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Kritik: »Star Wars: Episode IX – Der Aufstieg Skywalkers«

Spoilerfrei·3.5 / 5 Sterne·30.12.2019·Kommentare:  2Retweets:  0 1

Wer in den frühen 80ern geboren wurde und die original »Krieg der Sterne«-Trilogie (das internationale »Star Wars«-Branding lernte man erst später durch diverse Super-Nintendo- und PC-Spiele kennen) hauptsächlich von VHS-Kassetten kennt, hat es bezüglich des Franchises nicht leicht.

Erzürnten zunächst die mit nachträglich eingefügten CGI-Effekten verschlimmbesserten Special Editions in den 90ern so manchen Puristen, so enttäuschte spätestens George Lucas’ eigene und damals lang ersehnte Prequel-Trilogie auch die breitere Fanbasis. Eine in den 2000ern gerüchteweise in Arbeit befindliche Live-Action-Serie wurde nie realisiert und die verfügbaren computeranimierten »Clone Wars« (und später »Rebels«) richteten sich eher an ein jüngeres Publikum.

Doch dann verkaufte George Lucas 2012 Star Wars an Disney und 3 Jahre später weckte »Das Erwachen der Macht« neue Hoffnung, die dann mit »Rogue One: A Star Wars Story« – trotz umfangreicherer Reshoots – weiter am Leben erhalten wurde. Anders als beim ebenfalls zu Disney gehörenden Marvel-Franchise, verfolgte man bei Star Wars allerdings eine lockere Politik des Laissez-faire was die künstlerische Vision für neue Episoden betraf – eine Herangehensweise, die man später noch bereuen sollte.

So sah man sich 2018, einem Schicksalsjahr für Star Wars, nicht nur mit enttäuschenden Kritiken und hinter den Erwartungen zurückgebliebenen Einspielergebnissen für »Die letzten Jedi« konfrontiert, sondern erstmals in der Geschichte auch mit einem katastrophalen Flop: Die völlig aus dem Ruder gelaufene Produktion von »Solo: A Star Wars Story« fuhr einen Verlust von geschätzt 50 bis 80 Mio. Dollar ein.

Dabei zog Disney schon während der Produktion die Notbremse, engagierte Hollywood-Veteran Ron Howard um mit teuren Reshoots zu retten, was zu retten ist, legte alle weiteren Anthology-Pläne (»Boba Fett«-Film, Rian-Johnson-Trilogie) auf Eis, heuerte für Episode IX erneut J.J. Abrams an und verschob den Premierentermin von Mai 2019 auf Dezember 2019. So sieht Schadensbegrenzung auf allen Ebenen aus.

Damit liegt es nun erneut an J.J. Abrams, mit »Der Aufstieg Skywalkers« die Mängel der Baustelle »Star Wars« nach »Die letzten Jedi« zu beheben und die Skywalker-Saga für die Fans – und vor allem für Geldgeber Disney – zufriedenstellend abzuschließen. Kein leichtes Unterfangen, das aber zumindest vielversprechend beginnt. Die ersten 20 bis 30 Minuten werden zwar mancherorts als zu lang und zu erklärend kritisiert, aber für mich ist gerade dieser Teil Star Wars in Reinkultur: Viele verschiedene exotische Schauplätze und ein wirklich gelungener Spannungsaufbau, der Lust auf den restlichen Film macht.

Und genau der enttäuscht dann am Ende doch etwas. Man kann sicher lange darüber disktutieren, was man aus einzelnen Charakteren hätte machen können, ob dieser oder jener Auftritt zu kurz oder überhaupt eine gute Idee gewesen ist. Für mich scheitert der ganze Film aber an ganz anderer Stelle, nämlich beim Showdown. Der findet zwar wie gewohnt wieder auf mehrere Parallelhandlungen verteilt statt und bietet prinzipiell auch ein episches, spannungsgeladenes Setup. Schade ist aber, dass hier zuweilen das Gefühl entsteht, dass man diverse Schlachtsequenzen einfach der 2nd Unit übergeben hat, welche dann ein paar Einstellungen für eine Art Montage runtergespult hat, ohne auf eine spannende Abfolge oder Kontinuität zu achten. Coole Dogfights mit X-Wings? Fehlanzeige. Durchdachter Aufbau eines Angriffs von Bodentruppen wie z.B. die Schlacht um Hoth oder meinetwegen auch der Angriff der Ewoks in »Die Rückkehr der Jedi-Ritter«? Nope.

Sicher hat mir »Der Aufstieg Skywalkers« am Ende besser gefallen als »Die letzten Jedi«, wohl auch, weil ich auf so manche Charakter- & Story-Entscheidung gelassener als die Hardcore-Fanbasis reagiere. Dinge wie der cineastisch versemmelte Showdown dürfen bei so einer Produktion hingegen einfach nicht passieren. Immerhin: Egal, was das Marketing oder diverse Medien behaupten, der letzte »Star Wars«-Teil wird das sicher nicht gewesen sein, also, hoffen wir wieder (und weiter).

★★★½☆


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