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Bowers & Wilkins PI7: Test (2) – Ton aus nur einem Ohrhörer, Rückgabe

3 / 5Sterne·15.6.2021·Kommentare:  0Retweets:  0 1

Eigentlich wollte ich die PI7 nach meinem ersten Test weiterhin täglich einsetzen und weitere »Test-Teile« veröffentlichen. Leider hat mir dabei folgendes Problem einen Strich durch die Rechnung gemacht.

Test: Bowers & Wilkins PI7

  1. Guter Klang, viel Kritik
  2. Ton aus nur einem Ohrhörer, Rückgabe
  3. Klangqualität, weitere Details & finales Fazit

Ton aus nur einem Ohrhörer

Als ich die PI7 die erste Woche in Verwendung hatte, waren wir mit dem Wohnmobil auf Urlaub quer durch Österreich unterwegs. Und dabei ist mir nach ein paar Tagen aufgefallen, dass die PI7 Probleme haben, die Verbindung untereinander aufrecht zu erhalten. Das äußerte sich z.B. so, dass der Ton beider Hörer durch Interferenzen unterbrochen wurde, bis nur mehr einer der beiden Hörer Ton ausgab – dafür aber absolut störungsfrei.

Da ich dabei im Wohnmobil meist am Abend bei runtergezogenen Sonnenblenden (die wie eine Ziehharmonika bzw. Fächer aufgezogen werden) Serien schaute oder Musik hörte, führte ich das Problem zunächst auf die gefaltete Struktur der Sonnenblenden zurück. Ich kannte das Problem nämlich bereits mit anderen Bluetooth-Ohrhörern, wenn man im Bus oder in der U-Bahn im Gelenksbereich steht und es dabei zu Störungen der Übertragung kommt. Eine gefaltete Oberfläche ist nämlich die denkbar ungünstigste Oberfläche um Funkwellen zurück zum Sender (bzw. zum anderen Ohrhörer) zu reflektieren.

Nur leider schien das nicht der Ursprung des Problems zu sein. Denn dieses blieb nicht auf das Hören vorne im Wohnmobil beschränkt, sondern trat unabhängig davon auf und wurde immer schlimmer, bis sich die Ohrhörer am Ende gar nicht mehr miteinander verbinden wollten. Da hegte ich auch zum ersten Mal den Verdacht, dass es sich hierbei vielleicht nicht nur um ein reines Software-Problem zur Synchronisierung des Audiosignals handeln könnte.

Hinweis: Dies ist ein unabhängiger, nicht kommerziell ausgerichteter Testbericht basierend auf meinen Erfahrungen. Ich habe das getestete Produkt selbst bezahlt, mir stand weder ein Testmodell oder eine Leihgabe zur Verfügung, noch enthält dieser Artikel Affiliate-Links. Ich stehe zudem in keinerlei Beziehung zum Hersteller und/oder Händler. Mehr zur nicht-kommerziellen Ausrichtung von benedikt.io gibt’s unter Über.

Erneutes Pairing, Reboot und Reset wirkungslos

Verstärkt wurde dieser Verdacht dadurch, dass nicht nur das Löschen und erneute Pairing mit dem iPhone nichts brachte, sondern auch der sogenannte Reboot (Pairing-Button im Case 5 Sekunden drücken) und der Factory-Reset (selbigen Button 15 Sekunden drücken) keine Veränderung bewirkte: Der Ton kam immer nur von jenem Ohrhörer, den man zuerst aus dem Case nahm (der eine erfolgreiche Verbindung signalisierende Systemton kam auch immer nur aus dem entsprechenden Hörer und nicht wie normal aus beiden). Das war für mich auch das größte Mysterium: Denn beide Ohrhörer funktionierten ja im Prinzip, nur eben nicht mehr gleichzeitig.

Via App gab es weder verfügbare Software-Updates (Ohrhörer 1.0.9, Case 1.0.18), noch andere Optionen, die eine Behebung des Problems ermöglicht hätten. Interessant dabei: Obwohl der Ton nur aus einem der Hörer kam, war die Touch-Steuerung (Play/Pause etc.) weiterhin von beiden Hörern aus möglich.

Also dachte ich mir: Dann kann es wohl doch nur ein Software-Problem sein. Die Hoffnung, dass das Problem bereits bekannt sei und via baldigem Update behoben werden würde lebte also.

B&W-Support: Service nötig

Zunichte gemacht wurde diese allerdings vom offiziellen Bowers-&-Wilkins-Support (an den sollte man sich nämlich wenden, wenn Reboot und Reset nichts bringen). Den konnte ich übrigens auch nicht unbedingt problemlos in Anspruch nehmen, weil just das Feld mit der Problembeschreibung am iPhone nicht anwählbar war. Nur der Trick, die Support-Anfrage »leer« abzuschicken, fokussierte (via »Feld muss ausgefüllt werden«-Meldung) das Feld und ermöglichte ein Ausfüllen. Dass eine Antwort nicht wie angekündigt 2 sondern 3 Werktage dauert, ist zwar nicht weiter schlimm. Auf meine Fehlerbeschreibung hin erhielt ich allerdings die Antwort, dass meine PI7 ein Service benötigen würden und ich mich deswegen an meinen Fachhändler wenden solle:

[…] Laut Ihrer Beschreibung wird Ihr Bowers & Wilkins PI7 Kopfhörer einen Service benötigen.
Bitte wenden Sie sich hierzu direkt an Ihren Fachhändler.
Gerne wird man sich um eine bequeme Servicelösung bemühen […]

Amazon bietet sofort Erstattung an

In meinem Fall also Amazon. Im Supportchat zeigte man sich zwar leicht irritiert über die Anweisung Bowers & Wilkins’, bot aber interessanterweise sofort eine Erstattung an. Kann sein, weil die PI7 auf Amazon.de aktuell nicht lieferbar sind – aber das ist nur eine Vermutung. Behalten hätte ich sie – repariert oder ausgetauscht – zwar auch, finde es aber interessant, dass seitens B&W ein potenziell langjähriger, treuer Kunde so leichtfertig aufgegeben wird. Siehe z.B. meine genau gegenteilige Erfahrung bei Sennheiser, die ohne mit der Wimper zu zucken mehrmals ein Ersatzmodell lieferten.

Ändert das mein Fazit?

Obwohl die ganze Sache natürlich frustrierend war (und der Support für die Preisklasse schneller und ohne Hürden wie fehlerhafte Formulare erreichbar sein müsste), ändert der Fall vorerst nichts an meiner Wertung. Interessierten Käufern würde ich aber raten, z.B. die Käuferkritiken auf Amazon im Auge zu behalten – nur, um sicher zu gehen, dass es sich hierbei nicht um einen Serienfehler handelt.

★★★☆☆

Test: Bowers & Wilkins PI7

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  2. Ton aus nur einem Ohrhörer, Rückgabe
  3. Klangqualität, weitere Details & finales Fazit

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