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Test: Logitech »K380« – Stylische Multi-Device-Bluetooth-Tastatur mit Schwächen

3.5 / 5 Sterne·24.10.2018·Kommentare:  0Retweets:  0 1

Die Logitech »K380« habe ich zu einer Zeit gekauft, als ich mit Bootcamp am Mac und dem Microsoft Dock fürs »Lumia 950« gedacht hätte, ich würde fleißig zwischen Mac, Windows und Windows 10 Mobile wechseln. Die »K380« ist seit 2015 am Markt und noch immer Teil des aktuellen Logitech-Sortiments. Während sich meine Annahme zum häufigen Gerätewechsel über die Jahre zwar nicht bestätigt hat, habe ich dafür genug Erfahrungen für einen ausführlichen Langzeittest gesammelt.

Auf einen Blick

  • + Gute Verarbeitung
  • + Interessante Farboptionen
  • + Multi-Device-fähig (3 Geräte)
  • + Tastenlabels für Windows und Mac
  • + Tastenbelegungwechsel via Shortcut
  • + Shortcuts-Reihe
  • + Entfernen-Taste
  • - Runde Tasten
  • - Harter Druckpunkt
  • - Keine Beleuchtung
  • - Zeichen aufgeklebt

Stabiler Stand, typischer Neigungswinkel

Nach dem Auspacken steht die »K380« stabil auf vier Gummifüßen, verrutscht also nicht und bietet mit ihrer flachen Keilform einen für Tenkeyless-Tastaturen typischen Neigungswinkel – etwas flacher als das 2007er Apple »Wireless Keyboard«, aber wohl verlgleichbar mit dem Apple »Magic Keyobard«. Zudem wartet die »K380« mit folgenden Eckdaten auf:

Gute Verarbeitung

Die »K380« ist eines jener Produkte, die in der Planungsphase nicht Logitechs Vorliebe für eher preiswerte Materialwahl zum Opfer gefallen sind. Die Tastatur ist zwar komplett aus Kunststoff gefertigt, fühlt sich aber wertig an und sieht gut verarbeitet aus. Lediglich die aufgeklebten Zeichen schmälern den ansonsten guten Eindruck.

Die größten Schwächen: Tastendruck und -Form

Die größten Schwächen der »K380« fallen eigentlich unmittelbar nach der Inbetriebnahme auf. Die Tasten haben zwar einen klaren Druckpunkt, dieser ist allerdings sehr hart gewählt. Selbst, wenn man normal tippt, klingt die »K380« so, als würde jemand aggressiv auf die Tastatur hämmern. Mag sein, dass das nicht jeden stört, mir ist das aber sofort negativ aufgefallen.

Zudem hat Logitech aus stilistischen Gründen eine runde Tastenform gewählt. Das ist zwar kein wirkliches No-go, aber gewöhnungsbedürftig und funktional völlig unnötig.

Keine Beleuchtung

Beleuchtung mag kein wesentlicher Bestandteil von Tastaturen sein. Ob man das Fehlen eines solchen Features dementsprechend als wirklichen Kritikpunkt werten kann, sei dahingestellt. Beleuchtung hat die »K380« jedenfalls keine.

Gute Lösung für unterschiedliche Tastaturlayouts

Im Gegensatz zu vielen anderen Multi-Device-Tastaturen hat die »K380« den Vorteil, dass zumindest grundlegende Unterschiede bei den Tasten mit der Alternativbelegung bedruckt sind. Beispielsweise prangt am L auch ein @-Zeichen für Mac-User. Die Leertasten-Zeile ist je nach Betriebssystem zudem wie folgt angeordnet:

»K380« (Windows):
Strg · Fn · Start · Alt · Leertaste · Alt (Gr) · Strg · Pfeile
»K380« (Mac):
Strg · Fn · Option (Alt) · Command · Leertaste · Command · Option (Alt) · Pfeile
Apple-Tastaturen:
Fn · Strg · Option (Alt) · Command · Leertaste · Command · Option (Alt) · Pfeile

