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Bowers & Wilkins PI7: Test (3) – Klangqualität, weitere Details & finales Fazit

3 / 5Sterne·21.6.2021·Kommentare:  0Retweets:  0 1

Obwohl meine Zeit als stolzer Besitzer der PI7 leider kürzer war als gedacht, so gibt es doch noch das eine oder andere berichtenswerte Detail, das ich nicht unerwähnt lassen wollte, allen voran zum Thema Klangqualität.

Test: Bowers & Wilkins PI7

  1. Guter Klang, viel Kritik
  2. Ton aus nur einem Ohrhörer, Rückgabe
  3. Klangqualität, weitere Details & finales Fazit

Verpackung

Beginnen wir aber mit etwas Banalem, nämlich der Verpackung. Die mag für viele nebensächlich sein, da ich mich aber selber oft bei im Internet bestellten Produkten frage, ob diese z.B. nicht eigentlich versiegelt sein sollten oder man hier ungeprüft als x-te Person einen Rückläufer erhält, will ich auch darauf eingehen. Gleich vorweg: Diesbezüglich passt bei den PI7 alles. Die Verpackung kommt in einer Plastikfolie eingeschweißt. Die Umverpackung mit Cover fungiert dabei als Schuber, aus dem man eine weiße Schachtel herausziehen kann. Diese ist magentisch zugeklappt und lässt sich von rechts nach links aufklappen. Dann kommt eine Kartoneinlage, in die das Case gelegt ist, zum Vorschein. Darin befinden sich wiederum die Ohrhörer selbst. Darunter befinden sich wie üblich das Zubehör (siehe auch Teil 1). Ja, da ist wieder viel geklebt, der Magnet müsste auch nicht sein und besonders stylisch sieht Verpackung nicht aus (dass man Stil mit Umweltschutz durchaus verbinden kann, zeigt z.B. die clevere Verpackung der Sony WF-1000XM4), aber sie ist schon ok.

Hinweis: Dies ist ein unabhängiger, nicht kommerziell ausgerichteter Testbericht basierend auf meinen Erfahrungen. Ich habe das getestete Produkt selbst bezahlt, mir stand weder ein Testmodell oder eine Leihgabe zur Verfügung, noch enthält dieser Artikel Affiliate-Links. Ich stehe zudem in keinerlei Beziehung zum Hersteller und/oder Händler. Mehr zur nicht-kommerziellen Ausrichtung von benedikt.io gibt’s unter Über.

Gewicht, Bauform, Sitz im Ohr

Die Ohrhörer wiegen laut Anleitung je 7 Gramm, das Case 61 Gramm. Auch hier eigentlich alles im grünen Bereich (das eine Gramm auf oder ab gegenüber der Konkurrenz fällt nicht ins Gewicht, auch nicht beim Case). Obwohl die PI7 auf den Produktshots relativ groß ausschauen, sind sie das – wie bereits in Teil 1 erwähnt – nicht und sollten gut in die meisten Ohrmuscheln passen. Sie lassen sich auch bequem tragen und auch, wenn ich sie beim Sport nicht testen konnte, hätte ich keine Bedenken, mit ihnen meinen Laufrunden zu absolvieren. Sie sitzen nämlich auch stabil im Ohr – nur alternative Ohrstöpsel von z.B. Comply Foam hätte ich mir noch gewünscht, die gab es aber zumindest zum Erscheinungszeitpunkt noch nicht.

Case mit Bluetooth-Transmitter

Das Case mit Bluetooth-Transmitter habe ich in Teil 1 zwar ein bisschen belächelt, kann aber nicht nur ein nützliches Feature sein, sondern lässt sich auch einfach nutzen: Einfach Case mit USB-C oder 3,5-mm-Kabel an Quelle anschließen, Ohrhörer aus Case nehmen, fertig. Der Rest funktioniert ganz automatisch, ohne am Ausgabegerät irgendwelche Einstellungen in den Bluetooth-Settings vornehmen zu müssen (auch nicht, wenn die Ohrhörer mit dem Ausgabegerät via Bluetooth gepairt wurden bzw. sich damit bereits verbunden haben). Zudem kann man das Audio-Signal via Case auch an weitere B&W-Kopf- und Ohrhörer weiterleiten. Und das kann in der Tat praktisch sein, denn es soll ja Hersteller geben, die von einem Update aufs andere die integrierte Dual-Audio-Funktionalität weglassen.

Vom klapprigen Case-Deckel mit dem billig wirkenden Goldanstrich war ich zwar nicht begeistert, sonst ist das Case aber in Ordnung. Der Magnet für den Deckel ist ähnlich stark wie z.B. bei den Sennheiser Momentum True Wireless, die Magneten für die Ohrhörer (damit diese beim Öffnen des Cases nicht versehentlich herausfallen können), kommen mir dafür gar ein wenig stark vor. Man tut sich fast ein bisschen schwer, die Ohrhörer nur an herausragenden goldenen »Köpfen« zu packen und herauszuziehen.

