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Kritik: »Le Mans 66 – Gegen jede Chance«

Spoilerfrei·4.5 / 5Sterne·20.11.2019·Kommentare:  0Retweets:  0 1

James Mangolds Rennfahrer-Projekt nach dem Wolverine-Finale »Logan« (2017) scheint in Zeiten sicherer Einnahmequellen in Form von Fortsetzungen und Comic-Franchises gewagt. Vor allem in Anbetracht guter, aber gefloppter ähnlicher Biopics wie Ron Howards »Rush« (2013).

Dabei ist mit »Le Mans 66«, umgeben von leicht angestaubten Franchises wie Terminator oder Star Wars, endlich wieder ein erfrischender, cooler und interessanter Film am Start. Erzählt wird die Geschichte der Rennlegenden Ken Miles (Christian Bale) und Carroll Shelby (Matt Damon), die Mitte der 60er gemeinsam versuchen mit Ford ein Auto zu entwickeln, das beim 24-Stundenrennen von Le Mans den Platzhirsch Ferrari schlagen kann – basierend auf der wahren Geschichte.

Das Wagnis hat sich ausgezahlt, denn der Film ist wirklich gut gelungen, nicht zuletzt aufgrund der Leistungen von Matt Damon und Christian Bale. Die Interpretation von Carroll Shelby wird mancherorts zwar als zu nüchtern kritisiert, jene von Ken Miles wiederum als karikaturistisch. Ich finde die Interpretationen allerdings sehr passend – die Chemie auf der Leinwand stimmt einfach.

Dass der Film bei uns »Le Mans 66« und im Original »Ford v Ferrari« heißt, mag zunächst verwundern. Der Titel des Rennens passt aber besser als die gegeneinander antretenden Marken, denn ein Großteil der Handlung beschäftigt sich auch mit den internen Kämpfen von Miles und Shelby mit Ford selbst. Insofern überrascht sogar die Verwendung der Markennamen ein wenig, denn als Werbung für Ford kann man den Film aufgrund dieses (interessant inszenierten) Aspektes nämlich absolut nicht bezeichnen.

Die leichte Überlänge von 2 Stunden und 32 Minuten stört eigentlich kaum, zumal sich der Film beim finalen Rennen in Le Mans auch wirklich Zeit für einen spannenden Showdown nimmt. Ich konnte den Film zudem in einer 4DX-Vorstellung sehen. Die Technologie kann hier vielleicht nicht alle Effekte ausspielen, gerade die Rennsequenzen kommen durch den Einsatz von Wind und Regen (neben den obligatorisch guten Rüttelsitzen) aber besonders gut zur Geltung.

Generell hätte mir ein etwas stärker Fokus auf die technischen Aspekte der Unterlegenheit gegenüber Ferrari gut gefallen – ein Schuss von »Der Marsianer« oder »Apollo 13« diesbezüglich hätte den Film perfekt gemacht. Aber auch so bleibt »Le Mans 66« ein wirklich empfehlenswerter, nicht selten humorvoller Rennfahrerfilm, der auch Zusehern gefallen wird, die mit der Materie sonst wenig anfangen können.

★★★★½

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