Als Mac-Tastatur ganz brauchbar

Abgesehen vom Strg-Fn-Dreher muss man sich als Mac-User also nicht großartig umstellen. Mac-Belegungen befinden sich dabei in Hellgrau auf der Taste (die weiße Hauptfarbe ist der Windowsbelegung vorbehalten), Windows-Zweitbelegungen in Dunkelgrau in einem hellgrauen Kreis. Die vielen Mac-spezifischen Belegungen der Ziffernreihe sind leider nicht abgebildet, dafür gibt es aber auch für Mac-User eine echte Entfernen-Taste über dem Backspace – hurra!

Fallback bei OS-Erkennung, Sondertasten

Ob die »K380« die Mac- oder Windows-Tastenbelegung verwenden soll, erkennt die Tastatur normalerweise automatisch. Sollte es dabei zu Problemen kommen, hat Logitech einen Fallback-Shortcut eingebaut: Durch längeres Drücken von Fn + P aktiviert man die Windows/Android-Belegung, mit Fn + I jene für den Mac.

Neben den Sondertasten und -shortcuts für die verschiedenen Betriebssysteme kann man auch einstellen, ob die Sondertastenreihe standardmäßig die jeweilige F-Taste oder die Sonderbelegung aktivieren soll. Dafür ist Logitech »Options« erforderlich. Die Installation von Dritthersteller-Software zum Betrieb von Eingabegeräten klingt zwar nicht besonders verlockend, ich muss allerdings zugeben, dass Logitech »Options« problems funktioniert und sich dezent im Hintergrund hält und eigentlich eine super Management-Software ist, wenn man mehrere Geräte von Logitech im Einsatz hat.

Die besten »K380«-Alternativen gibt’s nicht mehr

Die »K380« ist also nicht schlecht und für echte Multi-Device-User, die auch zwischen Betriebssystemen wechseln, prinzipiell empfehlenswert. Als Bluetooth-Tenkeyless-Tastatur ist sie zudem mit einer UVP von 50 Euro auch die günstigste im aktuellen Logitech-Sortiment (die »K375« mit Ziffernblock ist um 5 Euro günstiger, enthält einen Ständer für Tablets sowie einen Unifying-Empfänger).

Das Traurige daran ist, dass Logitech die perfekte Multi-Device-Tastatur im Tenkeyless-Format bereits im Programm hatte: Die »K810« gab’s nicht nur für Windows, sondern als »K811« (Fotos immer ganz unten) mit angepasster Farbgebung und Tastaturbelegung auch für den Mac. Der Tastenanschlag war viel besser und angenehmer als bei der »K380« (womöglich sogar besser als bei Apples »Magic Keyboard«), die Tasten klassisch quadratisch, sie waren ebenfalls Multi-Device-fähig und boten sogar eine mehrstufige Beleuchtung. Leider gibt’s diese Tastaturen nicht mehr, meine Mac-Version fiel einem Saftunfall zum Opfer, die Windows-Version verwende ich nach wie vor im Büro. Die 800er-Reihe fällt damit für mich unter jene Kategorie Hardware, die man auf Vorrat hätte kaufen sollen. Bleibt im Logitech-Sortiment also nur mehr die »K380« mit folgendem Fazit:

Fazit

Die »K380« ist eine robuste, langlebige Tenkeyless-Tastatur (ohne Ziffernblock), mit der nicht nur bis zu drei Geräte, sondern auch unterschiedliche Betriebssysteme und deren Tastaturbelegungen unterstützt werden. Der harte Tastenanschlag und die etwas gewöhnungsbedürftigen runden Tasten verhindern allerdings eine uneingeschränkte Empfehlung. Wer damit klarkommt, findet in der »K380« aber eine brauchbare Tastatur, deren Straßenpreis sich mit knapp unter 40 Euro (UVP 50 Euro) auch im Rahmen hält.

Gut, aber mit Schwächen ★★★½☆


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