Klangqualität

Kommen wir zum Abschluss noch zum meiner Meinung nach wichtigsten Kriterium, dem Sound bzw. der Klangqualität. Jetzt stellen ja viele Testberichte den PI7 ein einwandfreies Zeugnis aus, aber ich betone hier noch einmal, dass diese trotz der UVP von 400 Euro in der gleichen Liga wie die Sennheiser Momentum True Wireless und die Sony WF-1000XM4 spielen. Die PI7 vollbringen keine Wunder. Wer ein solches will, kann z.B. zu den Shure SE846 mit True Wireless Adapter greifen – das ist dann wirklich eine ganz andere Liga (und dafür halt mehr als doppelt so teuer wie wie PI7).

V-förmige Klangsignatur

Was aber sehr wohl stimmt ist, dass die Klangsignatur von Bowers & Wilkins bzw. zumindest jene der PI7 eine ganz andere ist. In einem YouTube-Video erwähnte ein Tester, dass die Klangsignatur V-förmig sei. Damit konnte ich zwar zunächst nicht viel anfangen, aber nach einigen Vergleichen, z.B. mit den Sennheiser MTW aber auch mit den Shure SE215 wurde mir klar, was es damit auf sich hat. Die PI7 schrauben nämlich zugunsten der Tiefen und Höhen die Mitten zurück.

Guter Bass, betonte Höhen, reduzierte Mitten

Ob der Bass jetzt noch tiefer und die Höhen dafür noch klarer als bei der Konkurrenz sind, darüber kann man streiten. Was die Mitten angeht, so passiert es einem dann bei anderen Ohrhörern aber oft, dass hier plötzlich Tonspuren mit Schlagzeug oder anderen Instrumenten auftauchen, die von den PI7 fast verschluckt werden. Natürlich fehlen die dort auch nicht ganz, aber im direkten Vergleich fragt man sich dann schon, ob diese Art der Klangsignatur der Weisheit letzter Schluss ist. Und ja, es gibt, wie z.B. die in Teil 1 erwähnten »End Titles« des Midway-Soundtracks (bzw. vermutlich auch generell klassische Musik), auch Tracks, wo das hervorragend rüberkommt. Man sollte aber eine entsprechende Erwartungshaltung mitbringen.

Alternativen

Wenn einem die Klangsignatur zusagt (und es sich bei meinem Supportfall nicht um einen Serienfehler handelt) und einem der Aufpreis nichts ausmacht, dann kann man schon zugreifen. Ansonsten entweder das Geld lieber sparen und die Sennheiser Momentum True Wireless 2 oder die Sony WF-1000XM4 (die bei mir einen exzellenten Ersteindruck hinterlassen haben) in Betracht ziehen. Und wer wirklich auf die beste Soundqualität aus ist, der spart bei den 400 Euro noch ein bisschen weiter, bis er die Shure SE846 zu einem guten Preis (um die 700 Euro) bekommt und leistet sich dann später einmal den True Wireless Adapter (ca. 170 Euro).

Fazit

Ich kann nicht glauben, dass den bei den Bowers & Wilkins PI7 noch keiner gebracht hat, aber hier gilt einmal umso mehr: Es ist nicht alles Gold, was glänzt. Bei den PI7 gleich doppelt, einerseits für die Goldakzente der Ohrhörer selbst, mit denen ich persönlich (wie überhaupt mit dem Gesamtlook) wenig anfangen kann. Andererseits für die aktuell höchste UVP, die ein Hersteller für True-Wireless-Ohrhörer aufruft. Denn für die bekommt man zwar eine Menge Nice-to-haves (Bluetooth-Transmitter, jede Menge Codecs etc.), aber nicht das, was ich dafür erwarten würde: eine klare Steigerung der Klangqualität gegenüber der Konkurrenz. Bezieht man dann noch eine Akkulaufzeit mit ein, zu der B&W ohne ANC erst gar keine Angaben macht und die mit ANC mittlerweile am unteren Ende der Skala rangiert (4 Stunden), dann sieht die Kostenrechnung noch schlechter aus.

Es ist nicht alles Gold, was glänzt ★★★☆☆

Noch Fragen? Kein Problem!

Solltet ihr noch Fragen haben, die auch nicht in Teil 1 und Teil 2 beantwortet werden, stellt diese gern in den Kommentaren und ich tue mein Möglichstes, um diese zu beantworten.

Test: Bowers & Wilkins PI7

  1. Guter Klang, viel Kritik
  2. Ton aus nur einem Ohrhörer, Rückgabe
  3. Klangqualität, weitere Details & finales Fazit

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