisch geht es dabei in eine ähnlich Richtung wie »Unbreakable«, wobei die teils schon quälend langsame Inszenierung des 2000er-Geheimtipps nicht nur beim Schnitt, sondern auch in den Dialogen und Reaktionen nun wesentlich flotter angegangen wurde. Sicher spielt sich noch vieles lediglich in geschlossenen Räumen oder in Dialogen ab, aber spannend ist der Aufbau dieses Superhelden-Universums allemal. Krönenden Abschluss findet »Glass« dann nicht nur in seinem gelungenen Showdown, sondern auch in seinem – zumindest für mich – überraschenden Ende, welches natürlich auf weitere Teile hoffen lässt, aber wohl anders, als man es zu Beginn des Film vermuten würde.

Alles in allem eine gelungene Fortsetzung, die wirklich gut gemacht ist und das »Unbreakable«-Universum gekonnt ausbaut. Hoffen wir auf weitere Teile.

★★★★☆


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Glass https://benedikt.io/2019/01/kritik-glass/ 2019-01-21 M. Night Shyamalan https://benedikt.io/media/movie-review.jpg Eine wirklich gelungene Fortsetzung des 2000er-Geheimtipps »Unbreakable«. ★★★★☆

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